Im Kameravergleich: OnePlus 6 vs. Huawei P20 Pro, Galaxy S9 und iPhone X

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OnePlus 6, Huawei P20 Pro, Galaxy S9 Plus und iPhone X im Kameravergleich.
OnePlus 6, Huawei P20 Pro, Galaxy S9 Plus und iPhone X im Kameravergleich.(© 2018 CURVED)

Drei Dualkameras und eine Triple-Kamera stellen sich dem Vergleich im Alltagstest. Wie das OnePlus 6, Huawei P20 Pro, iPhone X und Samsung Galaxy S9 Plus mit Kontrasten umgehen und wozu die zweite oder sogar dritte Linse gut ist, erfahrt ihr hier.

Während das OnePlus 6, das iPhone X und das Galaxy S9 über zwei Kameralinsen verfügen, stehen dem P20 Pro sogar drei Linsen zur Verfügung. Das Smartphone errechnet aus dessen Bildinformationen am Ende ein Foto mit einer Auflösung von zehn Megapixeln. Beim iPhone X und dem S9 Plus sind die Aufnahmen am Ende zwölf Megapixel groß, beim OnePlus 6 gar 16 Megapixel. Allen gemeinsam ist, dass ihr Bokeh-Aufnahmen mit extra unscharfen Bildhintergrund erstellen und auf einen Zoom zurückgreifen könnt.

Portrait- und Zoom-Modi im Vergleich

Von einzelnen Stellen – etwa das linke Brillenglas beim iPhone oder der rechte Brillenbügel in der Frontalansicht – abgesehen, schaffen es alle vier Smartphones ziemlich gut, den unscharfen Hintergrund vom Motiv im Vordergrund zu trennen. Mein Bart sorgt aber mitunter für Verwirrung und wurde im Test auch schonmal zum Hintergrund gezählt. Aber auch wenn er scharf sein sollte, stellen die vielen kurzen Haare offenbar noch eine Herausforderung für die Kameras dar. Mir scheint, dass OnePlus im Portrait-Modus, der bei Samsung "Live-Fokus" heißt, eine Beauty-Funktion fest eingebaut hat. So konnte ich nichts daran ändern, dass die Portraits beim OnePlus 6 weichgezeichnet wirken – was mir nicht so gut gefällt.

Besser gefällt mir hingegen das Zoom-Feature. Es ist zwar kein richtiger optischer Zoom, sondern eher ein Nebeneffekt unterschiedlicher Brennweiten der Linsen. Aber qualitativ ist die Zoom-Vergrößerung auf jeden Fall besser als eine digitale Vergrößerung eines Fotos. So erhält man als Fotograf einen größeren Gestaltungsspielraum. Hier erweisen sich die drei Linsen des Huawei P20 Pro als Vorteil. Sie erlauben nicht nur eine zweifache Vergrößerung wie die Dualkameras, sondern sogar eine drei- und eine fünffache Vergrößerung – und das ohne direkt sichtbare Qualitätseinbußen.

Panorama-Aufnahmen setzten alle vier Smartphones übrigens gut zusammen. Die größten Unterschiede sind, dass ihr mit dem iPhone X und dem Huawei P20 Pro nur etwa 180 Grad schafft. Mit dem Galaxy S9 Plus und dem OnePlus 6 sind es mehr als 360 Grad.

Farben, Detailgenauigkeit und Kontraste aller Modelle

Vergleicht man die Farbdarstellung der verschiedenen Kameras, mischen das iPhone X und das Galaxy S9 Plus etwas Gelb und das OnePlus 6 etwas Rot bei. Beim Huawei P20 Pro erstrahlt das Weiß meiner Ansicht nach am weißesten und kommt damit der Realität am nächsten. Die leicht eingefärbten Varianten sehen für sich genommen aber gut aus und gefallen dem Auge des Betrachters unter Umständen sogar besser, da die Farben bei ihnen gesättigter wirken.

Bei der Detailgenauigkeit fällt es sehr schwer, überhaupt Unterschiede zu erkennen. Wenn ich ganz genau hinschaue, meine ich, dass ich beim Galaxy S9 Plus und beim iPhone X etwas mehr Details als beim OnePlus 6 und beim P20 Pro wahrnehme.

Auch ohne aktiven HDR-Modus kommen die vier Kameras gut mit starken Kontrasten zurecht. Der HDR-Modus gleicht aber trotzdem dunkle und helle Bereiche noch etwas mehr aus und sorgt so meistens für eine etwas höhere Detailgenauigkeit. Einen richtigen Favoriten kann ich hier nicht ausmachen. Allerdings fällt mir bei dem Testbild auf, dass das P20 Pro sehr ins Blaue geht.

Und wie schlagen sich die Kameras bei Nacht?

In der Nacht bzw. wenn es richtig dunkel wird sind die Kameras und ihre Software noch stärker gefordert als am Tag. Dann sind die Unterschiede in der Bildqualität auch am stärksten. Für mich schafft es das Galaxy S9 Plus in diesem Vergleich nur auf den vierten Platz – liegt aber immer noch vor vielen anderen Smartphone-Kameras.

Das OnePlus 6 und das iPhone X zeigen einfach mehr Details. Wobei das OnePlus 6 sogar mit stark unterschiedlich hellen Bereichen besser zurechtkommt und etwa ein erleuchtetes Schaufenster nicht nur als helle Fläche darstellt. Noch besser schafft dies aber das Huawei P20 Pro, dass die Aufnahmen extrem nachbearbeitet und so zum Beispiel das gelbe Licht der Straßenlaternen verschwinden lässt. Damit sorgt es aber für ein sehr ausgeglichen beleuchtetes Foto mit vielen Details – und das trotz Dunkelheit.

Frontkamera: Selfies für alle

Die Auflösungen der Frontkameras sind sehr unterschiedlich. Während die Selfies des iPhone X sieben und die des Galaxy S9 Plus acht Megapixel groß sind, liefern das OnePlus 6 Bilder mit 16 und das Huawei P20 Pro mit 24 Megapixeln.

Ein Unterschied, der im ersten Moment auf dem Smartphone-Display nicht auffällt. Da sehen alle Selfies ordentlich aus. Betrachtet man die Aufnahmen allerdings genau, fällt auf, dass OnePlus 6 die geringste Detailgenauigkeit liefert. Etwas besser sieht es beim P20 Pro aus. Jedoch am besten gefallen mir trotz oder gerade wegen der niedrigeren Auflösung die Selfies des iPhone X und Galaxy S9 Plus.

Für eine bessere Belichtung, vor allem wenn der Himmel mit im Bild ist, kann ich den HDR-Modus bei Selfies nur empfehlen. Den gibt es beim P20 Pro allerdings nicht.

Fazit

Geht es um die Bildqualität der Kameras, bewegen sich alle vier Smartphones auf einem sehr hohem Niveau. Betrachtet man aber das Gesamtpaket aus Front- und Rückkamera in verschiedenen Situationen, schafft es das OnePlus 6 für mich auf den dritten Platz. Es folgen auf einem gemeinsamen zweiten Platz das Samsung Galaxy S9 Plus und das iPhone X – mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Auf dem ersten Platz steht das Huawei P20 Pro, das auf Knopfdruck die besten Bilder liefert und für Zufriedenheit beim Fotografen sorgt.

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