"Donkey Kong Country: Tropical Freeze" für Nintendo Switch im Test

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Im Funky Modus geht alles etwas einfacher.
Im Funky Modus geht alles etwas einfacher.(© 2018 Nintendo)

Wer "Mario" mag, wird mit "Donkey Kong Country: Tropical Freeze" seinen Meister finden. Die WiiU-Umsetzung kommt auch auf der Nintendo Switch mit knackigem Schwierigkeitsgrad. Trotzdem ist das Spiel packend. Warum? Der Test.

Und in der Übergabe-Mail stand es noch: "Ich hoffe, du stehst auf schwere Spiele", schrieb unser Games-Redakteur und verschwand in den Urlaub, "God of War" zocken. Schwer und "Donkey Kong"? Das passt doch eigentlich nicht zusammen. Schließlich hatte ich doch in meiner Jugend auf dem Super Nintendo sämtliche Spiele der "Donkey Kong Country"-Reihe mehrfach durchgezockt. Auf der späteren WiiU hatte ich "Donkey Kong Country: Tropical Freeze“ allerdings ausgelassen. Dank der Neuauflage für die Switch bekam ich jetzt die Gelegenheit, Versäumtes aufzuarbeiten und den Plattformer zu testen.

Und das an meinem Geburtstag

Aber der Reihe nach: Bevor die Affen losgelassen werden, gibt es erst einmal ein kurzes Intro, das erzählt, worum es geht. Es ist Partyzeit im Hause Kong, denn Donkey hat Geburtstag. Zur Feier des Tages versammeln sich seine Freunde Diddy, Dixie und Cranky Kong um den affenstarken Helden und laden zur Bananentorte ein. Aber: Plötzlich tauchen Schiffe voller Wikinger-Pinguine am Horizont auf.

Die Viehkinger genannten Tierchen erweisen sich spätestens dann als Spielverderber, als deren Anführer – König Qual – ins magische Horn bläst und einen Schneesturm heraufbeschwört, der die Affenbande von ihrer Insel weht, bevor der Kuchen auch nur angerührt werden konnte. Von da an gilt es für Donkey Kong und Co., sich über fünf Inseln zurück zur sechsten, nach Hause, zu arbeiten.

Alle Mann an Deck: Die Viehkinger kommen.(© 2018 Nintendo)

Freunde mit Gewissen Vorteilen

Jetzt kommt ihr ins Spiel. Eure Aufgabe ist es, Donkey Kong durch die Level zu bewegen, von Plattform zu Plattform zu hüpfen, die Gegner aus dem Weg zu räumen und jede Menge Bananen, Puzzleteile, Münzen und Buchstaben einzusacken. Das ist leichter gesagt, als getan. Denn die Gegner leisten ordentlich Widerstand. Nicht jedes Untier lässt sich durch einen simplen Sprung auf den Kopf oder eine wuchtige Vorwärtsrolle ausschalten. Speere und zackige Helme sorgen dafür, dass ihr ganz schnell eure beiden Herzen und in der Konsequenz eure Ballons verliert, die eure Leben darstellen.

Zum Glück seid ihr aber nicht allein unterwegs. In sämtlichen Leveln findet ihr Fässer, aus denen ihr eure Freunde Diddy, Dixie oder Cranky befreien befreien und mit etwas Geschick auch noch einen Gegner abräumen könnt. Manchmal legt das Spiel fest, wer sich im Fass versteckt, manchmal müsst ihr nur im richtigen Moment zupacken, um den Charakter eurer Wahl zu bekommen.

Die Endbosse sind nicht von Pappe.(© 2018 Nintendo)

Mit dem jeweiligen Partner in Crime habt ihr gleich mehrere Möglichkeiten, die kniffligen Situationen zu meistern. Zum einem, weil ihr dann doppelt so viele Herzen habt, und zum anderen, weil ihr bei einer aufgeladenen Energieleiste gleich mehrere Genger auf einmal durch ein Highfive ausschalten könnt. Außerm bringt jeder der Sidekicks eine andere Spezialfähigkeit mit. Cranky kann auf seinem Krückstock über Stacheln Hüpfen, Diddy hält euch per Jetpack länger in der Luft und Dixie kann mit ihrem Zopf sogar ein paar Meter hoch fliegen. Ideal um versteckte Items einzusacken.

Timing ist alles

Und davon gibt es mehr als genug. In allen Levels verstecken sich zum Beispiel mehrere Puzzleteile, die sich am Ende zu einem Bild zusammensetzen und je vier Buchstaben, die das Wort KONG ergeben. Jeden Geheimgang und alle Items zu finden, das ist gar nicht so leicht. Dann auch ohne Geheimnisse zu lüften, habt ihr im Spiel jede Menge knifflige Aufgaben hinter euch zu bringen. Jeder Sprung will (ohne Partner auf dem Rücken) genau abgeschätzt werden, sonst geht es auf Nimmerwiedersehen in den Abgrund. Bei jedem Gegner ist größte Vorsicht gefragt, sonst geht der nächste Ballon flöten.

Die größte Herausforderung stellen aber die Level dar, in denen es kein Zurück gibt. In einem bricht zum Beispiel ein Vulkan aus, was bei euch richtigerweise den Fluchtimpuls auslöst. Auf der Flucht müsst ihr aber nicht nur herabfallenden Gesteinsbrocken sondern auch Gegnern aus dem Weg gehen, im richtigen Moment abspringen und auch noch nach einer Liane greifen. Selten klappt so ein Abschnitt beim ersten Versuch, oft brauchte ich dann mehrere Anläufe. Das sorgte nicht nur einmal für ein bisschen Frust.

Beim wilden Ritt auf dem Fass geht es nur nach vorn.(© 2018 Nintendo)

Allerdings muss man dem Spiel auch zugute halten, dass solche Szenarien zwar knifflig sind, es aber auch genug Checkpoints in den Levels verteilt sind. Außerdem sammelt ihr dabei so viele Bananen ein, dass euch unmöglich alle Ballons ausgehen können. Denn für je 100 Bananen gibt es einen neuen Ballon. Nach kurzer Zeit wird man deswegen tatsächlich vom Ehrgeiz gepackt und will dieses verdammte Level jetzt aber schaffen. Wirklich!

Auf der Switch wird es Funky

Sollte es partout nicht klappen, könnt ihr eure gesammelten Münzen (und von denen gibt es echt viele) an den Ständen von Funky Kong, die auf jeder Weltkarte zu finden sind, gegen weitere Extraleben oder Ballons eintauschen, die euch aus Abgründen retten oder in den (auch absolut kniffligen Unterwasser-Levels) mit mehr Luft versorgen.

Kommt es ganz hart auf hart und ihr merkt schon nach den ersten Levels, dass euch das Spiel zu schwierig wird, könnt ihr im "Funky Modus" mit Funky Kong statt Donkey Kong antreten. Funky hat nicht nur mehr Herzen (fünf statt zwei), sondern auch ein Surfbrett, mit dem ihr über Wasser und die Luft gleiten könnt. Kurz: Nintendo macht Neulingen hier  –ähnlich wie bei "Mario Kart 8: Deluxe" – den Einstieg ganz einfach.

Alles Funky: Spielt ihr im Funky Modus, wird das Game zum Kinderspiel(© 2018 Nintendo)

Zum Schluss noch ein Wort zu den grandiosen Endgegnern. Die Bosskämpfe werden nicht nur immer durch eine schöne Sequenz eingeleitet, sie sind auch völlig unterschiedlich gestaltet und verlangen dem Spieler viel Können ab. Denn während es bei anderen Nintendo-Spielen reicht, Bowser und Co. dreimal zu treffen, müsst ihr in "Tropical Freeze" ganz schön lange um den Sieg fighten. Dafür dürft ihr dem Gegner zur Belohnung zum Schluss noch einen kräftigen Hieb verpassen. Mehr Genugtuung geht nicht.

Fazit: Affenstarkes Abenteuer!

Sechs Welten voller Level mit einem knackigen Schwierigkeitsgrad haben mir alles abverlangt, garantieren aber auch langen Spielspaß, der sich noch einmal verlängert, wenn ihr alle Geheimnisse lüften wollt. Dazu kommt der typische Donkey-Look, der auch auf der Switch sehr gut aussieht. Auf Nintendos Hybrid-Konsole funktioniert das Spiel ohnehin besser, als auf der Wii U. Schließlich könnt ihr Donkey Kong überall mit hinnehmen und zwischendurch auch nur kurz ein Level zocken. Das macht schon Spaß.

Etwas schade ist nur, dass sich Nintendo entschieden hat, das Spiel erneut für die vollen 60 Euro in den Handel zu bringen. Denn der Funky Modus bietet geübten Spielern wenig Mehrwert. Ansonsten hat sich allerdings nicht viel am affigen Abenteuer geändert.

Donkey Kong Country: Tropical Freeze ist ab dem 04. Mai exklusiv für die Nintendo Switch erhältlich und hat die Altersfreigabe "Ab 0 Jahren".

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