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Google+: Volkszählung in der Geisterstadt

Mehr als 60.000 Mal wurde unser Google+-Profil seit dem Launch vor zwei Monaten abgerufen
Mehr als 60.000 Mal wurde unser Google+-Profil seit dem Launch vor zwei Monaten abgerufen (© 2014 Google+/CURVED )
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01.04.14 von

Curved-Redaktion

Twitter experimentiert noch, Google schafft nun Fakten: Nutzer von Google+ können jetzt die Abrufe ihrer Inhalte kontrollieren.  Es scheint, als wolle Google mit der Macht der Statistik dokumentieren, dass sein soziales Netzwerk partout keine Geisterstadt sei. 

Google versucht erneut, mit erweiterten Features seines sozialen Netzwerks zu punkten. Nach der Editierbarkeit von Posts, auf die man bei Facebook bis vor wenigen Wochen warten musste, folgt nun der Einblick in die eigene Statistik. Seite heute bekommen Google+-Nutzer die Anzahl der aufgerufenen Inhalte (Profil-Seite, einzelne Posts, Fotos),  angezeigt. Die automatisierte Anzeige lässt sich aber auch wieder deaktivieren.

Mit dem Feature scheint Google der anhaltenden Skepsis begegnen zu wollen, die sich weiter um sein vor knapp drei Jahren gelaunchtes soziales Netzwerk rankt. Google+ war zunächst furios gestartet und hatte binnen weniger Monate die 100 Millionen-Mitglieder-Grenze geknackt. Inzwischen verfügt der Facebook-Konkurrent über 300 Millionen aktive Nutzer und über 500 Millionen registrierte Profile.

Nachweis der Besucherzahlen: Eine Rechtfertigung, kein Killerfeature

Trotzdem hat sich Google+ nie als echter Facebook-Herausforderer etablieren können. Legendär ist die Kritik des Wall Street Journals, das Googles soziales Netzwerk als „virtuelle Geisterstadt“ brandmarkte. Social Media-Experte Brian Solis hatte seinerzeit kritisiert: "Niemand braucht ein weiteres soziales Netzwerk."     

Daran kann es nicht gelegen haben, dass Google+ in der öffentlichen Wahrnehmung weiter bestenfalls eine untergeordnete Rolle spielt: Instagram erlebte in den vergangenen zwei Jahren einen enormen Userzuwachs, während das eher nüchterne Business-Netzwerk LinkedIn inzwischen mehr Mitglieder verzeichnet als Twitter.

Auf der Entwicklerkonferenz i/o wurde Google+ im Juni 2011 enthüllt. Drei Jahre später muss sich der Internetriese etwas einfallen lassen, um nachzuweisen, dass Google+ mehr ist als eine großformatige Community von Gmail-Kontakten. Der Nachweis der Besucherzahlen, der bislang übrigens nur auf der Desktopversion, nicht aber dem Smartphone erfolgt, wirkt eher wie eine Rechtfertigung, nicht wie ein Killerfeature.

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