Apple zieht Umsatzprognose zurück: Kommt es nun doch zu Lieferengpässen?

Das Coronavirus (Covid-19) führt auch bei Apple zu unsicheren Zeiten.
Das Coronavirus (Covid-19) führt auch bei Apple zu unsicheren Zeiten.(© 2020 Getty Images)

Das Coronavirus beutelt nicht nur Chinas Bevölkerung, auch Apple bekommt die Auswirkungen des von der WHO betitelten Covid-19-Virus zu spüren und nimmt seine Umsatzprognose für das laufende Quartal zurück.

Am 28. Januar 2020 kündigte Apple einen Umsatzanstieg auf bis zu 63 bis 67 Milliarden Dollar für das laufende Geschäftsquartal an. Doch das sei noch ohne den Ausbruch des Coronavirus kalkuliert gewesen – und dieser bringt Apples Lieferketten nun in unsichere Zeiten.

In einer Pressemitteilung ließ das Unternehmen aus Cupertino nun verlauten, seine Voraussage aufgrund des sich weiter ausbreitenden Coronavirus, auch Covid-19 genannt, nicht aufrechterhalten zu können. Das liege an mehreren Faktoren, die auf die Gefahrenlage in China zurückzuführen sind.

Situation entspannt sich für Apple – allerdings langsam

Die Standorte der wichtigsten chinesischen Zulieferer für die iPhone-Produktion befinden sich zwar außerhalb der von der Lungenkranheit stark betroffenen Region Hubei in China und konnten inzwischen wiedereröffnet werden, die Rückkehr zum normalen Betriebsalltag laufe jedoch langsamer als erwartet.

Darüber hinaus blieben in den Gebieten, die vom Coranavirus betroffen sind, derzeit viele Firmen und Geschäfte geschlossen, um die weitere Verbreitung der Krankheit zu verhindern. Auch die dort angesiedelten Apple-Filialen und viele Partnergeschäfte und -unternehmen des Technik-Riesen hätten vorübergehend den Betrieb eingestellt. Das habe Auswirkungen auf die Nachfrage in China, kaum jemand befände sich auf den Straßen und würde in den Apple-Stores einkaufen.

Apple betont: Gesundheit der Mitarbeiter habe höchste Priorität

Seine Einzelhandelsgeschäfte will das Unternehmen schrittweise wieder öffnen. Apple wolle nun die Summe der zuvor angekündigten Spende verdoppeln, um dabei zu unterstützen, die Situation in den Griff zu bekommen. Tim Cook hatte bei Twitter die Spende angekündigt, nun wolle das Unternehmen seine Hilfen intensivieren.

Auch wenn Apple die Prognose zurücknehmen musste, liege das also weniger an mangelnder Nachfrage – die bliebe Apple zufolge außerhalb Chinas weiterhin stark –, doch durch die Auswirkungen auf den laufenden Betrieb könne derzeit nicht sichergestellt werden, ob diese Nachfrage auch bedient werden kann.

Zuletzt hatten sich schon erste Zulieferer von Apple gemeldet, die aufgrund ihrer Nähe zur abgeriegelten Hubei-Provinz verunsichert wurden. Demnach könnte sich das iPhone SE 2, das auch als iPhone 9 gehandelt wird, verzögern. Allerdings ist dafür nun ein Release-Datum durchgesickert.

Weitere Messe-Absage aufgrund von Covid-19

Am 7. Januar 2020 wurde das neuartige Coronavirus (Covid-19) als Auslöser einer gefährlichen Lungenkrankeit von den chinesischen Behörden identifiziert. Laut Statista belief sich die Zahl der bestätigten Covid-19-Fälle bis zum 18. Februar auf insgesamt rund 72.400 Erkrankungsfälle weltweit. Die Zahl der Todesopfer bis zu diesem Tag betrug 1.873 Fälle.

Nachdem der MWC 2020 in Barcelona deswegen abgesagt wurde, trifft es jetzt die nächste große Messe: Die Internationale Automesse Auto China, die vom 21. bis 30. April in China stattfinden sollte, wurde mit Begründung auf eine unvorhersehbare Entwicklung der Verbreitung des Coronavirus abgesagt.


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