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Aus Protest: Wikipedia wird am 21. März abgeschaltet

Wikipedia für Android bietet jetzt mehr als nur eine Nachschlagefunktion
Am 21. März 2019 dürfte euch immerhin die englische Wikipedia-Variante zur Verfügung stehen (© 2014 Wikipedia, CURVED Montage )
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10.03.19 von

Sascha Adermann

Pause für den Wissensdurst: Am 21. März 2019 wird die deutschsprachige Seite von Wikipedia komplett abgeschaltet – allerdings nicht für immer. Die Aktion richtet sich gegen den umstrittenen Entwurf zur EU-Urheberrechtsreform.

In einer Abstimmung haben diverse Wikipedia-Autoren die Abschaltung der Seite beschlossen, wie Golem berichtet. Der Vorschlag zur "Komplettabschaltung" setzte sich nach vorangegangener Diskussion mit deutlicher Mehrheit gegen die Alternative "Protestbanner" durch. In Folge dieser Abstimmung werden alle Besucher der deutschsprachigen Wikipedia-Seite am 21. März 2019 nur eine schwarze Seite mit Informationen zur Ursache und zum Hintergrund des Protests zu sehen bekommen. Eine solche Aktion hatte die Online-Enzyklopädie auch 2012 aus Protest gegen den Stop Online Piracy Act (SOPA) durchgeführt.

Protest gegen Upload-Filter

In dem Text auf der Seite erklären die Autoren die Gründe für den Protest. Demnach könnte die geplante Reform "dazu führen, dass das freie Internet erheblich eingeschränkt wird". Als Probleme sehen die Autoren etwa "fehleranfällige und technisch unausgereifte Upload-Filter", die selbst kleinste Unternehmen für sämtliche ihrer Inhalte nutzen müssten. So sieht es Artikel 13 des Entwurfs für die Urheberrechtsreform vor, auf den sich EU-Parlament und EU-Rat am 13. Februar 2019 geeinigt hatten.

Darüber hinaus müssten die erwähnten Unternehmen selbst "für minimale Textausschnitte aus Presseerzeugnissen Lizenzen erwerben, um das sogenannte Leistungsschutzrecht für Presseverleger einzuhalten (Artikel 11). Dies könnte die Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit deutlich beeinträchtigen.", heißt es in der Nachricht an die Besucher weiter.

Am Ende des Textes bittet Wikipedia die Leser um Unterstützung gegen das EU-Gesetz, vor dem auch YouTube schon gewarnt hat. Diese sollten ihr demokratisches Recht wahrnehmen, an Demonstrationen teilnehmen und die Abgeordneten des Europäischen Parlaments kontaktieren. Bereits März 2019 soll die Verabschiedung der geplanten Reformen im EU-Parlament stattfinden, ein genauer Termin steht jedoch noch nicht fest.

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