Die smarte Uhr: Was kann Casios G-Shock-Serie?

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Casio G-Shock
Casio G-Shock(© 2014 CURVED)

Wohin man auch schaut, smarte Uhren, die mit dem Mobiltelefon kommunizieren können, sprießen förmlich aus dem Boden. Hersteller Casio hatte als Ableger seiner bekannten Serie von G-Shock-Armbanduhren bereits Ende 2012 Modelle mit Bluetooth-4.0-Unterstützung veröffentlicht, die sowohl mit dem iPhone als auch mit Android-Geräten Kontakt aufnehmen können. Später wurden dann Modelle der zweiten Generation mit erweitertem Funktionsumfang in Sachen Bluetooth nachgeschoben. Wir haben das Modell GB 5600 AA aus der ersten sowie das Modell GB 6900 B aus der zweiten Generation für Euch getestet.

Systemvoraussetzungen

Die Systemvoraussetzungen für das Modell GB-5600AA sind laut Hersteller identisch zu denen der aktuellen G-Bluetooth-Modelle, wie der GB-6900B. Allen Modellen gemeinsam ist die Tatsache, dass ein iPhone 5 oder 4s mit iOS 6 oder 7, ein iPhone 5s oder 5c mit iOS 7 oder ein Galaxy S4 mit Android 4.2.2 - 4.3 beziehungsweise ein Galaxy Note3 mit Android 4.3 notwendig sind, um die Bluetooth-Funktionen zu nutzen. Eine vergleichende Übersicht zur Funktionsweise der unterschiedlichen G-Shock-Modelle mit Bluetooth hat Casio zusammengestellt. Wir haben die Casio-Armbanduhren mit einem iPhone 5s getestet.

Inbetriebnahme

Um eine Casio G-Shock mit dem Smartphone zu verbinden, müsst Ihr als Apple-Anwender zunächst die kostenlose App G-Shock+ laden. Will man das Smartphone mit der Uhr koppeln, muss diese per Knopfdruck in den Pairing-Modus versetzt werden. Die Verbindung klappte im Test mit dem älteren Modell im Endeffekt problemlos, allerdings gibt es kaum hilfreiche Informationen zur Smartphone-Anbindung in der mitgelieferten gedruckten Anleitung der Uhr. Stattdessen wird man hierfür auf die Webseiten von Casio verwiesen, wo es zum Beispiel Hilfestellung zu den „Mobile Link Funktionen“ der Uhr gibt. Haben Uhr und Smartphone sich gefunden, müsst Ihr in der App noch einen sechsstelligen Code eingeben, der auf der Uhr angezeigt wird, und es kann losgehen. Auch bei dem aktuellen Modell GB 6900 B verlief die initiale Koppelung mit dem iPhone 5s über die Smartphone-App problemlos, in diesem Fall war allerdings keine Bestätigung der Verbindung durch Code-Eingabe mehr notwendig.

 Zusammenarbeit mit dem Smartphone

Das ältere G-Shock-Modell (GB-5600 AA) in unserem Test verfügt über ein relativ kleines Display mit digitaler Zeitanzeige, in dem links oben etwa ein Viertel des Bildschirms für eingehende Mitteilungen vom Smartphone reserviert ist. In der App auf dem iPhone lassen sich Alarme für eingehende E-Mails, Twitter- und Facebook-Mitteilungen sowie Kalendereinträge und Erinnerungen festlegen. Aktiviert man die Alarme, fordert die App reichlich Zugriffe auf Facebook-Infos, Kalender oder Erinnerungen des iPhones. Im Fall von E-Mails müssen die entsprechenden Accounts, zu denen Erinnerungen erfolgen sollen, sogar direkt in der App eingetragen werden. Laut Herstellerangaben können Gmail-, Yahoo-, AIM-, AOL- und Outlook-Konten sowie beim iPhone zusätzlich ein iCloud-Account verwendet werden.

Die entsprechenden Benachrichtigungen auf dem Display der Uhr fallen relativ spartanisch aus. So wird bei eingehenden Gesprächen die Anrufer-ID nicht angezeigt, bei E-Mails sind zumindest die Absender-Informationen sichtbar. Um sich überhaupt bemerkbar zu machen, vibriert die Uhr kurz oder gibt einen Ton von sich, wenn ein Anruf oder eine E-Mail eingehen. Auf SMS-Nachrichten wird nicht hingewiesen. Diese Warnmeldungen lassen sich teilweise an der Uhr konfigurieren, um zum Beispiel die Warnungsdauer zu ändern. In der App könnt Ihr zudem Zeitintervalle für Benachrichtigungen zu den einzelnen Diensten (5, 10 oder 15 Minuten) festlegen.

Auf dem Display-Feld der Uhr für Telefonbenachrichtigungen werden maximal fünf Zeichen gleichzeitig angezeigt, so dass man zum Beispiel bei einer eingehenden E-Mail schon ein paar Sekunden auf die Uhr schauen muss, um die durchlaufenden Absenderinformationen in Gänze zu erfassen. Zudem erwies sich die Bluetooth-Anbindung beim älteren Modell leider teilweise als instabil und das erneute Koppeln beider Geräte nahm in einigen Fällen sehr viel Zeit in Anspruch.

Das Modell neue Modell GB-6900 B ist etwas größer und orientiert sich in seinem robusten Look an klassischen G-Shock-Modellen. Auch hier kann die Display-Einheit zur Darstellung von Smartphone-Nachrichten allerdings nur fünf Zeichen gleichzeitig darstellen. Die dargestellten Informationen vom Smartphone sind dabei identisch zur Anzeige beim Modell der ersten Generation in unserem Test. Anrufer-Infos werden nicht dargestellt, bei eingehenden E-Mails sieht man den Absender, bei Facebook-Hinweisen heißt es in der Regel nur „Facebook“.

Die aktuellen G-Shock-Modelle können allerdings im Gegensatz zur Vorgängergeneration auch den Musikplayer, zum Beispiel des iPhones steuern. Hierfür befinden sich in der Smartphone-App zusätzliche Einstellungen, über die man drei der vier Knöpfe der G-Shock Funktionen zuweisen kann. Allerdings kann jeweils ein Knopf nur eine Funktion wahrnehmen, also entweder „Vor“ oder „Zurück“, „Lauter“ oder „Leiser“. Starten und Stoppen der Wiedergabe kann über den gleichen Knopf erfolgen. Somit hat man leider keine Möglichkeit, sämtliche Wiedergabefunktionen gleichzeitig über die Uhr zu nutzen. Darüber hinaus funktionierte die Steuerung des Musikplayers am iPhone problemlos.

Zusätzlich hat man bei aktuellen G-Shock-Modellen mit Bluetooth auch die Möglichkeit, Funktionen der Uhr über das Smartphone zu konfigurieren. So lassen sich zum Beispiel Alarme und Timer an der Uhr über das iPhone einstellen. Sehr viel besser ist in diesem Zusammenhang bei den neuen Modellen auch die Möglichkeit gelöst, Art (Vibration / Ton) und Dauer von Hinweisen der Uhr bei eintreffenden Smartphone-Nachrichten zu konfigurieren.

Naturgemäß darf man auch ein aktuelles G-Shock-Modell und das Smartphone nicht mehr als einige Meter auseinander bewegen, ohne dass die Verbindung abbricht. Ließen wir das iPhone im Wohnzimmer und begaben uns mit der G-Shock am Handgelenk in das sieben bis acht Meter entfernte Badezimmer, wies die Uhr sofort auf eine Unterbrechung der Verbindung hin. Gerade beim neuen Modell konnten Uhr und iPhone aber auch schnell wieder gekoppelt werden, mitunter musste diese allerdings manuell erfolgen.

 Fazit

Wenn es eine G-Shock mit Bluetooth sein soll, dann ist ein aktuelles Modell wie die GB-6900 B zu empfehlen, da ihre Möglichkeiten deutlich umfangreicher sind und sich auch die Bluetooth-Anbindung im Test stabiler anfühlte. Grundsätzlich handelt es sich bei der Bluetooth-Funktionalität in der aktuellen Form allerdings eher um ein nettes Gimmick.

Klar, Casio hat auch nie behauptet, es würde sich bei dem G-Shock-Modellen um waschechte Smartwatches handeln. Für alle, die ihr Telefon gerne lautlos stellen und darüber auch mal den ein oder anderen Anruf verpassen oder die aus Höflichkeit nicht allzu häufig auf das Smartphone schauen wollen, eignen sich die Uhren auf jeden Fall. Für das aktuelle Modell GB-6900B aus unserem Test muss man bei Amazon allerdings rund 180 Euro hinlegen. Das ältere Modell GB-5600AA ist für rund 120 Euro zu haben.


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