Gmail gibt Dritten angeblich Zugriff auf eure Mails

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Google schlittert womöglich in einen Datenschutz-Skandal
Google schlittert womöglich in einen Datenschutz-Skandal(© 2016 CURVED)

Entwickler von externen Apps haben anscheinend Zugriff auf den Posteingang von Millionen Gmail-Konten. Diese können offenbar E-Mail-Adressen, Metadaten und Nachrichteninhalte einsehen.

Vor einem Jahr versprach Google, die E-Mail-Konten seiner Nutzer nicht mehr für personalisierte Werbung zu analysieren. Externe App-Entwickler sollen allerdings weiter Zugriff auf private E-Mails haben, wie aus einem Bericht des Wall Street Journal hervorgeht. Besonders seien Nutzer betroffen, die sich für E-Mail-basierte Dienste wie Preisvergleiche oder automatisierte Reiseplaner angemeldet haben.

Automatischer und manueller Scan

App-Entwickler, die Teil des Gmail-Programms von Google sind, dürfen diese E-Mails unter bestimmten Umständen lesen, um neue Dienste oder App-Funktionen zu erstellen, heißt es. Der Großteil der E-Mails würde automatisch per Computersoftware gescannt, in einigen Fällen sollen aber menschliche Mitarbeiter mitgelesen haben. Return Path, ein Unternehmen, das sich E-Mail-Marketing auf die Fahnen geschrieben hat, hat angeblich die Posteingänge von mehr als 2 Millionen Menschen gescannt und 8000 E-Mails ausspionieren lassen.

Angeblich ist Google mit seinen Praktiken nicht alleine: Diese seien in der Branche längst üblich. Das Wall Street Journal sprach zuvor mit 25 aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern von App-Entwicklern und Datenunternehmen. Betroffene Nutzer hätten den Diensten in den meisten Fällen den Zugriff gewährt. Allerdings werde ihnen nicht eindeutig mitgeteilt, dass ihre E-Mails automatisiert oder von Menschen durchsucht werden.

Google selbst sagte gegenüber The Verge, man gebe Daten nur an geprüfte Drittentwickler weiter, und auch dann nur, wenn Nutzer ihre ausdrückliche Zustimmung dazu geben. Zudem hätten die Entwickler, bevor sie Zugriff bekommen, einen Überprüfungsprozess durchlaufen, in dem Datenschutz eine wichtige Rolle spiele. Es gebe keine Beweise, dass das Prozedere zu Missbrauch von Daten geführt habe.

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