Google angeklagt: Monopolmissbrauch und Android-Wucher?

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Google(© 2014 CC: Flickr/Carlos Luna)

Die Anwaltskanzlei Hagens Berman aus Seattle hat laut einem Bericht von CNET eine Klage gegen Google vorgebracht: Der Suchmaschinenanbieter habe seine Vormachtstellung auf dem Android-Markt ausgenutzt, um seine eigenen Dienste wie Suche und Gmail als Standard zu etablieren und Konkurrenten aus dem Geschäft fernzuhalten.

Der Suchmaschinenkonzern soll mit seiner Marktmacht nicht nur die Diversifizierung und Verbesserung von Suchfunktionen im Netz aufgehalten haben: Auch sollen Android-Smartphones unnötig teuer sein. Mit den geheimen Entwicklerverträgen, die Google mit den Herstellern von Android-Geräten abschließt, sei die Vorinstallation von Google-Diensten auf den Smartphones gewährleistet, was anderen Anbietern Chancen verwehre. Diese Mobile Application Distribution Agreements waren zuletzt im Prozess zwischen Apple und Samsung an die Öffentlichkeit gekommen.

Legal-Trolling oder legitimer Fall?

Erste Kommentare zum anstehenden Gerichtsverfahren sehen die Kläger auf verlorenem Posten: Bereits vor der Einführung und Ausbreitung von Android als Betriebssystem war Google Marktführer bei Internetsuchen. Zudem gab und gibt es Android-Geräte, die ohne Google-Suchfunktion als Standard arbeiten. Auch eine negative Auswirkung Androids auf die Preislage bei Smartphones darf angezweifelt werden: Bei Markteinführung dominierten schließlich Premium-Marken wie BlackBerry und Apple das Geschäft. Andererseits beherrscht Google mit zuletzt 67,5 Prozent den Suchmarkt unangefochten vor allen Konkurrenten, wenngleich es Bemühungen gibt, dies zu ändern – etwa durch Bing von Microsoft

Das US-Antitrust-Gesetz war hierzulande vor allem beim Prozess gegen Microsoft Ende der 90er-Jahre im Gespräch: Damals wurde Microsoft vorgeworfen, durch die Bündelung des Internet Explorers mit seinen Windows-Betriebssystemen die Konkurrenz ungerecht zu benachteiligen, indem ein De Facto-Monopol ausgenutzt wurde, um ein anderes durchzusetzen. Es kam zu einer Einigung, die Windows etwas offener für andere Browser machte. Ob der neue Fall ähnlich verlaufen wird, muss sich in den kommenden Monaten zeigen.


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