Klang auf dem iPhone verbessern: die besten Tipps für mehr Musikgenuss

Soll ja nicht hölzern klingen, oder?
Soll ja nicht hölzern klingen, oder?(© 2018 Unsplash/Jaz King)

Egal ob Gelegenheitshörer oder detailverliebter Audiophiler: Niemand muss sich mit austauschbarem Klangbrei zufriedengeben. Wir haben für euch Tipps zusammengestellt, mit denen ihr das Maximum an Soundqualität aus eurem iPhone herauskitzelt.

Wenn die Bässe richtig wummern, und die Höhen an der Hirnrinde kitzeln, dann tanzt die ganze Seele mit. Gönnt euren Lauschern und besagter Seele mal richtige Klangqualität. Dafür braucht ihr auch nicht mit einem Verstärker auf der Schulter umher zu laufen, es reichen schon ein paar einfache Kniffe.

Kopfhörer: Damit steht und fällt euer Sound

Ja, das ist kein Geheimtipp, dennoch aber die absolute Grundlage, die ihr euch zu Herzen und Ohren nehmen solltet: Nehmt nicht einfach irgendwelche Kopfhörer! Der Sound wird, egal was ihr noch tut um ihn zu pimpen, immer nur so gut sein wie eure Kopfhörer es zulassen. Bei den billigsten In-Ears bringt auch die liebevoll gestimmte Optimierung auf dem iPhone nichts. Deswegen gibt es hier die folgenden Weisheiten mit auf den Weg:

Es kommt nicht nur auf die Größe an

Ein Satz, den ihr in dem ein oder anderen Kontext vielleicht schon gehört habt – hier stimmt er! Auch wenn selbst die besten In-Ear-Kopfhörer nicht den voluminösen Klang eines On- oder Over-Ear-Kopfhörers erreichen, so gibt es mittlerweile einige kompakte Stöpsel, die auch zum kleinen Preis große Hörfreuden erzeugen. Generell gilt aber: Größere Hörmuscheln erreichen auch einen satteren Klang. Und dennoch ist nicht jeder größere Kopfhörer gleich besser und ein hoher Preis auch nicht gleichbedeutend mit hoher Qualität – Elend gibt es schließlich überall. Überlegt euch also zunächst einmal, wie viel Geld ihr in die Hand nehmen wollt und ob es In-Ear, On-Ear oder doch Over-Ear sein soll. Im Fachhandel könnt ihr euch auch mal durch die unterschiedlichen Modelle horchen und sehen, welche mit eurer Lieblingsmusik am besten klingen.

Beiliegende Kopfhörer sind selten das Optimum

Leider wahr: Meistens sind die Kopfhörer, die eurem Smartphone beilagen, nicht die beste Option. Probieren geht hier ganz klar über studieren – und wichtig ist im Endeffekt, dass die Kombination aus Tragekomfort und Klang stimmt (und einigen sicher auch, ob sie sich damit optisch wie ein Depp fühlen).

Hier spielt die Musik: Die richtigen Einstellungen für Spotify & Co.

Je nachdem, welchen Musik-Streaming-Dienst ihr nutzt, könnt ihr einiges an zusätzlicher Klang-Qualität heraus kitzeln. Mit der höchsten Qualitätsstufe klingt die Musik einfach am besten – verbraucht, wenn ihr unterwegs hört, aber auch einiges mehr an Datenvolumen, achtet also darauf ob euer Mobilfunkvertrag das mitmacht. So aktiviert ihr die höchste Qualitätsstufe bei eurem Streaming-Anbieter:

Spotify

Der Platzhirsch unter den Streaming-Diensten ermöglicht euch in Sachen Sound-Qualität die Wahl zwischen "Normal", "Hoch" oder "Extrem". Konkret bedeutet das eine Bitrate von 96, 160 oder 320 KBps. Ganz klar: Wir wollen die extreme Einstellung, um möglichst unkomprimierten, klaren Sound zu streamen. Dafür öffnet ihr in der App die Bibliothek, tippt auf das Zahnrad-Symbol und wählt dann "Soundqualität".

Spotify ermöglicht euch eine Bitrate von bis zu 320 KBps.(© 2017 CURVED)

Apple Music

Anders als Spotify streamt ihr bei Apple höchstens bei einer Bitrate von 256 Kbps – allerdings setzt der Dienst auf AAC, einen Codec, bei dem Musik weniger verlustreich komprimiert wird. So soll auch bei weniger Bandbreite immer noch hohe Qualität gewährleistet sein. Um den Klang in Apple Music zu optimieren, öffnet ihr auf eurem iPhone die Systemeinstellungen, tippt auf "Musik", dann "Mobile Daten", aktiviert hier "Streaming" und wählt "Streaming in hoher Qualität".

Google Play Music

Auch Google Play Music hat drei Qualitätsstufen, nämlich "niedrig", (was sich sehr traurig anhört) "mittel" und "hoch". Welche Bitraten sich genau hinter diesen Begriffen verbergen, gibt Google nicht bekannt. Ganz egal, wir nehmen natürlich auch hier die beste Einstellung. Dafür öffnet ihr die Einstellungen, tippt auf "Qualität über Mobilfunknetz" und wählt die höchste Stufe.

Deezer

Deezer hat die Möglichkeit, an der Qualitätsschraube zu drehen, extrem gut versteckt – und gibt auch bezüglich Bitraten keine Infos raus. Das sollte euch jedoch nicht davon abhalten, euch auch hier den besten Sound abzuholen. Dafür folgt in der App diesem Pfad: "Meine Musik" | "Einstellungen" | "Audio-Einstellungen" – hier wählt ihr dann "Verbessert", um die beste verfügbare Soundqualität zu aktivieren.

Amazon Music

Ähnlich unklar geht es bei Amazon zu: Der Streaming-Dienst gibt selbst an, dass in "variablen Bitraten" gestreamt wird. Konkret bedeutet das, dass Qualität und Dateigröße in einem ausgewogenen Verhältnis stehen sollen. Zielwert des Anbieters sind jedoch die 256 Kbps. Um die höchste Qualitätsstufe genießen zu können, öffnet ihr die Einstellungen in der App und schaltet unter "Wiedergabe" bei "Streaming-Qualität (über mobile Daten)" in die höchste Auflösung.

Equalizer: Passt die Frequenzen eurem Hörgefühl an

Nun bleibt noch folgender Punkt: die richtigen Einstellungen auf dem Smartphone selber einstellen. Mit einem Equalizer könnt ihr die Klangausgabe so anpassen, dass sie optimal zu eurem Hörgefühl und euren Kopfhörern passt. Der Begriff "Equalizer" dürfte dabei hoffentlich den meisten Menschen ein Begriff sein: Anhand unterschiedlicher Regler lässt sich damit die Lautstärke einzelner Frequenzbereiche verstellen. So könnt ihr etwa kräftigere Bässe oder sanftere Hochtöne einstellen. Was nach wissenschaftlicher Arbeit klingt, für die ihr ins Labor müsst, ist tatsächlich recht unkompliziert – und wird euch in der Regel von der Software selbst abgenommen. So setzt ihr die richtigen Einstellungen:

Mit dem EQ passt ihr die Frequenzen eurem Hörgefühl und euren Kopfhörer an.(© 2018 CURVED)

Der iPhone-Equalizer funktioniert nur mit Apple Music

Wollt ihr den Equalizer nutzen, der in den Untiefen eures iPhones versteckt ist, findet ihr diesen in den Einstellungen unter "Musik", wo ihr zu "EQ" gelangt. Einen Haken hat das Ganze aber: Der integrierte Equalizer funktioniert nur mit Apple Music. Auch Schieberegler werdet ihr hier nicht finden, dafür aber zahlreiche vordefinierte Einstellungen – sogenannte "Presets" (Voreinstellungen), wie etwa "Bass Booster" oder auch "Klassisch". Für die meisten Nutzer wird das sicherlich reichen, um das Optimum aus ihrer Musik herauszuholen, die manisch Audiophilen haben an dieser Stelle wohl das Nachsehen.

Es gibt nur wenige Alternativen zum integrierten Equalizer

Eine echte Alternative zum iPhone-Equalizer zu finden, stellt sich als ziemlich kniffelig heraus. Im App Store findet ihr zwar zahlreiche Anwendungen, die sich als EQ ausgeben, funktionieren tun diese allerdings nur mit Musikdateien, die ihr zuvor auf dem iPhone abgespeichert habt – es handelt sich also um richtige Musikplayer. Andere Apps tun sich wiederum mit dem AAC-Format schwer, welches nicht nur von Apple verwendet wird. Dann gibt es wiederum Apps, die auf Systemebene funktionieren – gratis sind dieser aber selten.

Die Wahl des EQ hängt von der Musikquelle ab

Unser Tipp: Die Wahl des Equalizers hängt stark davon ab, wie genau ihr eure Musik hört. Nutzt ihr am liebsten Apple Music, reicht der iPhone-interne EQ. Spielt ihr lieber mp3-Dateien ab, gibt es zahlreiche Apps mit eigenem Frequenzfeature. Die Apps von Spotify und Napster haben unter iOS mittlerweile sogar einen eigenen Equalizer. Bei allen anderen Anbietern verweisen wir auf eine kurze Google-Suche.

Fazit: Die richtige Mischung macht die Musik

Ihr seht schon: Einfach teure Kopfhörer aufsetzen und sich an einem astreinen Sound erfreuen, ist nicht. Wer seine Musik liebt, muss schon ein wenig Zeit investieren um den Klang bestmöglich zu tunen. Wir fassen noch mal zusammen: Drei Faktoren machen die Musik – die Kopfhörer, die Soundqualität im Stream und die Equalizer-Einstellungen, auch wenn diese am iPhone nicht der einfachste Task sind. Aber keine Sorge, ihr rockt das schon!

Noch mehr Musik gefällig?

Ihr wollt beim Musikhören weniger von eurer Umgebung mitbekommen? Wie wäre es zum Beispiel mit dem Test zu den Noise-Cancelling-Kopfhörern Beats Studio3 Wireless? Lest außerdem, was CURVED-Chefredakteur Felix sich von der nächsten Generation AirPods erhofft oder auch Jans Tipps, wie AirPods besser im Ohr sitzen. Oder habt ihr euch immer schon gefragt, wie es neue Interpreten überhaupt zu Spotify & Co. schaffen? 


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