Acer Liquid E700 im Test: 1 Smartphone, 3 SIM-Karten

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Das Acer Liquid E700 hat Platz für drei SIM-Karten.
Das Acer Liquid E700 hat Platz für drei SIM-Karten.(© 2014 CURVED)

Den meisten Menschen reicht eine Telefonnummer aus. Wer mehr will, konnte bisher zu Dual-SIM-Geräten greifen oder sich ein zweites Smartphone in die Tasche stecken. Ab sofort seid Ihr aber auch unter drei Nummern auf einem Gerät erreichbar. Acer startet das Zeitalter des Tri-SIM und bringt mit dem Liquid E700 das erste Smartphone in Deutschland mit Platz für drei SIM-Karten auf den Markt.

Ich komme derzeit mit einer SIM-Karte wunderbar zurecht, kann mir aber viele Situationen vorstellen, in denen ich lieber eine zweite SIM-Karte in mein Smartphone und nicht ein zweites Smartphone in meine Tasche stecken möchte. Und selbst für ein Tri-SIM-Smartphone wie das Acer Liquid E700 fallen mir Situation ein, in denen es sich lohnt. Da wird die private und berufliche SIM-Karte um eine für regelmäßigen Aufenthalte im Ausland ergänzt. Aber auch ein Zweitjob könnte eine weitere berufliche Karte nötig machen.  Und: Wer mehrere Liebschaften koordiniert, dürfte sich ebenfalls über möglichst viele Nummern auf einem Gerät freuen...

Gummierte Rückseite und Acer Rapid

Mit seiner gummierten Kunststofft-Rückseite liegt das Acer Liquid E700 sicher und bequem in der Hand. Es ist griffig und rutschfest. Die abgerundeten Ecken fügen es geschmeidig in die Handfläche ein. Der Lautstärkeregler an der Seite ist gut zu erreichen, hier wäre der Einschaltknopf auch gut aufgehoben.

Er befindet sich jedoch an der Oberkante, ist etwas schwerer zu erreichen. Beide Tasten haben klare Druckpunkte. Praktisch ist die Acer Rapid-Taste auf der Rückseite, mit der Ihr die Bildschirmsperre aufhebt und im aktiven Zustand mit einem Tastendruck eine App startet. Welches Programm das ist, legt Ihr selbst fest. Standardmäßig ist Google Music eingestellt.

Der Touchscreen vom Liquid E700 misst in der Diagonalen fünf Zoll und verfügt über eine HD-Auflösung von 1280 x 720 Pixeln. Das reicht bei der Displaygröße für ein scharfes und klares Bild. Zudem verfügt der Bildschirm über große Betrachtungswinkel und eine hohe Leuchtkraft, so dass er sich auch im Freien gut erkennen lässt. Nur bei direktem Sonnenlicht knickt er ein.

Wie bei Dual-SIM-Geräten ist natürlich auch beim E700 eine App zur Verwaltung der SIM-Karten vorhanden. Ihr legt dort fest, welche der Rufnummern der Standard für ausgehende Gespräche, SMS oder Datenverbindungen sein soll und könnt natürlich auch auswählen, dass Ihr jedes Mal gefragt werdet. Und selbst, wenn Ihr eine Standardnummer für eine Übertragungsart festgelegt habt, könnt Ihr in der SMS- oder Telefon-App immer noch eine der anderen zwei Auswählen.

Acer installiert auf dem Liquid E700 mit Android 4.4.2 fast die aktuellste Version von Googles Betriebssystem. Nur kleinere Systemstabilisierungen fehlen. Zusätzlich beglückt Euch der Hersteller mit zahlreichen eigenen Apps. Dazu gehören ein Dateimanager, ein Office-Tool, eine Music-Player sowie eine Foto und Video-App, ein Screenshot- und Notiz-Tool und der sogenannte Schnellmodus. Dieser bietet Euch vier zusätzliche, teilweise durch ein Kennwort geschützte Nutzeroberflächen, die für Kinder und Senioren sowie Liebhaber von Ziffernfeldern und der Kachel-Optik von Windows Phone gedacht sind.

Erweiterbarer Speicher, viel RAM und ein mittelprächtiger Prozessor

Durch die vorinstallierte Software sind von dem 16 Gigabyte großen internen Speicher schon rund sechs Gigabyte belegt. Die zehn freien Gigabyte sollten für die Dateien der meisten Nutzer ausreichen. Bei Bedarf könnt Ihr den Speicher mit einer microSD-Karte erweitern.

Die Nutzeroberfläche und Android laufen flüssig und auch die typischen Standards-Apps wie Facebook, Twitter, Browser und kleine Spiele stellen die Hardware vor keine Probleme. Bei Anwendungen mit aufwendiger Grafik kommt der mit 1,3 Gigahertz getaktete Quadcore-Prozessor von Mediatek trotz der Unterstützung von üppigen zwei Gigabyte Arbeitsspeicher ins Stocken. Asphalt 8 läuft zum Beispiel nur mit mittleren Grafikeinstellungen flüssig.

Die Kamera auf der Rückseite liefert Fotos mit einer Auflösung von acht Megapixeln und natürlich wirkenden Farben. Sie kommt mit starken Kontrasten gut zurecht und ist nicht immer auf optimale Lichtverhältnisse angewiesen. Die Bilder könnt Ihr problemlos bei Facebook und Co teilen. Schaut Ihr Euch sie allerdings in Originalgröße an, fällt auf, wie wenig detailreich die Aufnahmen doch sind. Die Frontkamera für Selfies hat eine Auflösung von zwei Megapixeln und mehr als Schnappschüsse sind da nicht angesagt.

Keine große Auswahl

Wenn eines der beschrieben Szenarien auf Euch zutrifft oder Euch gar noch ein weiteres einfällt und Ihr gerne drei SIM-Karten in ein Smartphone stecken wollt, dann führt am Acer Liquid E700 für Euch derzeit kein Weg vorbei. Es ist momentan das einzige in Deutschland erhältliche Tri-SIM-Gerät. Samsung und LG verkaufen ihre Modelle Galaxy Star Trios und Optimus L1 II Tri derzeit nur in anderen Ländern.

Trotz dieser beschränkten Auswahl gibt es mehrere gute Nachrichten: Die unverbindliche Preisempfehlung für das E700 liegt bei nur 199 Euro, und obwohl es nicht zur Spitzenklasse gehört, handelt es sich bei aller Kritik im Detail um ein brauchbares Mittelklasse-Smartphone.


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