Ein Elektroauto von Apple? Infos zum iCar im Überblick

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iCar: eine Konzeptstudie von Coroflot/Franco Grassi
iCar: eine Konzeptstudie von Coroflot/Franco Grassi(© 2015 Coroflot/Franco Grassi)

Seit Tagen tauchen immer mehr Details zu einem angeblichen Auto von Apple auf. Was ist dran? Wir haben die Gerüchte für Euch zusammengefasst.

Hätte man mich gefragt, woran Apple in den kommenden Jahren arbeitet: Ein Auto aus Cupertino wäre mir nie in den Sinn gekommen. Man stelle sich vor, wie in den Apple Stores künftig nicht mehr nur iPhones, iPads und Macs auf cleanen Tischen liegen, sondern mittendrin auch Autos zum Verkauf angeboten werden. Apple als Autoverkäufer? No way! Da erschien mir doch der seit Jahren diskutierte Apple-Fernseher doch viel wahrscheinlicher.

Doch seit einigen Tagen hält sich äußerst hartnäckig das Gerücht, dass Apple doch in die Automobilbranche einsteigen will. Angestoßen hat die Diskussion das für gewöhnlich gut informierte Wall Street Journal. Unter dem Codenamen "Titan" würden demnach bereits hunderte Mitarbeiter bereits an der Umsetzung arbeiten. Mit dem will CEO Tim Cook dem Elektroauto-Pionier Tesla Konkurrenz machen.

Wer entwickelt es?

Dafür holt sich Apple angeblich verstärkt Know-how aus der Autobranche. Fest steht, dass der Chef des kalifornischen Entwicklungszentrums von Mercedes, Johann Jungwirth, schon im vergangenen September zu Apple wechselte. Laut seinem LinkedIn-Profil befasst sich der Experte für Benutzeroberflächen aber mit Mac-Systemen.

Laut dem Business Insider haben zudem innerhalb weniger Monate bereits 50 Mitarbeiter von Tesla zu Apple gewechselt. “Apples jüngstes Projekt ist zu aufregend, um es zu verpassen”, wird ein Insider zitiert. “Ich denke, es wird die Landschaft verändern und Tesla einen harten Wettkampf bieten.” Die meisten seien Ingenieure, spezialisiert auf Mechanik, Robotik und Fertigung.

Wo wird es entwickelt?

Für die Arbeit an dem Elektro-Fahrzeug wird angeblich ein eigenes Lab eingerichtet, für das der Konzern insgesamt 1.000 Mitarbeiter engagieren möchte. Der Standort soll sich in der Nähe des Hauptquartiers in Cupertino befinden. Neben Autos will Apple dort auch an Robotern arbeiten. Im vergangenen Jahr machten Gerüchte die Runde, dass Apple Tesla kaufen möchte, doch anscheinend setzt der Konzern jetzt auf eigene Ressourcen.

Wie könnte es aussehen?

Das Design für das elektrisch betriebene Fahrzeug hat CEO Tim Cook Insidern zufolge schon vor einem Jahr abgesegnet. Der Pkw soll die Form eines Mini-Vans haben. Das Projekt trägt den Codenamen "Titan". Schon in den vergangenen Monaten wurden in einigen US-Städten Vans mit Kameraausstattung gesichtet, die von Apple geleased waren.

Was soll das Besondere an dem Auto sein?

Das "iCar" soll nicht nur einen alternativen Antrieb erhalten, sondern laut Reuters auch selbst fahren können. Mit den Plänen für ein selbstfahrendes Auto ist Apple im Silicon Valley nicht allein. Google stellte vergangenes Jahr sein eigenes Fahrzeug vor, noch 2015 soll der automatisierte Pkw im Straßenverkehr zu sehen sein. Auch der chinesische Suchmaschinenkonzern Baidu soll an einem Auto arbeiten.

Was hat CarPlay damit zu tun?

CarPlay ist Apples Schnittstelle zwischen iOS und den Entertainment-Systemen etlicher Automobilhersteller. Fahrer sollen per Sprachbefehl Musik abspielen, Navigation starten, Anrufe entgegennehmen und Nachrichten verschicken können. Doch trotz frühzeitiger Ankündigung kam die Initiative nur schleppend voran. Eigentlich wollte Mercedes schon längst die CarPlay-Integration in den aktuellen Modellen vorgenommen haben, aber leider wurde diese nun jüngst auf dieses Jahr verschoben.

Auch Volvo hat die Integration auf 2015 verschoben. Zudem ist CarPlay nicht mehr als ein umfangreiches Hands-Free-Feature für die Benutzung des iPhones während der Fahrt. Doch warum da aufhören? Wie viele Informationen aus dem Auto sich mit dem Smartphone auslesen und anpassen lassen, macht Tesla seit Jahren vor. Seit einem Firmware-Update ist es sogar möglich, das Auto mit dem Handy zu entriegeln und zu starten.

Warum könnte Apple das Auto selbst bauen?

Dass Apple nicht mehr aus CarPlay macht, liegt in erster Linie an den Restriktionen der Autobauer. Auch Googles Automobil-Offensive beschränkt sich auf den Zugriff vom Auto-Cockpit auf Smartphone-Funktionalitäten. Nicht andersherum. Gut möglich also, dass Tim Cook und sein Team sich gedacht haben: Warum warten und Tesla weiterhin den Vortritt lassen, wenn wir mit dem richtigen Knowhow und den entsprechenden Barreserven ein eigenes, smartes Auto auf die Straße bringen können?

Apple will nicht nur einzelne Komponenten, sondern ein voll funktionstaugliches Fahrzeug produzieren, sagen Insider. An Zulieferern ist der Konzern aus Cupertino nicht interessiert. Das gesamte Auto soll intern entwickelt und umgesetzt werden.

Wann kommt es?

Auch wenn die Gerüchteküche derzeit brodelt: Die Entwicklung eines Autos nimmt viele Jahre in Anspruch. Vor allem, wenn ein Hardware-Hersteller völliges Neuland betritt. Wenn Apple tatsächlich ein Auto baut, steht der Konzern aus Cupertino vor der Herkulesaufgabe, sich neu zu erfinden. Der gute Ruf, den sich das Unternehmen mit seinen Macs, dem iPod, dem iPad und dem iPhone erarbeitet hat, nützt Apple wenig in einer Branche, die extrem hart umkämpft ist, mit Tesla seit Jahren einen mächtigen Player am Markt hat, und die mit Blick auf Straßensicherheit enormen und von Land zu Land unterschiedlichen Regularien unterworfen ist. Dass wir noch in diesem Jahrzehnt einen Van mit Apple-Logo auf der Kühlerhaube zu Gesicht bekommen, halte ich deswegen für sehr unwahrscheinlich.


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