Amazon Fire HD 8 im Test: Dieses Tablet setzt auf den Show-Effekt

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Fast schon ein Echo Show: Das neue Fire HD 8 kommt mit Sprachassitentem und Ladedock zum Aufstelen.
Fast schon ein Echo Show: Das neue Fire HD 8 kommt mit Sprachassitentem und Ladedock zum Aufstelen.(© 2018 CURVED)

Sprachassistent, Ladedock mit Show-Effekt und ein knackiger Kampfpreis – Amazon gibt sich ordentlich Mühe, seine neuestes Tablet, das Amazon Fire HD 8, attraktiv zu machen. Ob’s gelingt, zeigt unser Test.

Das neue Fire HD 8-Tablet steht ab 4. Oktober 2018 in den Regalen, und setzt vor allem auf Funktionen rund um den Sprachassistenten, pardon, die Sprachassistentin Alexa: Schon im April 2018 hat Amazon den sogenannten Show Modus für seine Fire HD 8- und Fire 7-Tablets aus dem Vorjahr eingeführt, nun ist auch das Show-Modus Ladedock in Deutschland verfügbar. Der Name verrät es bereits: Mit diesem Zubehör funktioniert das Tablet am Ende wie Amazons intelligenter 7 Zoll Bildschirm mit Lautsprecher und Sprachsteuerung, der Echo Show. Es reagiert also auf Sprachbefehle und antwortet in Wort und Bild. Soll heißen: Die mündliche Wetterinfo ergänzt es mit zusätzlichen Grafiken und wer Alexa einen Witz erzählen lässt, kann ihn auch noch einmal nachlesen. Tatsächlich bringt die Darstellung auf dem Display einige Vorteile: Wer möchte sich schon ein ganzes Kochrezept vorlesen lassen und gleichzeitig en detail einprägen?

Alles um Alexa

Auch wenn die Alexa-Funktion über ein Software-Update bereits für die vorherige Generation des Fire HD 8 verfügbar war, sie funktionierte seinerzeit nicht, wenn der Bildschirm in den Standby-Modus ging. Es sei denn, das Gerät hing an der Stromversorgung. Mit dem Ladedock funktioniert der Show Modus nun etwas komfortabler. Weniger komfortabel gestaltet sich allerdings  der Aufbau des Setups: Als erstes klemmt man das Tablet in die Ladestation und führt den integrierten Mini-USB-Ladestecker von Hand ein – eine Docking-Funktion zum Aufstecken , wie sie viele Ladestationen mitbringen, wäre hier sicherlich etwas bequemer gewesen. Das Konstrukt aus Tablet und Ladedock hängt man dann in den magnetischen, justierbaren Ständer, an dem das Ladekabel angeschlossen wird.

Die ganze Verarbeitung des Sets ist nicht gerade hochwertig: Das Fire HD kommt in einem einfachen Kunststoffgehäuse, die Schalter sind etwas wackelig, aber angesichts des günstigen Preises ist das sicherlich zu verschmerzen – es lässt sich zumindest alles ohne Probleme bedienen. Steckt man  das Fire HD 8 ins Ladedock, startet automatisch  der Show-Modus. Wer damit nicht einverstanden ist, wechselt manuell wieder in die reguläre Oberfläche. Das Dock gibt es zunächst nur in Kombination mit dem Tablet, später soll es auch einzeln erhältlich sein.

Der Versandhändler bringt seine günstigen Tablets nach wie vor natürlich nicht ganz uneigennützig so günstig unter die Leute: Das Gerät empfängt uns auf dem Homescreen also mit dem großen Amazon-Kaufhaus – vorinstalliert sind alle hauseigenen Apps vom Appstore über Prime Video, Audible, Kindle Zeitungskiosk und Bücher. Apps von Mitbewerbern wie den Google-Kalender oder Google Drive gibt es für "Fire HD"-Nutzer beispielsweise nur in einer sehr beschränkten Basis-Version. Den beliebtesten Browser Chrome findet man gar nicht im Angebot und auch die Office-Suite von Google wurde ausgesperrt. Immerhin: Netflix und Spotify lassen sich installieren, obwohl Amazon auch eigene Musik- und Video-Streaming-Dienste im Angebot hat. Neben Sprachsteuerung und Show-Modus bietet das Fire HD 8 natürlich auch die klassische Benutzeroberfläche, basierend auf Android Nougat (Version 7), die Amazon allerdings an das eigene App-Portfolio angepasst.

Ein Sprachroboter mit Vorlieben

Grundsätzlich macht Alexa natürlich alles, was man ihr sagt: Die künstliche Intelligenz sucht Kochrezepte, trägt Termine in den Kalender ein oder spielt Musik und Videos. Gerade bei letzteren hat sie allerdings Vorlieben: Auch wenn Spotify und Netflix auf dem Tablet installiert sind, bei Musik oder Filmwünschen bedient sie sich immer bei Amazons hauseigenen Apps. Fordert man sie allerdings direkt auf, Netflix oder Spotify zu öffnen, folgt sie aufs Wort – immerhin.

Eine weitere Einschränkung wird durch die technischen Spezifikationen vorgegeben. Je nach Model gibt es 16 oder 32 Gigabyte Speicherplatz, den man per Micro-SD-Karte jetzt um bis zu 400 Gigabyte erweitern kann. Die Akkulaufzeit wird mit bis zu zehn Stunden angegeben. Das acht Zoll große HD-Display löst mit 1280 x 800 Pixel auf, damit werden Bilder und Filme scharf wiedergegeben, ein Quad-Core-Prozessor mit 1,3 Gigahertz und 1,5 Gigabyte Arbeitsspeicher sorgen für eine gute Performance, wenn die Anwendungen nicht zu anspruchsvoll sind. Bücher lesen, Bilder anschauen, Musik hören oder Filme wiedergeben, alles kein Problem. Das Display  Bei Lesen von Büchern ermüden die Augen allerdings recht schnell – ein Ebook Reader ohne Hintergrundbeleuchtung ist hier besser geeignet. Und auch begeisterte Gamer werden mit der Ausstattung des Tablets weniger Freude haben. Leistungshungrige Spiele wie "Playerunknown's Battlegrounds", "Fifa" oder "Fortnite" sind im Appstore nicht zu finden. Statt Triple A gibt es Minecraft, Candy Crush oder Kopien populärer Games wie Clash of Clans.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass das Fire HD 8 nicht ohne Front- und Hauptkamera auf der Rückseite geliefert wird. Wenn allerdings schon die Hauptkamera mit nur zwei Megapixeln auflöst, während mittlerweile viele Smartphone-Frontkameras schon mit Werten im zweistelligen Bereich punkten, dürfte schnell klar sein, dass Amazon das wesentliche Augenmerk nicht auf Fotografie gerichtet hat. Für einen kurzweiligen Videochat langt die Qualität der HD-Frontkamera aber allemal - die Skype-App hat der Appstore jedenfalls im Sortiment. Mit an Bord sind zudem Dual-Stereo-Lautsprecher, deren Klangqualität den Audioliebhaber und Klangexperten sicher nicht aus den Socken hauen, für den alltäglichen Bedarf aber ihren Dienst tun.

Fazit

Amazons Fire HD 8 ist ein brauchbares Tablet für diejenigen, die sich im Amazon-Kosmos zu Hause fühlen, Amazon Prime abonniert haben, unterwegs oder auch mal in der Küche beim Burger brutzeln Filme schauen, sich für eine Sprachassistentin begeistern können und auf ausgedehntes Gaming keinen Wert legen. Für einen unschlagbaren Preis bekommt man dafür ein Gerät, bei dem Soft- und Hardware so aufeinander abgestimmt sind, dass alle verfügbaren Funktionen und Programme ohne Murren flüssig laufen. Und für's Fotografieren ist doch sowieso das Smartphone schneller zur Hand, oder?

Preise und Verfügbarkeit

Das neueste Fire HD 8 ist ab dem 4. Oktober erhältlich, in den gleichen Farben und dem gleichen Gehäuse wie das Vorgängermodell und kostet 89,99 Euro. Im Bundle mit dem Ladedock werden 119,98 Euro für das  Fire HD 8 fällig, Zum gleichen Termin erscheint auch noch eine Fire HD 8 Kids Edition für 124,99 Euro, die wir in einem eigenen Test geprüft haben. Später soll es das Show-Modus-Ladedock zum Preis von 39,99 Euro auch separat erhältlich sein - für das neue Fire HD 8, für das Vorgängermodell und für die aktuelle Generation des Fire HD 10 (49,99 Euro). Zudem gibt es Hüllen in Schwarz, Indigoblau, Rot, Violett und Gelb für jeweils 27,49 Euro.

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