Elephone P8000 im Test: Großes Smartphone, kleiner Preis

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Das Elephone P8000 kostet weniger als 200 Euro und hat ein 5,5 Zoll großes Display.
Das Elephone P8000 kostet weniger als 200 Euro und hat ein 5,5 Zoll großes Display.(© 2015 CURVED)

Mit dem Elephone P8000 hat uns das nächste Smartphone aus China erreicht, das nicht viel kostet, aber für seinen Preis von 150 Euro sehr viel kann.

Das Elephone P8000 ist neben dem Meizu M2 Note und dem Bluboo X550 der dritte China-Import, der die Redaktion erreicht hat. Das Smartphone beherbergt unter anderem einen Fingerabdrucksensor, einen großen Akku und zwei SIM-Karten hinter seinem 5,5 Zoll großen Display.

Großes Smartphone oder doch nur ein Phablet

5,5 Zoll sind für mich persönlich die Grenze an der Smartphones zu groß werden, und zwar ist dabei nicht die Display-Größe ausschlaggebend, sondern das gesamte Gehäuse. So wäre mir persönlich das Elephone P8000 auf Dauer zu groß, während zum Beispiel das LG G3 mit einem genauso großen Touchscreen für mich alltagstauglich ist. Aber genug von diesen persönlichen Vorlieben. Es gibt ja genug Leute, die lieber ein großes Phablet in die Hand nehmen als ein winziges Smartphone. Der Metallrahmen lässt das P8000 trotz einer Kunststoffrückseite wertig wirken.

Das IPS-Display gibt keinen Grund für Beanstandungen. Mit seiner Full-HD-Auflösung mit 1920 x 1080 Pixeln weist es auch bei seiner Größe ein scharfes, detailreiches Bild auf. Die Kontraste sind klar und deutlich, die Farben wirken natürlich und die Blickwinkelstabilität ist hoch. Selbst bei Sonnenlicht ist der Bildschirminhalt noch gut zu erkennen, man sollte allerdings darauf achten sich die Sonnenstrahlen nicht direkt ins Gesicht zu spiegeln.

Elephone verbaut im P8000 den Prozessor MT6753 von Mediatek, dessen acht Rechenkerne jeweils mit 1,3 Gigahertz getaktet sind. Zusammen mit dem Mali T720-Grafikchip kommt er im Antutu-Benchmark auf knapp 34.000 Punkte und sortiert sich damit im Mittelklasse-Bereich ein. Angesichts des drei Gigabyte großen Arbeitsspeichers erscheint der Wert mir ein wenig niedrig. In der Praxis reicht die Hardware des Elephone P8000 für Android Lollipop, den X Launcher und die allermeisten Anwendungen völlig aus. Nur bei grafisch aufwendigen Spielen wie Asphalt 8 reicht die Leistung nicht für die höchste Auflösung aus. Aber mit mittlerer Grafikqualität läuft das Spiel auch auf dem Elephone flüssig. Dabei hat der Prozessor ordentlich zu arbeiten und wird spürbar heiß, verliert aber nicht an Leistungsfähigkeit wie der Snapdragon 810.

Vom 16 Gigabyte großen internen Speicher, stehen für Eure Daten etwas mehr als elf Gigabyte zur Verfügung. Wem das nicht genug ist, kann die Speicherkapazität mit einer microSD-Karte erweitern. Um diese einzulegen, müsst Ihr die Rückseite des P8000 abnehmen, die mit vielen kleinen Haken gut befestigt ist und beim Öffnen Geduld und Fingerspitzengefühl verlangt. Neben dem Steckplatz für die Speicherkarte seht Ihr dann auch die zwei Steckplätze für SIM-Karten des Dual-SIM-Smartphones.

Großer Akku und ein ungenauer Fingerabdrucksensor

Der fest verbaute Akku des Elephone P8000 hat mit 4165 Milliamperestunden eine große Kapazität, die sich in einer langen Laufzeit niederschlägt. Es waren zwar nicht drei Tage wie beim Bluboo X550, aber zwei Tage hat die Batterie bei mir durchgehalten - wo ich fast jedes andere Smartphone nach einem Tag wieder aufladen muss. Die Schnellladefunktion soll den Akku in zehn Minuten um zehn Prozent aufladen.

Auf der Rückseite des P8000 befindet sich ein Fingerabdrucksensor, dessen Hauptfunktion es momentan ist, das Smartphone zu entsperren. Hierzu scannt Ihr einen oder mehrere Finger ein und legt diese später auf den Scanner auf, um die Bildschirmsperre aufzuheben. In der Praxis ist er allerdings nicht wirklich hilfreich. Zum einen muss ich das Display einschalten, bevor ich es mit meinem Finger entsperren kann und zum anderen erkennt der Scanner meine Finger trotz einer sehr gewissenhaften Einlesung nur sehr unzuverlässig. In der Zeit, die für die fehlgeschlagenen Anmeldeversuche draufgeht, könnte ich zehn Mal einen PIN-Code eingeben.

Gute Fotos, mittelmäßige Selfies

Die 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite des Elephone P8000 stammt von Samsung. Bei guter Beleuchtung liefert sie überzeugende Bilder mit natürlich wirkenden Farben und einer hohen, aber nicht herausragenden Detailgenauigkeit. Sobald die Lichtverhältnisse nicht mehr ganz optimal sind, zum Beispiel bei Tageslicht in geschlossenen Räumen leidet sofort die Bildqualität und Artefakte entstehen. Ingesamt bewegt sich die Bildqualität auf einem ordentlichen Smartphone-Niveau, bleibt aber noch deutlich hinter den Spitzenmodellen Galaxy S6 und LG G4 zurück.

Die Selfie-Kamera löst mit fünf Megapixeln auf, liefert weichgezeichnete Aufnahmen und überbelichtet bei zu viel Helligkeit die Aufnahmen. Steht dagegen zu wenig Licht zur Verfügung, rauschen die Bilder sehr stark. Wirklich schön sehen die Selbstporträts mit dem P8000 nur aus, wenn Ihr sie mit der großen Kamera knipst.

Die Kamera-App des Elephone bietet alle wichtigen Funktionen wie HDR- und Panorama-Modus sowie Szenenprogramme und die eine oder andere manuelle Einstellung. Eine Überraschung oder besonders erwähnenswerte Funktion konnte ich allerdings nicht entdecken.

Android Lollipop und ein aufdringliches Hintergrundbild

Das Elephone P8000 wird mit Android 5.1 ausgeliefert und als Benutzeroberfläche setzt der Hersteller auf seinen eigenen X Launcher. Dieser kommt ohne App Drawer aus und sortiert neu installierte Apps automatisch in einen von fünf vorgegeben Ordnern ein, entscheidet sich allerdings zu oft im Zweifel für den "Mehr Anwendungen"-Ordner. Praktisch finde ich, dass ich in einem Ordner nur nach links oder rechts zu wischen brauche, um die Apps im nächsten Ordner zu sehen.

Elephone installiert auf dem P8000 nur die nötigsten Google-Apps. Der Play Store ist dabei und so könnt Ihr alle weiteren von dort bei Bedarf nachladen. Die vorinstallierten Apps bewegen sich im üblichen Rahmen und sind nicht unnötig viele. Darüber hinaus ist das Angebot bereits für Kunden außerhalb Chinas optimiert und Ihr werdet auf dem gesamten Smartphone nicht wie etwa beim Meizu M2 Note von chinesischen Schriftzeichen verwirrt.

Eigentlich eine Nebensächlichkeit, aber beim Elephone P8000 stört sie mich gewaltig. Das Hintergrundbild vom Lockscreen ist hässlich und lässt sich nicht verändern - zumindest nicht mit den Launchern, die ich ausprobiert habe und für Amateur-Programmier-Versuche fehlt mir die Motivation. Dieses Problem scheint ein generelles des X Launcher von Elephone zu sein, an dessen Behebung angeblich bereits gearbeitet wird.

Gelungenes Smartphone für alle, die es groß mögen

Das Elephone P8000 ist ein großes solides Smartphone für einen fairen Preis. Die Mittelklasse-Ausstattung ist für die meisten Zwecke völlig ausreichend, das Display schick, das Design stimmig und die Verarbeitung gut. Die Kamera liefert ordentliche Bilder und das Erscheinungsbild von Android kann man mit einem Launcher an die gewohnte Optik anpassen. Leider erwies sich der Fingerabdruckscanner als nicht praxistauglich und nicht jedem werden die großen Abmessungen des P8000 gefallen. Im Großen und Ganzen gibt es allerdings keinen Grund einen Bogen um das Topmodell von Elephone zu machen, das sich durchaus mit anderen 5,5 Zoll großen Smartphones messen kann - wenn der Lockscreen-Hintergrund nur nicht so hässlich wäre.

Das Elephone P8000 kostet rund 150 Euro und Ihr könnt es unter anderem beim Efox-Shop bestellen, der uns dankenswerterweise das Testgerät zur Verfügung gestellt hat. Beim Versand der Geräte aus Hong Kong kann es passieren, dass Ihr noch Einfuhrumsatzsteuer zahlen müsst, wodurch sich der Preis um etwas mehr als 40 Euro erhöht, mit insgesamt aber weniger als 200 Euro immer noch sehr attraktiv ist.


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