Amazons neuer Kindle Paperwhite im Test: eReader für Lese- und Wasserratten

Der Amazon Kindle Paperwhite überzeugt unter anderem durch das gute Display.
Der Amazon Kindle Paperwhite überzeugt unter anderem durch das gute Display.(© 2018 CURVED)

Bei der Konkurrenz ist es schon lange der Fall, jetzt zieht auch Amazon beim Kindle Paperwhite nach: Die neue Ausgabe des eBook-Readers ist wasserdicht. Was das Gerät noch kann, klärt unser Test.

Wer seine eBooks wirklich überall lesen möchte, etwa im Urlaub am Strand, am Pool oder gemütlich in der Badewanne, der braucht ein Lesegerät, das wasserdicht ist. Denn ist der eBook-Reader erstmal nass geworden, droht auch gleich die komplette Bibliothek abzusaufen. Viele Geräte von Kobo und Tolino sind deswegen bereits gegen kurzzeitiges Untertauchen geschützt. Probleme bekommt man nur dann, wenn man seine eBooks lieber über Amazon beziehen möchte. Zwar hat der Versandhändler mit seiner Kindle-Serie gleich mehrere Lesegeräte an, wasserdicht war bislang allerdings nur der teure Kindle Oasis. Kostenpunkt: ab 229 Euro aufwärts. Das ändert sich aber jetzt. Denn Amazon hat einen neuen Kindle Paperwhite im Angebot.

Was ist neu beim Amazon Kindle Paperwhite?

Der Kindle Paperwhite (2018), das muss man wissen, bildet quasi die goldene Mitte in Amazons eBook-Rädern. Das neue Modell hebt sich durch mehr Speicher, eine höhere Display-Auflösung und eine Hintergrundbeleuchtung für den Bildschirm vom gewöhnlich Kindle ab, das Gehäuse besteht aber anders als beim Kindle Oasis nicht aus Aluminium, sondern aus Kunststoff. Dadurch wirkt der eBook-Reader in der Hand nicht ganz so hochwertig wie das Premiummodell. Ein guter Halt beim Lesen ist aber auch Dank der geschwungenen Ränder auf der Rückseite gewährleistet. Dazu tragen auch zwei weitere Faktoren bei, die Amazon bei der neuen Version verbessert hat.

Zum Einen ist der neue Paperwhite dünner und leichter als der Vorgänger. 182 Gramm bringt er bei 8,18 Millimeter Dicke auf die Waage. Das ist deutlich leichter als ein Taschenbuch. Im Test fiel er so nicht nur im Rucksack kaum noch auf, auch längere Lese-Sessions mit nur einer Hand waren dank des geringen Gewichts kein Problem. Zum Anderen ist der Bildschirm nicht mehr ins Gehäuse eingelassen, sondern liegt plan auf. Eine Vertiefung gibt es also nicht mehr. Das klingt nach einer unwichtigen Veränderung, macht aber das Umblättern deutlich einfacher, wenn man das Gerät mit einer Hand festhält. Dazu kommt der bereits erwähnte Wasserschutz: Der Kindle Paperwhite (2018) überlebt bis zu 60 Minuten in zwei Meter tiefen Süßwasser, verzeiht also auch mal ein Malheur im kühlen Nass. In Fachkreisen nennt man die Schutzklasse IPX8.

Wie schlägt sich der Amazon Kindle Paperwhite in der Praxis?

Neben dem Schutz ist natürlich das E-Ink-Display besonders wichtig. Auch hier hat Amazon nachgebessert. Statt vier sorgen jetzt fünf LEDs dafür, dass der sechs Zoll große Bildschirm immer gut ausgeleuchtet und somit gut ablesbar ist. Tatsächlich ist das Display noch etwas besser abzulesen, als bei älteren Modellen der Paperwhite-Serie. Ob ihr dabei im hellen Sonnenlicht lest, oder abends im Bett, spielt dabei keine Rolle, denn Probleme mit der Lesbarkeit gab es im Test nie. Im Gegenteil: Durch die Display-Technologie und die Bauweise sieht der angezeigte Text einer Buchseite mehr als ähnlich.

Auch im Freien ist das Display gut abzulesen.(© 2018 CURVED)

Einen kleinen Nachteil gibt es dennoch: Anders als beim Smartphone stellt sich der Bildschirm nicht automatisch auf die Gegebenheiten ein, weil ein entsprechender Sensor fehlt. Stattdessen müsst ihr immer selbst die Schnelleinstellungen öffnen, um das Display heller oder dunkler einzustellen. Immerhin braucht es dafür nur zwei Fingertipps auf dem Touchscreen. Außerdem leidet natürlich die Akkulaufzeit darunter, wenn die Beleuchtung dauerhaft auf die höchste Stufe eingestellt ist. Die gibt Amazon nichtsdestotrotz mit mehreren Wochen an. Bis zu sechs Wochen sollen drin sein, wenn man täglich 30 Minuten liest. Die Vergangenheit zeigt: Der Wert ist nicht unrealistisch. In unserem Testzeitraum von etwa einer Woche konnten wir die Batterie zumindest nicht in die Knie zwingen.

Die restliche Bedienung des Kindle ist einfach und intuitiv wie immer. Über den Touchscreen navigiert ihr durch die Einstellungen, den angeschlossenen Kindle Store, über den ihr eBooks kaufen könnt, und blättert um. Ihr tippt an rechten Rand, um eine Seite weiter zu blättern und an den linken, um wieder auf die vorherige Seite zu gelangen. Einfacher geht es nicht.

Was muss ich noch wissen?

Um das Lesevergnügen zu optimieren, hat Amazon aber nicht nur den Reader an sich optimiert, sondern auch die Software. Leseratten können jetzt nicht nur die Schriftgröße, sondern auch die Schriftart und die Darstellungsform einstellen und als Profile (Amazon spricht hier von „Themen“) abspeichern. Der Gedanke dahinter: Im Alltag ist mir vielleicht ein kleineres Schriftbild für mein aktuelles Buch lieber, abends im Bett sollen die Buchstaben dann aber größer erscheinen, um die Augen zu schonen. Auf diese Weise muss man nicht immer aufs Neue nach der passenden Schriftgröße für die richtige Situation suchen. Praktisch! Diese Einstellungen hat der neue Kindle Paperwhite allerdings nicht exklusiv. Amazon hat sie bereits per Software-Update auf ältere Modelle ab dem Kindle Paperwhite der 6. Generation gebracht.

Wichtig ist außerdem: Bücher für den Kindle Paperwhite gibt es nur bei Amazon. Von anderen Anbietern, etwa von Thalia, könnt ihr keine Bücher einkaufen, weil der Reader deren Format nicht lesen kann. Dafür ist das Gerät aber, wie die Fire-Tablets, nahtlos ins System des Versandhändlers eingebunden. Kauft ihr zu einem eBook das passende Hörbuch von Audible, könnt ihr euch dieses über Bluetooth-Kopfhörer anhören und an der Stelle, an der ihr pausiert habt, später im eBook weiterlesen. Allein deswegen verdoppelt Amazon den Speicher in der kleinsten Version von 4 auf 8 Gigabyte (GB). Erweitern lässt er sich allerdings nicht. Macht aber nichts: Alle Kindle-Inhalte werden in der Amazon-Cloud gespeichert. So könnt ihr ohne Probleme auch eure alten Bücher aufs neue Gerät laden und den Lesefortschritt mit mehreren Kindle-Modellen und -Apps synchronisieren.

Preise und Verfügbarkeit

Die günstigste Ausgabe des neuen Kindle Paperwhite mit 8 GB Speicher bekommt ihr für 119,99 Euro. Die Version mit 32 GB kostet euch 149,99 Euro. Darüber hinaus gibt es eine Variante mit kostenlosem Internetzugriff per LTE und ebenfalls 32 GB Speicher für 229,99 Euro.

Fazit: Der beste Reader für (fast) alle

Wenn ihr ernsthaft überlegt, eure Bücher fortan nur noch digital zu lesen und über das Eco-System von Amazon beziehen zu wollen, ist der Kindle Paperwhite (2018) das richtige Gerät für euch. Der eBook-Reader punktet mit intuitiver Bedienung, einfacher Anbindung an die Cloud, der langen Akkulaufzeit und dem leichteren und endlich wasserdichten Gehäuse. Wer von einem „einfachen“ Kindle wechseln möchte, findet mit dem neuen Paperwhite das perfekte Zuhause für seine eBooks. Einzig, wenn ihr auch über andere Stores einkaufen wollt oder schon einen Kindle Paperwhite besitzt (und damit zufrieden seid), ist der Wechsel nicht sinnvoll.

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