Android O im Rundgang: Die erste Entwickler-Version ausprobiert [mit Video]

Außerhalb des Google-Universums haben erst zwei Smartphones das Update auf Android 7.1.1 bekommen, da legt Google schon Android O nach. Wir haben uns die erste Entwickler-Preview angesehen und zeigen Euch die Neuigkeiten.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie Android O auf Eurem Smartphone aussehen würde, solltet Ihr Euch das Video hochkant im Vollbildmodus anschauen.

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Der März wird zum neuen Android-Monat. Wie schon 2016 wartet Google nicht mehr die Google I/O ab, um eine Vorschau auf die neue Android-Version zugeben. Stattdessen gibt es schon zwei Monate vor der Entwicklerkonferenz einen Blick darauf, was Nutzer im Herbst in Android O erwartet. Und das ist auf den ersten Blick gar nicht mal so viel. Denn auch bei Android O setzt Google auf die mit Android Lollipop eingeführte Designsprache Material Design.

Nach dem ersten Start fällt auf, dass nichts auffällt. Die Icons sind nach wie vor flach, die Ordner, die Navigationsstruktur und der App-Drawer bekannt. Erst beim Aufrufen des Kontrollzentrums erkennt man erste kleine Neuerungen. Öffnet Ihr die Schnelleinstellungen, gibt Euch Google in der Statusleiste einen detaillierteren Überblick als noch in Android Nougat. Dort seht Ihr nun, ob eine WLAN-Verbindung besteht, beziehungsweise in welchem Netz Ihr mobil unterwegs seid und wie es mit dem Ladestand des Akkus aussieht.

System UI-Tuner mit neuen Möglichkeiten

Überarbeitet wurden auch die Schnelleinstellungen. Sind sie voll ausgeklappt, könnt Ihr zum Beispiel Bluetooth aktivieren oder deaktivieren, in dem Ihr auf das entsprechende Symbol tippt. Das ist neu. In Nougat habt Ihr dadurch ein Menü für Bluetooth-Einstellungen geöffnet. In dieses gelangt Ihr nun, wenn Ihr auf den Schriftzug "Bluetooth" tippt.

Wie in den Vorversionen könnt Ihr auch in Android O den System UI-Tuner aktivieren, in dem in den Schnelleinstellungen das Zahnrad-Symbol für einige Sekunden gedrückt haltet. Der entsprechende Menü-Eintrag erscheint in den Einstellungen unter dem Punkt "System". Im System UI-Tuner könnt Ihr nun auch das Aussehen auf dem Sperrbildschirm an Eure Wünsche anpassen, in dem Ihr die Plätze unten rechts und links, die in Nougat mit der Sprachsuche (links) und der Kamera belegt sind, frei belegen könnt.

Einen ganz neuen Look hat die Einstellungen-App erhalten, deren Startseite nun etwas vereinfacht wurde. Punkte wie "Sprache und Eingabe" und "Über das Gerät" sind nun zum Beispiel unter System zusammengefasst. Das sorgt für mehr Übersicht. Außerdem sind die Schaubilder zur Speicherauslastung und zum Akkuverbrauch nun noch besser visualisiert. Weggefallen ist die mit Android Nougat gerade erst eingeführte Schnellzugriffsleiste, über die Ihr schnell von einem Menü zum nächsten wechseln konntet.

Bild in Bild und Akku-schonende Apps

Mit Android Nougat hat Google den Splitscreen-Modus eingeführt. Ihr könnt parallel zwei Apps gleichzeitig laufen lassen und so zum Beispiel ein Video auf YouTube schauen, während Ihr auf Facebook unterwegs seid. In Android O wird es zusätzlich einen Bild-in-Bild-Modus geben. Ihr müsst dann Euer Video nicht mehr pausieren, um zum Beispiel eine WhatsApp-Nachricht zu beantworten. Stattdessen wird das Video-Bild schlicht verkleinert. In der Preview funktioniert das allerdings noch nicht. Ihr könnt die neue Funktion zwar in den Einstellungen für YouTube aktivieren, eine Auswirkung hat das allerdings nicht. Die Video-App rutscht nach dem Tippen auf den Home-Button einfach in den Hintergrund.

Android O bietet eine Bild-in-Bild-Funktion. Die funktioniert aber noch nicht.(© 2017 CURVED)

Im Hintergrund spielt sich auch die nächste große Neuerung ab. Denn Google limitiert die Möglichkeiten von inaktiven Apps in Android O stark. Das betrifft drei Anwendungsgebiete: implizite Übertragungen, Hintergrunddienste und Aktualisierungen für Ortsdaten. Durch die Einschränkungen verspricht man sich, na klar, mehr Akkulaufzeit für die Nutzer. App-Entwickler müssen dagegen umdenken und Ihre Apps an die neuen Vorgaben anpassen.

Nachrichten schlummern lassen

Viel Mühe hat sich Google bei der Neugestaltung der Benachrichtigungen gemacht. Optisch ist davon zwar erstmal wenig zu sehen. Bekommt Ihr eine Nachricht oder Mail, sieht es aus, wie unter Android Nougat auch. Wischt Ihr aber auf einer Notification nach rechts, erscheint nun ein Uhrensymbol. Wollt Ihr die Nachricht jetzt nicht beantworten, aber auch nicht vergessen, könnt Ihr darüber einstellen, ob das System sie in 15, 30 oder 60 Minuten erneut anzeigen soll. Sind es schlechte Neuigkeiten, könnt Ihr aber auch "Nicht später erinnern" auswählen.

Ebenfalls neu in Android O: Google lässt App-Entwickler Push-Nachrichten in sogenannte Notification-Channels bündeln. Das Unternehmen zeigt die Vorgehensweise selbst anhand eines Beispiels: Eine Nachrichten-App pusht die Breaking News nur zu einem bestimmten, nicht aber zu allen Themen. Spannend wird es, wenn Entwickler die Funktion in Chat-Apps einbauen und jede Unterhaltung zu einem Channel wird. So könnt Ihr Gruppenchats stumm schalten und für Nachrichten von der Freundin eine andere Priorität festlegen, als für "normale" Chats. Ob Apps in Zukunft die Notification Channels unterstützen, hängt aber vom Entwickler-App.

Unbekannte Quellen über Umwege

Selbst festlegen könnt Ihr in Android O, von welchen Quellen Ihr die Installation von Drittanbieter-Apps erlauben wollt. Bislang war es so, dass Ihr in die Einstellungen gehen und den Haken bei "Unbekannte Herkunft" setzen musstet, um etwa eine App von APK Mirror zu laden. Das ist nun anders. Wollt Ihr jetzt eine APK über Chrome herunterladen, müsst Ihr in den Einstellungen festlegen, dass Ihr dem Browser als Quelle für Apps vertraut. Das System weist Euch aber darauf hin, dass Ihr dann für eventuelle Schäden an Eurem Telefon verantwortlich seid.

Wann kommt die finale Version?

Wie Ihr seht, funktioniert schon einiges in der ersten Preview zu Android O. Auf richtige coole Funktionen wie den Bild-in-Bild-Modus müsst Ihr aber noch etwas warten. Das liegt auch daran, dass es sich bei dieser Preview um eine sehr frühe Version handelt, die eigentlich nur für Entwickler bestimmt ist. Deswegen erhalten sie Mitglieder des Android Beta Programs auch nicht als "Over the Air"-Update. Stattdessen müsst Ihr die die vorliegende Version selbst auf Eurer Gerät flashen. Wie das geht, zeigen wir Euch hier.

Laut Android Police folgen auf die jetzige Preview noch drei weitere. Die nächste steht für Mitte Mai auf dem Programmplan. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass sie zur Google I/O (17. bis 19. Mai 2017) als offene Beta für alle Nutzer kommt. Das fertige Android O soll dann im dritten Quartal 2017 erscheinen.

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