Sesame: Smartphone-Steuerung mit Kopferkennung

Sesame Touch-Free Smartphone
Sesame Touch-Free Smartphone(© 2014 Sesame)

Die Ice Bucket Challenge hat der Nervenkrankheit ALS große Aufmerksamkeit beschert und viel Geld für den guten Zweck zusammen getragen. Im fortgeschrittenen Stadium können die Patienten teilweise nur noch ihren Kopf bewegen. Das Projekt Sesame will ALS-Patienten und anderen Menschen, die ihr Smartphone nicht mehr mit den Händen steuern können, helfen und hat eine Software entwickelt, die Bewegungen des Kopfes erkennt und auf die Android-Benutzeroberfläche überträgt.

Kurz nachdem Ben Dov im israelischen Fernsehen ein Computerspiel vorgestellt hatte, das mit Kopfbewegungen gesteuert wurde, bekam er einen Anruf von einem Unbekannten. Der Mann am Telefon war Giora Livne, ein ehemaliger israelischer Marinesoldat und Elektro-Ingenieur, der seit sieben Jahren querschnittsgelähmt ist. Er erzählte, dass er in den letzten Jahren kein Telefon mehr ohne Hilfe benutzen und so auch keine privaten Gespräche führen oder SMS verschicken konnte. Livne bat Dov um Hilfe und fragte: "Können Sie ein Smartphone machen, das ich benutzen kann?" Aus diesem Gespräch ist in den letzten zwei Jahren Sesame entstanden.

Vom großen Spendensegen im Zuge der Ice Bucket Challenge hat das Team hinter Sesame nicht profitiert und will jetzt 30.000 Dollar zur Finanzierung über Indiegogo einsammeln. Ihre Software soll allen helfen, die ihr Smartphone nicht mehr mit den Händen bedienen können, aber ihren Kopf noch bewegen können. Neben ALS-Erkrankten sind das zum Beispiel Menschen mit Rückenmarksverletzungen, zerebraler Kinderlähmung, Muskeldystrophie, Arthritis oder multipler Sklerose.

Sesam öffne dich!

Die Sesame-Software nutzt die Frontkamera des Smartphones, um das Gesicht zu erkennen und setzt die Bewegungen als Cursor auf dem Display um. Aktiviert wird das Programm durch das Sprachkommando "Open Sesame". Klar kann man Smartphones mit Hilfe von Google Now, Siri und Cortana schon jetzt steuern, ohne den Touchscreen zu berühren. Allerdings können die Sprach-Assistenten noch lange nicht alles. So ist im Video von Sesame zum Beispiel zu sehen, wie ein Nutzer Angry Birds spielt.

Das Indiegogo-Projekt für Sesame läuft noch bis zum 11. Dezember 2014 und will mindestens 30.000 Dollar einsammeln. Jeder Betrag ist willkommen. Wollt Ihr allerdings ein Nexus 5 erhalten, auf dem die Software vorinstalliert ist, müsst Ihr Euch mit mindestens 350 Dollar beteiligen und vor dem geplanten Versand im März 2015 noch einmal 350 Dollar zahlen. Zusammen mit den 50 Dollar für die Versandkosten ergibt sich umgerechnet ein Preis von rund 590 Euro.


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