Amazon Fire Tablets: Nutzerdaten werden nicht mehr verschlüsselt

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Nach dem letzten Update für das Fire OS können Daten auf Amazon-Tablets nicht mehr verschlüsselt werden
Nach dem letzten Update für das Fire OS können Daten auf Amazon-Tablets nicht mehr verschlüsselt werden (© 2014 CURVED)

Unverschlüsselte Nutzerdaten auf Tablets: Amazon hat am 3. März 2016 bekannt gegeben, dass die Amazon Fire Tablets die automatische Verschlüsselung nicht mehr unterstützen. Betroffen sind Geräte, die das Fire OS in der aktuellen Version namens "Bellini" nutzen.

Bereits mit dem letzten Update auf die neueste Version des Fire OS soll die Möglichkeit zur Verschlüsselung auf Tablets wie dem Amazon Fire HD 8 verschwunden sein, berichtet The Guardian. Nun habe Amazon lediglich zugegeben, dass dieser Schritt mit der Aktualisierung vollzogen wurde. Laut einer Sprecherin des Unternehmens habe man lediglich Business-Features entfernt, die Erhebungen zufolge sowieso nicht genutzt wurden. Die Kommunikation der Amazon Fire-Tablets mit der Cloud sei aber nach wie vor verschlüsselt.

"Taten sagen mehr als Worte"

Nutzer stünden nun vor der Wahl, das Update des Fire OS auf ihrem Amazon Fire-Tablet zu installieren und dadurch auch notwendige Sicherheitsaktualisierungen auf das Gerät zu bringen – oder darauf zu verzichten, um Daten bei Bedarf weiterhin verschlüsselt im Speicher ablegen zu können. Das ist zum Beispiel sinnvoll, um bei einem Verlust des Gerätes die darauf gespeicherten Daten vor dem Zugriff unbefugter Personen zu schützen.

Der Schritt von Amazon kommt in einer Zeit, in der das FBI sich mit Apple darum streitet, ob Regierungsorganisationen Zugriff auf die Daten eines Gerätes erhalten dürfen – und in dem sich Amazon klar für das Recht von Apple ausgesprochen hat, diesen Zugang nicht gewähren zu müssen. Jeremy Gillula von der "Electronic Frontier Foundation" ließ verlauten, dass "Taten mehr als Worte sagen"; die Verschlüsselung zu entfernen sei ein deutlicheres Statement, als sich mündlich für Apple auszusprechen. Auch andere Sicherheitsexperten beurteilten den Schritt von Amazon als nicht nachvollziehbar.


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