Rihanna, Kanye West und ein Phantom namens McCartney

Unfassbar !10
Nicht Mad Max reloaded, sondern Rihannas, Kanye Wests und Paul McCartneys voller Ernst anno 2015
Nicht Mad Max reloaded, sondern Rihannas, Kanye Wests und Paul McCartneys voller Ernst anno 2015(© 2015 Facebook/rihanna)

Das neue Musikjahr 2015 fängt vermeintlich gut an: Neue Singles von Rihanna und Kanye West landen auf Euren Smartphones! Doch es liegt nicht an Euren Kopfhörern, dass „FourFiveSeconds“ und „Only One“ so klingen wie eine Warmsing-Session. Ein Abgesang auf zwei Popikonen und ein Phantom.

Ach, RiRi.

Was haben wir gewartet.

Du gabst uns Umbrella, Du gabst uns Diamonds. Du warst das Only Girl in the World: Selbst unsere Weltmeister in Rio konnten in der Stunde ihres größten Triumphes nicht schnell genug ein Selfie mit Dir bekommen..

Dabei hattest Du Dich doch von Instagram verabschiedet und warst nur noch als Erfolgstwitterin auf 140 Zeichen unterwegs. So eine Social Media-Auszeit kann schließlich sehr wohltuend sein – ich weiß #ausgruenden, wovon Du sprichst.

Doch nun endlich das Comeback nach drei langen Jahren. Endlich das Lebenszeichen, endlich das erste Video. Und dann: lange erst mal nichts mehr. Totale Fassungslosigkeit.

 

Ist das der Trailer zur Single? Eine Unplugged-Session? Eine Replik an Kanye West, der denselben Minimalismus-Zirkus vor ein paar Wochen vorgemacht hat? Wieder ein Schwarzweiß-Video. Wieder keine R&B-Elemente. Wieder Minimalismus. Wieder Paul McCartney!

Irgendwann nach 30 Sekunden die Einsicht: Du meinst das wirklich ernst. Es dauert ja immer ein bisschen, bis man realisiert, dass aus Spaß Ernst wird. Das hier aber kann unmöglich Dein Ernst sein. Und Spaß macht es schon gar nicht.

Ein Neustart soll es sein: Jeans statt Latex. Paul McCartney statt Drake.

FourFiveSeconds ist der extrem augenscheinliche Versuch, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Ein Neustart soll es sein. Keine nackten Tatsachen mehr. Keine wummernden R&B-Bässe. Akustik und hochgeschlossen. Jeans statt Latex.  Paul McCartney statt Drake. Kanye West statt Kanye West.

Der Vollzeit-Gatte von Kim Kardashian hat ja vor einigen Wochen mit der Schwarz-Weiß-Video-Paul McCartney-Akustik-Masche angefangen.

Wenn einem nichts Besseres einfällt, geht man schließlich zurück zu seinen Wurzeln. Oder wird Vater. Vater werden geht immer. Auch als neue Rolle. Sogar der Dad-Dance wurde einstudiert. Es ist die deutlichste Zäsur, der Welt zu sagen: Hallo, ich habe mich verändert. Bin so viel weiser geworden. Reifer. Ein besserer Mensch. Eine Win-Win-Win Situation also.

„FourFiveSeconds“ und „Only One“:  Warmsing-Song und Gute-Nacht-Lied

Womit die Frage nach den Verlusten aufgeworfen wird. Oft genug sind sie meist kreativer Natur. Only One klingt nach einem Warmsing-Song oder einem Gute-Nacht-Lied. Das Video sieht aus wie ein Heimvideo aus der Video-8-Ära. Warum Spike Jonze Regie geführt haben soll – ein Rätsel.

Warum Rihanna dann zusammen mit Kanye West dahersingt wie eine Straßenmusikantin – ein noch größeres Rätsel. Warum Paul McCartney bei beiden Pate stand? Das größte Rätsel. Warum der 72-jährige, längst zum Ritter geschlagene Ex-Beatle sich die Cameo Appearances antut – am unklarsten. (Auch für Fans der R&B- und HipHop-Ikonen, übrigens.)

Doch es gibt noch einen Funken Hoffnung: Es gibt einen guten Moment – bei Sekunde 20 gibt uns RiRi diesen Blick, der verheißt: Da geht noch was. Ein grandios versemmeltes Comeback in Denim-Jeans kann schließlich noch nicht alles gewesen sein…


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