iBM: Apple und IBM schließen eine historische Allianz

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IBMs Ginni Rometty und Tim Cook wollen Enterprise Mobility umkrempeln
IBMs Ginni Rometty und Tim Cook wollen Enterprise Mobility umkrempeln(© 2014 Apple/Paul Sakuma)

30 Jahre nach der wohl größten öffentlichen Kriegserklärung der Unternehmensgeschichte gehen Apple und IBM eine weltweite, umfassende Partnerschaft ein.

Die harten Fakten

IBM bringt künftig unter dem Stichwort "IBM MobileFirst for iOS" für Apple-Geräte optimierte Cloud-Dienste auf den Markt und will seinen Kunden iPhones und iPads verkaufen. Darüber hinaus kümmert sich das Unternehmen um das Geräte-Management und die Einrichtung. Apple erweitert im Gegenzug seinen Support-Dienst Apple Care für unternehmensspezifische Belange. Für den Enterprise-Bereich verwies der Konzern aus Cupertino lange Zeit auf seine Reseller, die derzeit in Reiheinsolvent gehen oder sich in die Schwellenländer zurückziehen. Mit IBM steht dafür ein Partner mit weltweiter Infrastruktur zur Seite.

Die Details

"Das gemeinsame Ziel von Apple und IBM für diese Partnerschaft besteht darin, Geschäftsleuten überall auf der Welt die einzigartigen Möglichkeiten von iPads und iPhones mit Firmeninformationen, Daten, Analysen und Arbeitsprozessen zur Verfügung zu stellen", heißt es in einer Pressemitteilung. Die Kernpunkte sind: - laut Apple eine neue Art von "Made-for-Business-Apps", die spezifische Probleme und Möglichkeiten, unter anderem im Einzelhandel, im Gesundheitswesen, bei Banken- und Versicherungen, im Reise- und Transportwesen und der Telekommunikationsbranche adressieren und ab Herbst diesen Jahres und in 2015 hinein verfügbar sein werden.

- eine Plattform für iOS, die Dienste liefert, die für ein durchgehendes, unternehmensweites System erforderlich sein sollen; von Analytik, Arbeitsprozess und Cloudspeicher bis zur Verwaltung einer Vielzahl an Geräten, Sicherheit und Integration. Eine verbesserte mobile Verwaltung beinhalte einen persönlichen App-Katalog, Daten- und Transaktionssicherheitsservices und eine Produktivitäts-Suite für alle IBM MobileFirst für iOS-Lösungen. Zusätzlich zu den lokal installierten Softwarelösungen würden all diese Services auf Bluemix verfügbar sein, der Entwicklungsplattform von IBM auf dem IBM Cloud-Marktplatz.

- mobiler Service und Support: AppleCare für Unternehmen wird IT-Abteilungen und Endanwendern rund um die Uhr durch das Kundendienstteam von Apple Unterstützung bieten. Mit einem Vor-Ort-Service, der von IBM geleistet wird. - vorkonfigurierte Dienstleistungsangebote: IBM führt IBM MobileFirst Supply and Management für Bereitstellung, Aktivierung und Verwaltungsoptionen von Geräten für iPhone und iPad mit Leasing-Optionen ein.

Das sagen die Unternehmen zum Deal

"iPhone und iPad sind die besten mobilen Geräte der Welt und haben in über 98 Prozent der Fortune 500- und in über 92 Prozent der Global 500-Unternehmen, die heute bereits iOS-Geräte einsetzen, die Art wie Menschen in ihren Unternehmen arbeiten, verändert," erklärt Apple-CEO Tim Cook. "Zum ersten Mal überhaupt bringen wir IBMs bekannte Big Data Analytics in die Finger von iOS-Anwendern, was Apple eine große Marktchance eröffnet. Dies stellt einen grundlegenden Schritt für Unternehmen dar und ist etwas, das nur Apple und IBM liefern können." "Mobilität – in Kombination mit den Phänomen Daten und Cloud – verändert das Geschäftsleben und unsere Industrie auf historische Art und Weise und erlaubt es Menschen Arbeit, Branche und Beruf zu überdenken," sagt Ginni Rometty, Chairman, President und CEO von IBM. "Die Allianz mit Apple wird auf unserem Schwung aufbauen, mit dem wir diese Innovationen weltweit zu unseren Kunden bringen und wird von IBMs führender Rolle bei Analytik, Cloud, Software und Services profitieren. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Apple, dessen Innovationen unser Leben in einer Art und Weise verändert hat, die wir für selbstverständlich halten, aber ohne die wir uns nicht mehr vorstellen könnten zu leben. Unsere Allianz wird die selbe Art an Veränderung in das Berufsleben der Menschen, die Tätigkeit ganzer Industriezweige und die Leistungsfähigkeit von Unternehmen bringen."

Warum macht Apple das?

Der Smartphone- und Tabletmarkt ist gesättigt - zumindest im Verbraucher-Geschäft. Im Unternehmensbereich steckt noch enormes Wachstumspotenzial. Allerdings verfügt Apple hier nicht über ausreichend Infrastruktur, um sich weltweit vor allem gegen Microsoft zu behaupten. Das ändert sich mit der IBM-Partnerschaft nun schlagartig.

Warum diese News historisch ist

Steve Jobs im Jahr 1983: Der Apple-Gründer zeigt dem IT-Riesen den Mittelfinger

Zugegeben: Für den Endkunden ist diese News ohne große Bedeutung. Und doch ist die Bekanntgabe enorm. Warum? Weil Apple ursprünglich angetreten war, um "Big Blue" den Kampf anzusagen. Weil Steve Jobs und Steve Wozniak etwas dagegen unternehmen wollten, dass Menschen etliche tausend Dollar für einen Computer zahlen müssen. Ihr erinnert Euch an den legendären Spot "1984", bei dem eine uniforme Masse in bester Utopia-Manier einem "Big Brother" zuhört? Damit waren IBM und seine Anhänger gemeint. Der Hammerwurf auf den Erzrivalen war eine Kampfansage an ein nach Apples Vorstellungen riesiges, unpersönliches, sogar einschüchterndes Unternehmen, das weit davon entfernt war, den Menschen das Leben zu erleichtern. Das war früher, als Apple noch der kleine Nobody war, nicht der wertvollste Konzern der Welt.

30 Jahre später scheint die alte Fehde vergessen. Wer weiß: Vielleicht erleben wir auch noch den Schulterschluss mit Samsung. Im Jahr 2044.

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