Das sagt Mark Zuckerberg zum Datenskandal um Facebook

Mark Zuckerberg ist unter Druck geraten
Mark Zuckerberg ist unter Druck geraten(© 2015 Facebook Developer)

Ein Datenskandal setzt Facebook massiv unter Druck: Eine Analysefirma hat Informationen über Nutzer offenbar missbraucht, um in den US-Wahlkampf einzugreifen. Mark Zuckerberg versucht nun, den Image-Schaden zu begrenzen und äußerte sich über mehrere Kanäle zu dem Vorfall.

Das erste Statement veröffentliche Zuckerberg – natürlich – auf Facebook. In dem unter diesem Artikel eingebundenen Post nimmt er die Schuld zu großen Teilen auf sich. Er spricht von einem Vertrauensbruch Facebooks gegenüber seinen Nutzern. Gleichzeitig erklärt er, was genau passiert ist, und stellt sich und seine Plattform auch als Opfer dar.

Facebook weiß seit Langem von Datenweitergabe

Bereits 2015 habe sein Unternehmen davon erfahren, dass Daten entgegen der 2014 angepassten Facebook-Richtlinien weitergegeben worden seien – von Aleksandr Kogan, einem Mitarbeiter der Universität Cambridge. Dieser hätte die Daten 2013 über eine Quiz-App gesammelt und 2015 an das Unternehmen Cambridge Analytica weitergegeben. Daraufhin habe Facebook Kogans App gesperrt und sich von ihm und Cambridge Analytica  schriftlich versichern lassen, dass jegliche Daten gelöscht wurden, die sie auf unlauterem Wege gewonnen hatten.

Als diverse Medienberichte letzte Woche andeuteten, dass dies nicht geschehen sei, hätte Facebook Kogan und Cambridge Analytica aufgrund des Vertrauensbruchs von allen Facebook-Diensten ausgeschlossen. Die Analysefirma beteuere weiterhin die Daten gelöscht zu haben, was Facebook nun mithilfe von Spezialisten überprüfen werde. Die wichtigsten Maßnahmen, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern, seien bereits 2014 in die Wege geleitet worden.

Facebook habe den Datenzugriff von Apps seitdem deutlich eingeschränkt. Die wichtigste Änderung sei gewesen, dass diese nun keine Daten über Freunde der App-Nutzer beziehen könnten, solange diese dem nicht zustimmen. Vorher ist dies allerdings wohl möglich gewesen, ohne das die Betroffenen davon hätten erfahren können. Weitere Maßnahmen sollen folgen. Zunächst will Facebook alle betroffenen Nutzer über den Missbrauch ihrer Daten in Kenntnis setzen.

Zuckerberg offenbar zu Regulierung bereit

Darüber hinaus werde das Unternehmen alle verdächtigen Apps untersuchen und gegebenenfalls sperren. Außerdem will Facebook den Datenzugriff von App-Entwicklern noch weiter einschränken. Ab April will Facebook ein Tool, mit dem ihr den Datenzugriff von Apps unterbinden könnt, prominent im Newsfeed anzeigen. Es gebe zwar bereits eine entsprechende Einstellungsmöglichkeit, diese sei aber in den Privatsphäre-Einstellungen versteckt. Generell baut der Social-Media-Riese etwas um: Bereits zu Beginn des Jahres hatte Zuckerberg große Änderungen am Newsfeed angekündigt.

Außerdem äußerte sich Mark Zuckerberg auch gegenüber der New York Times und CNN zu dem Datenskandal. Die interessanteste Erkenntnis aus diesen Interviews sei laut The Verge, dass der Facebook-CEO sich eine Regulierung seiner Social-Media-Plattform vorstellen könnte. Gegenüber CNN habe er gesagt: "Ich bin mir tatsächlich nicht sicher, dass wir nicht reguliert werden sollten...Ich denke, die Frage ist eher, wie sieht die richtige Regulierung aus."

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