Tesla Model 3: So funktioniert die Steuerung über nur einen Touchscreen

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Nur der große Touchscreen zeigt Infos zur Fahrt
Nur der große Touchscreen zeigt Infos zur Fahrt(© 2017 Tesla)

Das Tesla Model 3 hat keine Armaturen – zugunsten eines einzigen 15 Zoll großen Displays. Ein Clip, den Tesla verschwinden lassen wollte, offenbart: Selbst für die Scheibenwischer braucht es das Display.

Mit einem Einstiegspreis von rund 35.000 US-Dollar ist das Model 3 das bislang günstigste von Tesla gebaute Auto. Zumindest optisch möchte der Hersteller den Eindruck erwecken, der Käufer erhalte auch für den kleineren Preis eine vollausgestattete Limousine. Im Innenraum hat Tesla aber den Rotstift angesetzt. So spart der Autobauer das Display, das im Model S und Model X hinter dem Lenkrand unter anderem die Geschwindigkeit anzeigt, ein. Stattdessen werden sämtliche Details zur Fahrt auf einem 15-Zoll-Touchscreen rechts neben dem Lenkrad dargestellt, über den der Fahrer auch diverse Funktionen bedient.

Ein Touchscreen für fast alle Funktionen

Wie genau das aussieht, ist in einem Video zu sehen, das zunächst auf YouTube hochgeladen, dann aber wieder entfernt wurde. Die Webseite Jalopnik hat mittlerweile aber eine Kopie des Clips veröffentlicht. Dieser scheint in einem Tesla-Autohaus in Austin, Texas entstanden zu sein. Darin ist zu sehen, wie ein Verkäufer durch die Funktionen des Touchscreens führt. Der Aufbau ist einfach gehalten. Das linke Viertel zeigt permanent Details zum Auto an. Auf der rechten Seite könnt Ihr Einstellungen an der Navigationsroute vornehmen oder das Audiosystem steuern. Über eine Navigationsleiste ganz unten hat der Fahrer die Möglichkeiten, durch die verschiedenen Einstellungen zu wechseln.

Teslas Model 3(© 2017 Tesla)

Tesla lagert tatsächlich alles auf das eine Display aus. So kann der Fahrer zwar mit dem üblichen Schalthebel rechts am Lenkrad durch die Einstellungsmöglichkeiten (Parken, Rückwärtsgang, Leerlauf Fahren) des Automatikgetriebes wechseln: Einmal nach oben drücken, schaltet in den Rückwärtsgang, einmal nach unten drücken auf "Drive". Aber nur auf dem Display wird angezeigt, ob der Hebel nun auf Parkmodus oder im Leerlauf steht. Bei anderen Autos des Herstellers wird diese Info permanent auf dem Screen hinter dem Lenkrad angezeigt.

Direkt rechts unter der Anzeige für den eingelegten Gang geben ein Batteriesymbol und die Anzahl an verbleibenden Meilen Aufschluss über die Distanz, die Ihr noch bis zur nächsten Stromladung zurücklegen könnt. Darunter wiederum zeigt das Display die erlaubte Höchstgeschwindigkeit an. Um diese zu erkennen, scannt das Auto mit Hilfe einer Kamera die Umgebung nach Verkehrsschildern ab. Was in diesem Video nicht erklärt wird: Natürlich zeigt der Bildschirm auch die Geschwindigkeit an, wenn man gerade nicht einen Rückwärtsgang eingelegt hat.

Sogar die Scheibenwischer werden über das Display gesteuert

Bei der nächsten Funktion wird es dann richtig interessant und auf der Straße vielleicht sogar gefährlich. Denn unter dem Symbol, das darstellt, ob die Türen am Auto offen oder geschlossen sind, kann der Fahrer die Scheibenwischer einschalten. Da es aber auf einem Touchscreen keine Hervorhebungen gibt, müsst der Fahrer im Zweifel blind nach dem richtigen Button tasten. Regnet es stark, muss zusätzlich noch der Modus von "Slow" auf "Fast" gewechselt werden. Auf die Frage, ob es keine automatische Erkennung für Wasser auf der Windschutzscheibe gäbe, erwidert der Verkäufer, er sei sich nicht sicher.

Über die Funktionsleiste lassen sich die Front- und Heckscheiben- sowie die Sitzheizung und die Klimaanlage kontrollieren. Für letztere gibt es zwei Buttons auf dem Touchscreen. Der Gedanke dahinter: Über den den linken kann der Fahrer seine Wunschtemperatur einstellen, über den rechten der Beifahrer. Über zwei Punkte auf jeder Seite soll man außerdem festlegen können, aus welchen Richtungen der Luftstrom kommt. Zum Schluss bleiben noch die Musikeinstellungen. In dem Video gibt es unter dem Musik-Symbol nur die Einstellungen "Streaming" und "TuneIn". Streaming-Verbindungen kommen über das integrierte LTE-Moduls zustande, über das der Wagen auch Software-Updates lädt.

Autonomes Fahren als Antwort?

Die Verkäufer sind sich im Video auch unsicher darüber, ob es zusätzlich auch ein FM-Radio gibt. Zumindest die Suche nach einem lokalen Sender brachte (wahrscheinlich über TuneIn) mehrere Stationen auf den Schirm. Laut Teslas Übersichtsseite wird das Model 3 aber serienmäßig mit einem Radio ausgestattet. Auch über ein Smartphone lässt sich noch keine Musik per Bluetooth an das Entertainmentsystem streamen. Zwar könne der Fahrer Telefonanrufe annehmen, alle anderen Bluetooth-Funktionen sollen aber erst nach einem Software-Update zur Verfügung stehen.

Natürlich hat Tesla bei der Beschränkung auf das eine Touch-Display auch etwas weitergedacht. Denn das Model 3 kommt serienmäßig mit der Hardware für autonomes Fahren. In Zukunft sollen die Autos also selbstständig über die Straßen rollen. Allzu viele Kontrollen braucht der Fahrer dann nicht mehr. Wann die Funktion wirklich reif für die Straße ist, steht allerdings noch nicht fest. Klar ist nur: Um sie zu nutzen, müssen Käufer 3000 Dollar zusätzlich bezahlen – und sich bis zum Ausrollen des Updates mächtig umgewöhnen.