Handy geht bei Kälte aus: Woran das liegt und was ihr dagegen tun könnt

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Euer Handy geht bei Kälte aus? Wir erklären, warum.
Euer Handy geht bei Kälte aus? Wir erklären, warum.(© 2019 Getty Images)

Kälte und Smartphones passen nicht gut zusammen. Das kann soweit gehen, dass das Handy bei kalten Temperaturen plötzlich ausgeht. Was dahinter steckt und wie ihr das Abschalten verhindert.

Kälte ist nicht nur für Menschen auf dem Weg zur Arbeit oder am Abend auf dem Weihnachtsmarkt unangenehm, auch elektronischen Geräten wie Handys, Notebooks und selbst E-Autos setzen tiefe Temperaturen zu.

Beim Elektroauto sinkt die Reichweite, bei Notebooks drohen Schäden durch zu schnelle Warm-Kalt-Wechsel und es kommt vor, dass das Handy bei Kälte einfach ausgeht, auch wenn es eigentlich noch genug Saft hatte.

Handy geht bei Kälte aus: Das ist die Ursache

Dass das Handy bei eisiger Kälte einfach ausgeht, liegt an einer Schutzfunktion, die Smartphone-Hersteller eingebaut haben, um die Akkus ihrer Geräte vor Schäden zu bewahren. Wenn sich euer Handy auf der Skitour also einfach abschaltet, ist es in der Regel nicht kaputt – es hat sich der Selbstschutz aktiviert.

Technisch gesehen verlangsamt Kälte die chemischen Prozesse in den Lithium-Ionen-Akkus und die in den Akku-Zellen verwendeten Elektrolyte werden zähflüssiger. Das lässt den Innenwiderstand des Handy-Akkus stark steigen. Wer sich an den Physik-Unterricht erinnert, weiß, dass bei steigendem Widerstand auch die Spannung steigen muss, um die Leistung konstant zu halten. Wird der Spannungsbedarf allerdings zu hoch, greift der Notfallplan und das Handy geht plötzlich aus.

Optimale Betriebstemperatur für Handys

Nachdem es vor einigen Jahren größere Akkuprobleme mit den iPhone 6s gab, stellt Apple recht prominent die vorgesehene Betriebstemperatur für iPhones heraus. Sie liegt zwischen 0 und 35 Grad Celsius; andere Hersteller wie Samsung sind mit aktuellen Handys übrigens im gleichen Bereich unterwegs.

Darunter oder darüber kann es zu "verändertem Verhalten" kommen, wie Apple das nennt, dazu gehört auch das "Abschalten des Geräts". Bei eurem Handy-Modell hilft ein Blick ins Handbuch oder in die Sicherheitshinweise auf der Herstellerseite, um die genauen Betriebstemperaturen herauszufinden.

Im Grunde kommt es immer auf den jeweiligen Akku an, wie viel Kälte er verträgt. Die extrem schlanken Batterien in aktuellen Smartphone-Modellen sind aber eher nicht für Minusgrade gemacht.

Was tun, wenn das Handy bei Kälte plötzlich ausgeht?

Keine Panik, das Handy ist nicht kaputt, aber wenn es sich bei Kälte plötzlich ausschaltet, solltet ihr es auch ausgeschaltet lassen. Später, an einem wärmeren Ort, löst sich das Problem von selbst und ihr könnt das Handy wieder normal nutzen.

Doch Vorsicht: Hier gibt es noch ein anderes Problem, das nachhaltige Schäden am Smartphone verursachen kann: der zu schnelle Kalt-Warm-Wechsel. Draußen ist es eisig kalt und drinnen kuschlig warm, oft sogar überheizt. Was passieren kann, wenn man in die gute warme Stube kommt, wissen Brillenträger am besten, deren Gläser beschlagen. Die Brille kann man einfach reinigen, an Handys oder auch Tablet und Notebooks drohen Schäden durch Kondenswasser.

Deshalb das Handy erstmal im Flur oder einem anderen weniger geheizten Raum lassen, bis es sich auf Raumtemperatur erwärmt hat. Danach könnt ihr auch wieder im warmen Wohnzimmer euer Handy nutzen. Keinesfalls das Handy fönen oder auf die Heizung legen, um es aufzuwärmen. Was uns vielleicht gut tut, kann euer Smartphone schädigen.

Tipps für kalte Tage mit dem Handy

Klar: auch bei Temperaturen unter 0 Grad muss das Handy nicht zuhause bleiben. Wichtig ist aber, dass ihr es beispielsweise nicht über Nacht im Auto liegen lasst oder am Glühweinstand zwei Stunden vor euch auf den Tisch legt, denn das kann den Akku auch nachhaltig schädigen.

Das Handy gehört bei Kälte in eine Hülle und sollte dann möglichst eng am Körper getragen werden. Da ihr im Winter wahrscheinlich sowieso mit dicker Jacke unterwegs seid, ist die Innentasche ein perfekter Ort für die Aufbewahrung.

Wenn ihr das Handy dabei habt, könnt ihr es natürlich auch verwenden, aber in der Kälte solltet ihr es nicht ständig in den Fingern haben. Für Gespräche kann es in der Tasche bleiben: das Headset oder die Bluetooth-Kopfhörer übernehmen dann.

Trotz allem müsst ihr nicht übervorsichtig sein. Ein Glühwein-Selfie, eine schnelle WhatsApp-Nachricht, dass man zu spät kommt oder die Routenführung per Google Maps, wenn man sich nicht zurechtfindet, bleiben unproblematisch.

Tipp zum Laden im Winter

Auch beim Laden eures Handys müsst ihr im Winter aufpassen: Bei Kälte lädt der Akku nicht nur langsamer, es kann auch zu einer dauerhaften Kapazitätsverlust führen. Es ist also empfehlenswert, das Handy im Warmen, also bei angenehmer Raumtemperatur zu laden.

Versucht also, euer Smartphone möglichst warm zu halten, es nicht allzu starken Temperaturunterschieden auszusetzen und nicht zwanghaft aufwärmen zu wollen – dann müsst ihr auch nicht befürchten, dass das Handy spontan bei Kälte ausgeht.


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