PlayStation 5: Warum ein Release in 2017 Unfug ist

Die Playstation 4
Die Playstation 4(© 2016 CURVED)

Die Playstation 5 kommt Ende 2017! Sagt, glaubt, behauptet zumindest Damian Thong. Es klingt ein wenig wie ein Hirngespinst, tatsächlich hatte der Analyst vergangenes Jahr aber die PS4 Slim und Pro korrekt vorausgesagt. Trotzdem hoffe ich, dass er diesmal falsch liegt.

Ihr habt noch nie von Damian Thong gehört? Ebenjener Mensch, seines Zeichens nach Analyst bei Macquarie Capital Securities, hat jüngst geglaskugelt, dass Sony in absehbarer Zeit die PlayStation 5 veröffentlichen werde. Nicht bloß ankündigen, nein, in den Handel bringen! Für Thong scheint festzustehen, dass der Nachfolger der PS4/ Pro bereits zum Weihnachtsgeschäft 2017 (sic!) verkauft werde, also in einem halben Jahr. Zu dem Zeitpunkt wäre die PS4 vier Jahre und die PS4 Pro gerade mal ein Jahr alt. Zusammengerechnet kommen sie halbwegs auf die Jahre, die ein Konsolenzyklus für gewöhnlich dauert. Aber was ist dieser Tage schon gewöhnlich? Schon Anfang des Jahres hatte Thong prophezeit, dass die PS5Weihnachten 2018 erhältlich sein werde. Vermutlich hatte sich seine Glaskugel bloß verrechnet.

Die PS4 ist gerade mal vier Jahre alt

Nun muss man Thong zugute halten, dass er in der Vergangenheit bereits die PS4 Slim und die Pro treffend vorausgesagt hatte, allerdings mit weniger Abstand zwischen Voraussage und Veröffentlichung der Konsolen. Dennoch hoffe ich, dass er sich dieses Mal irrt. Denn die PlayStation 4 ist noch nicht mal vier Jahre alt und hätte selbst ohne das Pro-Update noch ein paar gute Jahre vor sich. Man muss sich nur mal anschauen, welche Spiele Sony bereits auf der E3 2016 angekündigt hatte, deren Veröffentlichungen noch ausstehen.

Angesichts der vielen Exklusivtitel, die in den kommenden Monaten und Jahren noch erscheinen, sehe ich keinen validen Grund, warum Sony einer Basis von über 40 Millionen Spielern – und weiterhin wachsend – so unvermittelt das Wasser abgraben sollte. Denn meinem Verständnis nach würde die PS5 einen vollständigen Generationswechsel bedeuten. Das heißt: Die für die PS5 entwickelten Spiele wären nicht mit alten Systemen kompatibel. Und sollte die nächste PlayStation nicht zumindest abwärtskompatibel sein, sollte Sony seine Veröffentlichungspolitik noch mal überdenken. Dass Spieler beim Konsolenwechsel ungern ihre alte Spielebibliothek zurücklassen, hat Microsoft verstanden und bietet ein entsprechendes Angebot an. Sony tut sich bis heute damit schwer, PS3-Spiele abseits von Remasters auf der PS4 weiterleben zu lassen.

Der PC als Konkurrent?

Aus rein technischer Sicht wäre ein Release in diesem Jahr ebenfalls unsinnig. Den PC, den Sony schon in der Kommunikation zur PS4 Pro als direkten Konkurrenten genannt hatte, holt ein starres System wie eine Spielekonsole ohnehin nie ein. Aber das ist auch nicht die Idee einer Konsole und sollte insofern auch nicht Triebfeder sein, die Lebenszyklen auf das Niveau von Smartphones anzupassen. Wenn ich jedes Jahr High-End haben will, baue ich mir einen PC zusammen. Bei einer Konsole will ich die Gewissheit, alle Games problemlos spielen zu können. Außerdem bekomme ich als PlayStation-Nutzer exklusive Titel, die mir keine andere Plattform bietet und entsprechend für das System optimiert sind. Grafische Perlen, wie "Horzion Zero Dawn" zum Beispiel, sehen selbst auf der klassischen PS4 toll aus.

Selbst aktuelle Marketing-Lieblinge, wie "4K" und "HDR", sind bei Weitem noch nicht so stark verbreitet, dass es zwingend einen Grund gäbe, den Technologievorsprung aufzuholen. Dass sich Sony bei so etwas schon mal verbrannt hat, daran erinnert ihr damaliger Enthusiasmus, den 3D-Trend unbedingt mitnehmen zu wollen. Heute interessiert das auch niemanden mehr. Zudem ist die PS4 Pro schon in der Lage, 4K-Inhalte künstlich darzustellen. Ein Kaufgrund dürfte das aber für die wenigsten Nutzer sein.

Leistung hat ihren Preis

Dass Nintendo mit der Switch einen neuen Weg eingeschlagen hat, sollte Sony genauso wenig verunsichern wie Microsofts Leitungsbestie Xbox Scorpio. Wenngleich die Specs des Xbox-Updates auf dem Papier durchaus beeindruckend klingen, bleibt die Konsole Teil des Xbox-One-Ökosystems. Exklusive Titel wird es also auch da nicht geben. Darüber hinaus haben die sechs Teraflops Rechenleistung natürlich auch ihren Preis, der höher ausfallen dürfte als der der PS4 Pro. Und wenn wir ehrlich sind, hat Sony mit der Pro bereits einen starken, wenngleich nicht ganz so potenten Mitbewerber für die Scorpio ins Rennen geschickt. Wenn jetzt jemand liefern muss, dann Microsoft. Derweil können wir uns entspannt zurücklehnen und uns auf die E3 und die vielen neuen Spiele freuen.

Mal abgesehen davon vermute ich, dass Sony durchaus hinter verschlossenen Türen schon an einer neuen Konsole arbeitet. Denn für gewöhnlich beginnt die Entwicklung neuer Hardware bereits zum Start der vorherigen. Aber was ist dieser Tage schon gewöhnlich?

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