Mit dieser App vergesst Ihr Euer Smartphone nicht mehr

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Wear Aware
Wear Aware(© 2014 Nordic Usability)

Seit es Smartwatches gibt, spätestens aber seit Google auf der I/O seine Android Wear und die G Watch sowie die Galaxy Live offiziell gemacht hat, wird über deren Sinn und Unsinn diskutiert: Braucht man sowas? Was bringt die? Schadet sie gar? Seit dem Wochenende befindet sich eine Drittanbieter-App für Android Wear-Geräte im Play Store, die zeigt, wie nützlich ein solche Uhr am Handgelenk sein kann und wohin sich speziell Googles Version dieser Technik dank der großen und innovativen Dev-Community entwickeln kann und wird.

Vor ein paar Wochen stieg ich mit einem HTC One M8-Testgerät in der Gesäßtasche aus einer Berliner S-Bahn. Wenigstens dachte ich, dass sich das Gerät wie üblich in meiner Hosentasche befände — bis ich auf dem Bahnsteig feststellte, dass es dort nicht mehr war. Glücklicherweise stand der Zug an diesem Tag etwas länger am Gleis, sodass ich schnell zurücksprinten und das M8 von der Sitzbank, auf der es liegengeblieben war, retten konnte. Und dann dachte ich plötzlich wieder an diese Bluetooth-Smartphone-Leinen für den Schlüsselanhänger vom Schlage eines ZOMM, den ich vor Jahren mal getestet hatte.

Die guten Nachrichten für alle, denen schon einmal Ähnliches widerfahren ist und die den Erwerb einer Android Wear-Smartwatch erwägen: Solche Schlüsselanhänger sind nicht mehr vonnöten, denn das erledigt fortan die App Wear Aware, die seit dem Wochenende kostenlos im Play Store bereitsteht. Noch befindet diese sich in einer nicht ganz finalen ersten Version — der Entwickler warnt daher vor etwaigen Bugs —, aber die Marschrichtung ist da.

Schwachstelle Bluetooth

Da sich die LG G Watch, die Gear Live oder auch die Moto 360 via Bluetooth mit dem Smartphone verbinden, registrieren die natürlich auch, wenn die Verbindung abbricht, weil sich beide Geräte nicht mehr innerhalb der durch den drahtlosen Übertragungsstandard vorgegebenen Reichweite befinden. Statt dann nur eine schnöde Fehlermeldung auf dem Display der Uhr auszugeben, schlägt Wear Aware vibrierend Alarm.

Natürlich hat das Technologie-bedingte Nachteile und Unzulänglichkeiten: Die Bluetooth-Reichweite wurde unter Version 4.0 noch einmal angehoben und kann theoretisch bis zu 65 Meter betragen — das wäre unter Umständen fast schon zu weit, um dem Liegenlassen des Smartphones an öffentlichen Orten effektiv vorzubeugen (nach unsere Erfahrung, verliert die G Watch aber tatsächlich bereits ab circa 20 Metern den Kontakt zum Mobilgerät, was in diesem Fall ein großer Vorteil wäre). Weiterhin würde die Uhr jedesmal Alarm schlagen, wenn die Verbindung aus anderen Gründen abbricht.

Das sind aber hinnehmbare Mankos — better safe than sorry —, die in Zukunft auch noch durch Zutun von Google und der App-Entwickler ausgebügelt werden könnten. Auch geben die Macher von Wear Aware an, in erster Linie dem Vergessen des Smartphones beim Verlassen der Wohnung  vorbeugen zu wollen. So oder so, Wear Aware zeigt damit, wie die Android Wear auch abseits von Google Now sinnvoll genutzt werden kann. Und wir sind sicher, dass das erst die Spitze des App-Eisberges ist.

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