Facebook hat Nutzerdaten und Freundeslisten mit Geräteherstellern geteilt

Facebook-Chef Mark Zuckerberg könnte nun auf den nächste Datenskandal zusteuern
Facebook-Chef Mark Zuckerberg könnte nun auf den nächste Datenskandal zusteuern(© 2015 Facebook Developer)

Hat es Facebook in Kürze mit dem nächsten Datenskandal zu tun? Offenbar war es Geräteherstellern über Jahre hinweg möglich, auf Daten von Nutzern und deren Freunden zuzugreifen. Selbst als das Unternehmen dies offiziell unterbunden hat, konnten diese noch weiterhin auf die Informationen zugreifen.

Facebook ermöglichte mindestens 60 Geräteherstellern Zugriff auf Nutzerdaten, berichtet die New York Times. Darunter seien bekannte Unternehmen wie Samsung, Apple, Amazon, BlackBerry und Microsoft. Das Ganze sei auf eine Vereinbarung zurückzuführen, die aus der Zeit stammt, als Facebook noch um seinen Platz am Markt kämpfen musste. Der Social-Media-Riese soll die Informationen über Nutzer und deren Freunde geteilt haben, damit die Hersteller von Smartphones und Tablets ihre Version der "Facebook-Erfahrung" für die eigenen Geräte erstellen können.

Ausnahme für Gerätehersteller

Ein Jahr nach dem Zwischenfall mit Cambridge Analytics in 2014, der erst vor wenigen Monaten Grundlage für den Datenskandal war, soll Facebook jedoch Entwicklern den Zugriff auf die Daten von Freunden der Nutzer entzogen haben. Offenbar galt das aber nicht für die Gerätehersteller, mit denen es diese Vereinbarung gab – diese sollten nach wie vor diese Informationen abrufen können. Der Social-Media-Riese sieht diese wohl als "Service Partner".

Ein besonderes Problem: Anscheinend konnten die besagten Unternehmen Daten von Freunden auch dann sammeln, wenn diese das Teilen von Informationen mit Drittanbietern über Facebook unterbunden haben – diese Sicherheitseinstellungen wurden demnach einfach überschrieben. Die New York Times soll einen Test mit der App BlackBerry Hub durchgeführt haben: Es sei der App möglich, von 556 Freunden einer Person verschiedene private Informationen zu beziehen. Darunter Religion, politische Einstellung, Beziehungsstatus und Veranstaltungen, die diese besuchen möchten.

Facebook zufolge sei das Teilen der Daten kein Problem. Für die Unternehmen, die Nutzer-Informationen erhalten, ist der Quelle zufolge unter anderem vertraglich festgelegt, wie sie mit diesen umzugehen haben. Bleibt allerdings die Frage: Wie vertrauenswürdig sind diese Unternehmen? Im April 2018 soll der Social-Media-Riese damit begonnen haben, den Geräteherstellern nach und nach den Zugriff auf die genannten Nutzerdaten zu entziehen. Heutzutage seien diese nicht mehr nötig. Welche Unternehmen welche Facebook-Informationen von euch nun aber auf ihren eigenen Servern gespeichert haben, ist nur schwer zu sagen.


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