Siri, Google Now & Cortana: "Hey Smartphone, ich spreche mit Dir"

Smartphones hören inzwischen aufs Wort: Die Spracherkennung bei iPhone, Android-Geräten und Windows Phones wird immer besser und reagiert schneller — vielleicht brauchen wir in naher Zukunft niemanden mehr anrufen, um zu plaudern. Aber wie gut schlagen sich die Systeme jetzt schon? Wir haben mal ein paar Worte mit Siri, Google Now und Cortana gewechselt.

Um es gleich vorweg zu sagen: Ganz so weit wie im Film "Her" ist es dann doch noch nicht. Darin verliebt sich ein Mann in Samantha, die Sprachsteuerung seines Smartphones. Er kann nicht mehr unterscheiden, ob er sich mit einem Programm oder einem Menschen unterhält. Aber auch wenn es sicher noch eine Weile dauert, bis die künstliche Intelligenz in der Realität so weit ist, hören schon jetzt aktuelle Smartphones ganz ordentlich zu.

Ob Siri für iOS, Google Now für Android oder Cortana für Windows Phone: Für alle großen Smartphone-Betriebssysteme gibt es einen eigenen Sprachassistenten. Trotz einiger Unterschiede ist die Funktion bei allen drei Diensten relativ ähnlich: Ihr sprecht einen Befehl in Euer Smartphone, Eure Sprache wird im Internet analysiert und dann, wenn alles gut läuft, wird die Aufgabe ausgeführt. Dabei kann es sich um eine Websuche handeln, oder in Verbindung mit Ortsdiensten um das Aufspüren von interessanten Plätzen in der Nähe. Ihr könnt Texte notieren, Nachrichten verschicken oder Euch vorlesen lassen.

Unterschiede im Detail

Und doch gibt es ein paar Unterschiede: Der Umfang an definierten Fragen variiert von IS zu OS – genauso wie die Art, mit diesen Fragen umzugehen. Während Siri von Apple beispielsweise zu vielen speziellen Fragen eine vorgegebene Antwort parat hat, schmeißt das Android-Smartphone die Suchmaschine an. Cortana von Microsoft wiederum ist derzeit nur in der englischen Sprachversion nutzbar, dadurch lassen sich spezielle deutsche Begriffe und Orte nur schwer finden. Erstaunlich ist aber bei allen drei Systemen, wie gut sie meine Stimme erkennen und analysieren – ganz ohne Übung.

Doch wie schlägt sich Spracherkennung per Smartphone im Alltag? Das habe ich mal mit einem iPhone 5 von Apple, dem HTC One M8 und dem Lumia 635 von Nokia ausprobiert. Es sollten Fragen sein, die ich zum Beispiel auch beim Autofahren nutzen würde, wenn ich gerade keine Hand frei habe. Also fragte ich:

  • "Brauche ich einen Regenschirm?"
  • "Wie ist das Wetter in Berlin?"
  • "Wie weit ist Berlin entfernt?"
  • "Navigiere mich nach Berlin!"
  • "Notiere: Ich mag Berlin!"
  • " Erzähle mir einen Witz!"
  • "Welches ist das beste Betriebssystem?"

Verstanden? Nur mit Einschränkungen!

Natürlich hätte ich auch noch nach dem Kinoprogramm fragen können oder ich hätte einen Kontakt aus meinem Adressbuch anrufen können. Aber das wäre unfair gegenüber Cortana gewesen, die Sprachbarriere wäre dann doch zu hoch. Denn in einem Vorabtest hatte ich alle drei System nach dem nächsten Bahnhof gefragt. Ergebnis: Während Siri mir alle Bahnhöfe im Umkreis nannte und Google Now mich zu einer S-Bahn-Haltestelle in der Nähe führen wollte, zeigte mir Cortana lediglich den für mich am weitesten entfernten Hamburger Hauptbahnhof an. Und auf der Suche nach einem Kinofilm streikte das System komplett. Aber sobald sich Cortana mit mir auf Deutsch unterhalten kann, hole ich den Test nach.

Das Ergebnis der kleinen Fragerunde erstaunt: Alle drei Systeme haben ihre Stärken, aber auch deutliche Schwächen. So gibt es keinen klaren Sieger, sondern jeweils einen Sieger in den Disziplinen Interaktion mit den Apps, Inhalt der Ergebnisse und Sprachausgabe. Aber überzeugt Euch selbst: Ich habe den kleinen Test für Euch aufgezeichnet.

Nutzt Ihr Siri, Google Now oder Cortana? Dann schreibt uns doch mal, wofür Ihr die Spracherkennung per Smartphone einsetzt.

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