NanoAI: Wie Bragi mit einfachen Mitteln alle Geräte smart machen will

Nicht nur mit The Dash will Bragi die Welt vernetzen
Nicht nur mit The Dash will Bragi die Welt vernetzen(© 2017 Bragi)

Bragi kennt ihr vielleicht als Hersteller der kabellosen In-Ear-Kopfhörer The Dash. Was viele nicht wissen: Das Unternehmen ist weit mehr als ein Kopfhörer-Hersteller. Mit sogenannten Edge Computern will man zuerst viele Geräte und dann ganze Städte smart machen. 

Von wegen Kopfhörer-Hersteller. Zwar hat sich das deutsche Start-up Bragi mit den The Dash, The Dash Pro und The Headphone einen Namen als Pionier bei komplett kabellosen In-Ears gemacht, das war aber nur der Anfang. Denn das Unternehmen aus München arbeitet längst an der Umsetzung einer sehr viel größeren Version: möglichst viele Geräte aus dem Alltagsleben intelligent zu machen und so schlussendlich ganze Städte smart zu machen.

NanoAI und die smarte Bohrmaschine

NanoAI heißt Bragis Software, die eines Tages die Welt miteinander vernetzen soll, ohne dabei selbst am Netz zu hängen. Denn NanoAI arbeitet lokal, zum Beispiel auf sehr minimalistisch ausgestatteten Mini-Computern, und hat keinen Zugriff auf die Cloud. Das macht die Lösung nicht nur sicherer, sondern auch unabhängiger vom mobilen Internet oder WLAN. Die Software, das sagt Bragi-Chef Nikolaj Hviid im Pressegespräch auf dem MWC, sei wesentlicher effizienter als die der Konkurrenz.

Einen möglichen Anwendungsfall erklärt Hviid am Beispiel einer Bohrmaschine. Mit integrierter NanoAI-Unterstützung könnte das Gerät selbstständig erkennen, ob der Anwender den richtigen Aufsatz verwendet , um etwa durch Holz oder Beton zu bohren. Außerdem könne die Maschine sich rechtzeitig selbst abschalten, wenn der Anwender Gefahr läuft, eine Stromleitung zu treffen. Zu guter Letzt könnte die Maschine noch Verschleiß erkennen und Warnungen ausgeben, wenn es an der Zeit ist, Ersatz zu beschaffen.

Ebenso denkbar wären Lösungen fürs smarte Zuhause, etwa für die Lichtsteuerung. Das gibt es zwar schon. Bragis Lösung hat aber den Vorteil, dass sie nicht auf die Cloud zurückgreifen muss. Der Vorteil für den Nutzer: Niemand muss Angst davor haben, ausspioniert zu werden. Aber auch da ist das Ende der Möglichkeiten noch nicht erreicht. Vom Einsatz in Sportschuhen bis hin zu smarten Medizinlösungen ist laut Hviid alles denkbar.

NanoAI soll The Dash nicht ersetzen

Ein Zaubermittel, das sofort alles intelligenter macht, ist NanoAI allerdings nicht. Unternehmen, die die Technik einsetzen wollen, müssen die künstliche Intelligenz erst auf die speziellen Anwendungsgebiete trainieren. Der Vorteil: NanoAI kann weiter dazulernen und so verbessert werden. Erste Partnerschaften mit anderen Unternehmen hat Bargi bereits geschlossen. Wann die ersten Produkte mit NanoAI auf den Mark kommen, lässt sich aber noch nicht genau sagen.

Das Ende der Kopfhörerentwicklung soll NanoAI übrigens nicht darstellen. Zwar stehe die künstliche Intelligenz im Vordergrund. Dennoch werden auch die In-Ears stetig weiterentwickelt und mit neuen Funktionen, wie zuletzt etwa Amazons Alexa, ausgestattet.


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