Forscher arbeiten an Smartphone-Steuerung durch Gesichtsgesten

Der Daumen könnte zur Eingabe auf dem Smartphone für einige Funktionen bald überflüssig werden
Der Daumen könnte zur Eingabe auf dem Smartphone für einige Funktionen bald überflüssig werden(© 2016 CURVED)

Stellt Fraunhofer bald die nächste mobile Revolution vor? Das für das MP3-Format bekannte Institut arbeitet daran, Smartphone-Steuerung durch Gesichtsgesten zu ermöglichen. Damit soll die Eingabe per Finger aber nicht komplett abgelöst, sondern ergänzt werden.

Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Rostock forscht derzeit nach "alternativen Steuerungskonzepten" für Smartphones, wie das Institut auf seiner Presseseite bekannt gibt. Dabei haben die Forscher EarFieldSensing (EarFS) entwickelt – eine Methode zur Navigation, bei der über einen speziellen Ohrstöpsel sogenannte "Gesichtsgesten" erfasst werden können. Dazu gehörten zum Beispiel Nicken, Lächeln oder Augenzwinkern. Der Vorteil von EarFS: Im Gegensatz zu anderen Systemen, die solche Gesten erfassen können, sei der Ohrstöpsel sehr unauffällig.

Warnung bei Müdigkeit

Der EarFS-Ohrstöpsel sei in der Lage, schon kleinste Veränderungen in der Mimik des Trägers zu erkennen. Die Herausforderung sei es in erster Linie gewesen, die kleinen Muskelströme so zu verstärken, dass sie zuverlässige Informationen liefern, berichtet Denys Matthies, der als Wissenschaftler am Fraunhofer IDG arbeitet. Gleichzeitig dürfe sich die Messung nicht durch andere Bewegungen wie etwa Gehen stören lassen; zu diesem Zweck gebe es eine "Referenzelektrode", die am Ohrläppchen angebracht wird.

Mit EarFS sollen Nutzer verschiedenste Funktionen auf dem Smartphone steuern können, so zum Beispiel die Wiedergabe von Musik oder das Annehmen eines Anrufs. Gleichzeitig könnten die anhand der Bewegung erhobenen Daten auch Informationen zum Zustand des Trägers liefern: Bei Müdigkeit und Erschöpfung am Steuer eines Fahrzeuges zum Beispiel wäre eine Warnung denkbar. Über den Smartphone-Bereich hinaus soll die Technologie Menschen zugutekommen, deren Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt sind – oder die mit Präzisionsmaschinen arbeiten.


Weitere Artikel zum Thema
MacBook Pro: Flex­gate sorgt für Ärger
Guido Karsten
Beim MacBook Pro mit OLED-Leiste soll der Schaden häufiger entstehen
Das MacBook Pro ist leistungsstark und dabei auch noch sehr dünn. Offenbar begünstigt das flache Gehäuse aber auch Schäden am Display.
Micro­soft Edge: Brow­ser-App warnt künf­tig vor Fake-News
Christoph Lübben
Microsoft Edge gibt es für iPhone und Android
Schutz vor falschen Nachrichten und verdrehten Meldungen: Microsoft Edge bietet euch nun ein neues Feature.
Samsung Galaxy S8: Update auf Android Pie könnte früher kommen als gedacht
Christoph Lübben
Samsung lässt Nutzer des Galaxy S8 nicht im Regen stehen: Android Pie kommt wohl früher
Das Samsung Galaxy S8 bekommt Android Pie etwas eher: Schon in wenigen Wochen ist es wohl so weit.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.