Die Geschichte des iPhones: Das iPhone 3G und der App Store (2008)

Die iPhone 6-Keynote ist nur noch eine Woche entfernt – was für ein unendlich langer Weg seit dem ersten iPhone 2007! Wir haben für Euch noch einmal zurückgeblickt und eine Zeitreise angetreten – vom ersten iPhone bis zum iPhone 5s und 5c aus dem vergangenen Jahr. Heute: Das iPhone, das plötzlich Apps bekam...

Wie besser machen, was gerade erst als Revolution startete? Vor dieser Frage stand Apple kurz nach dem Launch des ersten iPhones, das als bahnbrechend neues Smartphone zunächst viele Nutzer überforderte – in seinen Nutzungsmöglichkeiten, aber auch im Preis. Für happige 599 Dollar zuzüglich des Vertrags wurde das erste iPhone noch im Juni 2007 in den USA auf die interessierten Kunden losgelassen.

Keine zwei Monate später dreht Apple schon an der Preisschraube, weil die Käufer doch mehr Zurückhaltung zeigten als zunächst erwartet. 399 Dollar kostete das iPhone, als 72 Tage nach dem Debüt endlich die 1 Million-Marke geknackt wurde. 400 Dollar bzw. Euro zuzüglich der laufenden Kosten eines 2-Jahresvertrags waren für Mobilfunkkunden im Zeitalter von 1-Euro-Handys, selbst wenn sie so viel weniger konnten als das iPhone, schwer vermittelbar.

Steve Jobs wusste das und reagierte. Die Nachfolge-Generation wurde mit einer Plastik- statt einer Aluminiumverbauung günstiger in der Fertigung und konnte so weitaus konkurrenzfähiger  angeboten werden. Doch Apple legte auch bei den Nutzungsanreizen drauf: Das war vor allem der Mobilfunkstandard Edge, der das Browsen im Internet zum Start des ersten iPhones immer noch zu einer Geduldsprobe machte.

Apple spielte es trefflich in die Karten, dass die großen Mobilfunkanbieter zwölf Monate später mit dem Aufbau der Netze des neuen Mobilfunkstandards 3G größtenteils abgeschlossen hatten. Das neue iPhone sollte dann auch diesen Namen tragen. Es stellte Inhalte im Internet dreimal so schnell dar.


Die eigentliche Revolution spielte sich jedoch softwareseitig ab. Entgegen der traditionellen Abschottung von anderen Software-Anbietern öffnete sich der notorische Control Freak Steve Jobs für Drittanwender.

Völlig überraschend verkündete Apple in einer Keynote zur Vorstellung der  nächsten iOS-Generation im März den Launch des App Stores: Jeder Programmierer, der sich mit den Geschäftsbedingungen Cupertinos (Apple behielt 30 Prozent der Erlöse) einverstanden erklärte, konnte eine App bei Apple einreichen und, wenn angenommen, wenig später über den App Store zum Download anbieten.

Der App Store nahm mit dem Launch des iPhone 3G am 11. Juli 2008 seinen Betrieb auf – und erwies sich schnell als Killerargument für das iPhone. Plötzlich hatten Nutzer die Möglichkeiten zwischen Zehntausenden, bald Hunderttausenden Apps kostenlos oder zu kleinen Preisen zwischen 0,79 Cent bis vier, fünf Euro zu wählen.

Der AppStore boomte – und mit ihm der Vertrieb des iPhone 3G, das zum Start im Juli 2008 in über 30 Ländern weltweit angeboten wurde. Das Apple-Smartphone wurde zum Kult und Kassenschlager. Gleich im ersten Verkaufsquartal zwischen Juli und September löste es den Blackberry als bestverkauftes Smartphone der Welt ab.


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