Microsoft entwickelt ein Android-Windows-10

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Android-Vielfalt kann auch Nachteile haben
Android-Vielfalt kann auch Nachteile haben(© 2014 CC: Flickr/jakemaymar)

Ein ROM, sie alle zu binden: Um mehr Menschen von Windows 10 zu überzeugen, entwickelt Microsoft eine Software, die das Betriebssystem auf Android simuliert. Ein Modell mit Riesenpotenzial.

Der Versuch ist Teil des Windows Insider-Programms, wie TechCrunch berichtet. Zum Start bekommen ausgewählte Besitzer des Xiaomi Mi4 die Möglichkeit, ein von Microsoft entwickeltes ROM auf ihrem Smartphone zu installieren. Das bringt nicht nur einzelne Features von Windows 10 für Smartphones mit, sondern soll das mobile Betriebssystem aus Redmond recht detailgetreu simulieren.

Warum China? Warum Xiaomi? Während europäische Smartphone-Nutzer es gewohnt sind, alle paar Monate ihre Geräte mit der offiziellen Software des Herstellers oder Providers zu aktualisieren, ist in China das ständige Flashen mit alternativer Software fast schon Volkssport. Xiaomi etwa versorgt seine Nutzer wöchentlich mit Updates. Insofern ist es für Chinas aufstrebenden Drachen keine Besonderheit, nun in Zusammenarbeit mit Microsoft ein weiteres ROM anzubieten.

Nur in China?

Für Microsoft hingegen ist das Neuland. In mehrfacher Hinsicht: Windows spielt im Reich der Mitte auf Smartphones und Tablets keine Rolle. Doch mit Xiaomis engagierter Community dürfte der Konzern wertvolle Informationen sammeln, wie sich Nutzer vom Wechsel auf Windows 10 überzeugen lassen. Allerdings ist es fraglich, inwiefern das Feedback aus Fernost auf westliche Nutzungsszenarien übertragbar ist.

Zweifelsohne ist die Kooperation mit Xiaomi nur ein Testballon. Doch wer sagt, dass es hier aufhören muss? Auch wenn aus dem Deal mit Cyanogen, bei dem der Konzern Anteile am alternativen ROM-Produzenten erworben hätte, nichts geworden ist, so lässt sich doch eine Strategie erkennen: Bislang nutzen die Redmonder günstige Lumias, um Nutzer für Windows zu begeistern. Noch günstiger und schneller ginge das aber zweifelsohne mit einem ROM, das sich Android-Nutzer bei Gefallen auf ihr Android-Smartphone installieren könnten.

Ohne die Software gesehen zu haben, gehen wir einmal davon aus, dass sie natürlich längst nicht so performant wie ein natives Windows 10 sein dürfte. Das muss sie aber auch nicht. Allerdings ließ dessen Vice President International, Hugo Barra, jüngst noch verkünden, dass die Software-Suiten nicht außerhalb von China zur Verfügung stehen werden. Insofern ist die Zusammenarbeit zwischen Microsoft und Xiaomi nicht als Partnerschaft zu verstehen.

Doch vielleicht als Beginn einer solchen? Zunächst geht es für Microsoft erst einmal darum, Erfahrungen für den chinesischen Markt zu sammeln. Dafür ist Xiaomi der richtige Partner. Zumal Chinas größter Smartphone-Produzent dabei ist, weltweit zu expandieren. Hat das Modell Erfolg, stünde einer umfangreichen Partnerschaft nichts im Wege. Vor allem in westlichen Ländern dürften Nutzer Windows als Marke mehr Vertrauen schenken als Xiaomis MIUI.

Die Aktion soll in den kommenden Monaten anlaufen. Wir werden versuchen, Microsofts Custom-ROM auf dem Mi4 zu installieren und verraten Euch, wie sich das Android-Windows in der Praxis schlägt. 


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