Kurioses Urteil: Familienmitglieder dürfen sich per WhatsApp beleidigen

Lästern über WhatsApp: Für Familien gelten besondere Regeln
Lästern über WhatsApp: Für Familien gelten besondere Regeln(© 2017 CURVED)

Zoff unter Familienmitglieder wird teilweise auch über WhatsApp ausgetragen. Rechtliche Konsequenzen müssen die Beteiligten deswegen nicht befürchten. Das hat nun das Oberlandesgericht Frankfurt am Main entschieden.

Das OLG befasste sich im Rahmen einer Unterlassungsklage mit dieser Problematik: Ein Mann wollte verhindern, dass sich seine Schwiegermutter auf WhatsApp über ihn auslässt, und zog deshalb vor Gericht. Die Frau hatte sich in Nachrichten an ihre Schwester negativ über den Kläger geäußert, wie der Spiegel berichtet. Das Gericht sah allerdings keinen Grund einzugreifen und hat die Klage abgewiesen. Denn enge Verwandte sollen sich untereinander aussprechen können, ohne rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen. Die Rede ist von einer "beleidigungsfreien Sphäre".

Protokoll über Kindesmisshandlung

Der Ursprung des Familienstreits geht offenbar in das Jahr 2016 zurück: Wie der Mann selbst zu Protokoll gab, sei er gegenüber seinem Sohn handgreiflich geworden. Mit einem Griff in den Nacken und einem Schubser wollte er offenbar dafür sorgen, dass sein Sprössling den Raum schneller verlässt, in dem er sich aufhielt. Die Ehefrau habe den Vorgang gefilmt und das Video an ihre Mutter weitergeleitet.

Daraufhin habe die Schwiegermutter diese und andere Misshandlungen des Mannes in einem Protokoll festgehalten. Dieses soll sie dann zusammen mit dem Video per WhatsApp an ihre Schwester geschickt haben – mit der Bitte beides an ihre Mutter weiterzuleiten. Außerdem habe sie den Mann wegen Kindesmisshandlung angezeigt und die Aufnahme der Polizei und dem Jugendamt gezeigt.

Der Mann klagte daraufhin vergeblich auf Unterlassung. Das Gericht begründete das Urteil folgendermaßen: Der gute Kontakt und die Verwandschaft zu den Adressaten der WhatsApp-Nachrichten berechtigten die Frau dazu, sich ihren Verwandten wie beschrieben anzuvertrauen. Die  Kriminalpolizei und das Jugendamt habe sie ohnehin informieren dürfen.


Weitere Artikel zum Thema
Galaxy S10 Plus: Diesen exklu­si­ven Fort­nite-Skin erhal­ten Vorbe­stel­ler
Francis Lido
Auf dem Samsung Galaxy S10 Plus macht "Fortnite" sicherlich viel Spaß
"Fortnite"-Fans haben einen zusätzlichen Grund, das Samsung Galaxy S10 Plus vorzubestellen: Sie erhalten offenbar ein exklusives Outfit für das Spiel.
Nike: Update kann selbst­schnü­rende Schuhe außer Gefecht setzen
Christoph Lübben
Die Schnürfunktion der Nike Adapt lässt sich per Smartphone steuern
Die Nike Adapt sind plötzlich gar nicht mehr so smart: Mit einem Update könnt ihr die selbstschnürenden Schuhe offenbar zum Teil nutzlos machen.
Deezer und re:publica wollen mit Podcast-Wett­be­werb Talente fördern
Tina Klostermeier
Deezer will seine Podcast-Sparte stärken und sucht gemeinsam mit der re:publica im Podcast-Wettbewerb "Originals gesucht" junge Talente.
Deezer will seine Podcast-Sparte stärken und sucht gemeinsam mit der re:publica im Podcast-Wettbewerb "Originals gesucht" junge Talente.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.