Mobile World Congress: Größer & besser – aber sicherer?

Der Mobile World Congress in Barcelona beginnt am 24. Februar
Der Mobile World Congress in Barcelona beginnt am 24. Februar(© 2014 CC: Flickr/melenita2012)

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona, der weltgrößten Handymesse, überbieten sich Smartphone-Hersteller wieder mit Höchstleistungen und zeigen, welche Geräte künftig in unseren Taschen stecken. Doch die größte Herausforderung steht ihnen noch bevor.

Die Zeichen stehen gut dafür, dass es ein gutes Jahr wird, vor allem ein gutes Smartphone-Jahr. Und das sowohl für Nutzer wie auch für Hersteller. Nie zuvor wurden mehr Geräte verkauft, alleine für Deutschland wird ein Absatz für rund 30 Millionen Einheiten erwartet. Statistisch gesehen hat inzwischen jeder Deutsche mindestens ein Smartphone, mit dem er surft, telefoniert oder Apps nutzt – der Computer wird immer weniger genutzt. Und noch nie war die Auswahl an Geräten, die das Licht der Welt erblicken, so groß, wie 2014. Und was genau das Jahr an neuen Smartphones bringt, wird wieder einmal auf dem Mobile World Congress präsentiert, der größten und wichtigsten Handymesse der Welt.

Außer Apple, die traditionell nur eigene Messen veranstalten, zeigen alle großen Hersteller ihre neuen Highlights in Barcelona.  So stellt Samsung das Galaxy 5 vor, das neueste Mitglied der überaus erfolgreichen Galaxy-Familie. Erwartet wird, dass das Gerät mit einem Fingerabdrucksensor ausgestattet sein wird. Auch im Gepäck haben die Koreaner ein Tablet, dass dank flexiblen Display zusammengefaltet werden kann.

HTC wiederum hat zwar kurz vor Beginn der Mobilfunkmesse angekündigt, das neue HTC One erst Mitte März vorzustellen, dass man in Barcelona aber schon einmal einen Blick das Flaggschiff des Herstellers werfen kann, steht außer Frage. Schon jetzt geistern Bilder des Gerätes durch das Internet, die belegen, dass sich rein äußerlich kaum etwas ändern wird. Wie auch beim Flaggschiff von Sony, die den Nachfolger des Z1 präsentieren werden. Die Bauform bleibt wohl gleich, dafür wird die Kamera des Geräts höchstwahrscheinlich Videos im hochauflösendem 4K-Format aufzeichnen.

Huawei ist auf Rekorde aus

Nicht zu vergessen LG, deren Geräte weiter zeigen, was mit gebogenen Displays möglich ist. Nicht unterschätzen darf man wiederum Lenovo: Der weltweit größte PC-Hersteller hat erst kürzlich Motorola von Google gekauft, und will nun mit eigenen Geräten auch den Smartphone-Markt erobern. Huawei dagegen ist eher auf Rekorde aus und bringt wahrscheinlich, das größte, leichteste oder dünnste Smartphone mit, und will damit vor allem den lukrativen Einsteigermarkt beherrschen.

Doch trotz der schieren Mengen an Neuvorstellungen ist schon vorm Startschuss der Messe klar, dass es für die Hersteller immer schwieriger wird, optisch außergewöhnliche Geräte herstellen. Die Bauform der Smartphones und der Wunsch der Konsumenten setzen enge Grenzen beim Design. Das große Display reicht bis zum Rand der schmalen Hardware, das Gehäuse ist so schlank, dass man bei der Gestaltung und Positionierung der Schalter und Anschlüsse kaum noch Spielraum hat. Lediglich beim Material für das Gehäuse können die Hersteller mit Lederimitaten, Metall-Legierungen oder hochwertigem und buntem Kunststoff punkten.

So liegt das Augenmerk vor allem bei den Funktionen, hier gibt es geradezu ein Wettrüsten. Ob riesige HD-Displays, Super-Akkus, Megapixel-Monster: Wer heute noch Käufer allein mit der Ausstattung locken will, muss in die vollen gehen. Oder darauf hoffen, mit der Wahl des Betriebssystems zu überzeugen. So wird Nokia mit neuen Geräten zeigen, dass auch Geräte mit Windows Phone 8 mehr sind, als nur ein exotisches Experiment.

Alle warten gespannt auf Zuckerberg

Neben der Vielzahl an neuen Geräten und Services wird aber vor allem der Auftritt von Mark Zuckerberg mit Spannung erwartet werden. Der Facebook-Chef hält auf dem Mobile World Congress die Eröffnungs-Keynote. Er wird etwas darüber erzählen, warum Mobile immer wichtiger wird, wie sich unsere Kommunikation verändert hat und noch weiter verändern wird. Und vielleicht wird dann nach seiner Rede auch klar, warum ihn der Kauf des weltweit erfolgreichsten Messenger-Dienstes Whatsapp nur ein paar Tage zuvor 16 Milliarden Euro Wert war.

Aber sein Auftritt zeigt vor allem eines: Die Hardware ist nur so gut wie die Services, die man damit nutzt. Und fast alle Services sind in irgendeiner Form mit dem Internet verbunden. Und da auf den Geräten persönliche und sensible Daten gespeichert sind, stehen sowohl Smartphone-Hersteller als auch Dienstanbieter 2014 vor ihrer wahrscheinlich größten Herausforderung: diese Daten zu schützen. Ein Jahr nach NSA und Edward Snowden sind Konsumenten vorsichtiger geworden, wem sie ihre Daten anvertrauen. Denn auch das zeigte Zuckerbergs Kauf von WhatsApp: Aus Angst, dass nun Facebook an die Telefonnummern und Adressen ihrer Kontakte kommen, kehrten allein in Deutschland Millionen Nutzer dem Dienst den Rücken und suchten sich andere Messenger-Dienste.

Es wird klar, dass große Konzerne nicht mehr auf die Loyalität ihrer Kunden zählen können, da es inzwischen genug andere Alternativen gibt – zumal viele dieser Alternativen ähnlich zu bedienen sind und die Umgewöhnung daher leicht fällt. Auf dem Mobile World Congress wird sich zeigen, wie Hardwarehersteller, Mobilfunkanbieter und Software-Unternehmen mit dieser Situation umgehen und das Vertrauen ihrer Kunden auch künftig sichern wollen. Wenn es ihnen gelingt, wird es tatsächlich ein gutes Jahr für jeden Smartphone-Besitzer.


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