Galaxy Note 10 lite im Test: Lohnt sich die Sparversion?

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Klar: Auch das Galaxy Note 10 lite hat den S Pen.
Klar: Auch das Galaxy Note 10 lite hat den S Pen.(© 2020 Curved)

Mit dem Galaxy Note 10 Lite, das Samsung zusammen mit dem Galaxy S10 lite vorgestellt hatte, will der südkoreanische Hersteller seine Flaggschiffe einem breiteren Publikum attraktiver machen. Ich habe mir das Note 10 lite geschnappt und geprüft, ob es dem "Großen" das Wasser reichen kann.

Eigentlich hatte Samsung für seine Note-Reihe ja eigentlich immer nur ein Gerät vorgesehen. Doch mit dem Note 10 kamen gleich zwei Versionen heraus und ihr konntet neben dem "normalen" Modell das Upgrade auf das Note 10+ erstehen. Das Smartphone mit dem S Pen überzeugte mich damals mit einer Wahnsinns-Performance, vielen Features und einer luxuriösen Ästhetik.

Doch dabei wollte es Samsung nicht belassen und lieferte mit dem Note 10 lite ein drittes Modell für die Reihe nach, die günstiger, aber auch ein wenig leistungsschwächer daherkommt. Der Preis ist für ein Smartphone, dessen Namen allein schon für viel Power und Funktionen steht, eine Ansage: 599 Euro gibt Samsung vor. Für etwa den gleichen Preis bekommt ihr mittlerweile auch die 128-GB-Variante des Galaxy Note 9. Schwere Entscheidung, oder?

Erster Eindruck: Das Flair des Note 10 bleibt erhalten

Schon nach dem Auspacken ist sofort klar: Das ist tatsächlich ein Note 10. Der Metallrahmen, der Sitz des S Pen, das Punch Hole in der Mitte – und als kleiner Bonus eine Klinkenbuchse an der Unterseite – machen auch das Note 10 lite zu einem edlen Smartphone. Allerdings gibt es auch klare Unterschiede zur Flaggschiff-Reihe des vergangenen Jahres.

Angefangen beim Display: Das Infinity-O-Display ist beim Note 10 lite eben, es fällt nicht an den Rändern seicht ab. Das heißt: Bei der Nutzung seht ihr auch einen Rahmen. Ich persönlich empfinde Samsungs Abkehr von diesem Display-Konzept als absoluten Pluspunkt, denn haptisch empfand ich das Display an den Rändern sonst eher rutschig.

Das heißt allerdings auch: Die Galaxy-Smartphones werden sich immer ähnlicher. Ganz besonders auf der Rückseite. Denn dort befindet sich in der linken oberen Ecke das Kamera-Setup in einer rechteckigen Aussparung. So auch beim Galaxy Note 10 lite.

Fast eine Flaggschiff-Kamera zum Preis der oberen Mittelklasse

Wenn wir schon bei der Kamera des Note 10 lite sind: Hier kommt ein Triple-Setup auf der Rückseite zum Einsatz. Samsung verbaut eine 12 Megapixel (MP) Hauptkamera, ein 12 MP Weitwinkelobjektiv sowie eine 12 MP Telelinse. Das ist eine etwas abgespeckte Variante des Note 10, das bei der Weitwinkel-Linse auf 16 MP kommt. Aber mehr als beim Note 9, das nur zwei Linsen mit je 12 MP auf dem Rücken trägt.

Klar, an die 108-Megapixel eines Galaxy S20 Ultra kommt die Kamera auf dem Papier natürlich nicht heran. Allerdings machen die Linsen in der Praxis eine mehr als ordentliche Figur – die Samsung-Software arbeitet hier unterstützend mit. Für Instagram und Co. eignet sich das Triple-Setup allemal.

Im Punch Hole auf der Front versteckt sich beim Note 10 lite eine ordentliche 32 MP Linse – das ist rein von den Megapixeln her sogar um einiges mehr als beim Note 10 und Note 10+, wo nur 10 MP zum Einsatz kommen. Das Galaxy Note 9 kann hierbei mit seinen 8 MP nicht mehr mithalten.

Das Kamera-Menü kommt auf meinem Testgerät recht übersichtlich daher. Mir stehen zunächst Live-Fokus, Foto und Video zur Verfügung, unter "Mehr" finde ich dann zum Beispiel Nacht- und Pro-Modus oder nette Features wie Super Slow-Mo oder Hyperlapse. Anordnen kann ich das dann so, wie ich das gerne will. Kennen wir ja so von Samsung. Wählt ihr einen Modus aus, könnt ihr – wie bei Samsung üblich – oben noch weitere Einstellungen vornehmen.

Solide Aufnahmen mit der Galaxy Note 10 lite Kamera

Bei Videoaufnahmen befindet sich dort zum Beispiel der "Superstabil"-Modus, der vor Erschütterungen schützen und für ein smoothes Bild sorgen soll. Schon ohne tatsächlich aufzunehmen, seht ihr, wie das Bild ähnlich bei einem Gimbal deutlich "träger" nachzieht, wenn ihr das Note 10 lite bewegt – und so für flüssige und geradlinige Aufnahmen sorgt.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen – reißen aber auch niemanden mehr vom Hocker. Wie ihr es von Samsung kennt, bekommt ihr saubere Schnappschüsse, auch der Bokeh-Modus, der beim südkoreanischen Hersteller Live-Fokus heißt, erkennt Konturen zuverlässig.

Ein Feature, das es heute meiner Meinung nach eigentlich bei jeder Smartphone-Kamera geben sollte: Die Möglichkeit der Bewegungsaufnahme. Dabei werden drei Sekunden Video aufgenommen, wenn ihr ein Foto schießt – das wiederum könnt ihr als GIF abspeichern. Den Auslöser könnt ihr übrigens auch per S Pen betätigen.

Legt ihr übrigens Wert auf Detailaufnahmen, solltet ihr euch das Galaxy S10 lite mal anschauen. Denn dort verbaut Samsung anstelle des Tele-Objektivs eine Makro-Kamera.

S Pen ohne Gestensteuerung

Was ist das Besondere an der Note-Reihe? Natürlich der S Pen. Auch im Galaxy Note 10 lite steckt der im Gehäuse des Smartphones, ein sanfter Druck lässt ihn so weit herausragen, dass ihr in locker aus der Unterseite ziehen könnt. Allerdings bekommt ihr bei der günstigeren Variante des Note 10 nicht die volle Funktionalität wie beim Note 10 oder Note 10+.

Zur Erinnerung: Für die 2019er-Flaggschiffe hatte Samsung dem Stylus ein Upgrade verpasst und unter anderem die Gestensteuerung eingeführt. Diese Version gibt es für das lite nicht – der S Pen ähnelt eher dem des Note 9.

Specs-Vergleich mit dem Note 9: Mal mehr, mal weniger, mal gleich

Das Gleiche gilt für den Prozessor: Samsung baut ins Note 10 lite wie beim Note 9 den hauseigenen Exynos 9810. Auch die 128 GB interner Speicher lassen sich mit einer microSD-Karte auf bis zu 1 Terabyte erweitern – allerdings nimmt das den Platz für die zweite SIM-Karte durch den Hybrid-Slot in Anspruch.

Anders als beim 2018er-Note bekommt ihr nur 6 Gigabyte Arbeitsspeicher und Full HD+ Auflösung für das 6,7 Zoll große Display bei einer Pixeldichte von 394 ppi. Ausreichend, aber das Note 9 hatte deutlich mehr. Allerdings kommt das Note 10 lite mit einem größeren Akku: Satte 4.500 mAh fasst das kleine Flaggschiff mit dem S Pen. Ordentlich Saft für das Flaggschiff-ähnliche Smartphone. Der Fingerabdrucksensor befindet sich bei den beiden großen Brüdern der 10er-Reihe auch beim lite im Display, beim Note 9 hatte sich dieser noch an der Rückseite befunden.

Galaxy Note 10 lite ist mein Held, weil …

… es ordentliche Leistung zum erschwinglichen Preis bringt. Wer schon immer den S Pen haben wollte, den Preis der Note-Modelle aber abschreckend fand, kann jetzt zugreifen. Ein paar Kompromisse im Vergleich zu den beiden "Großen" müsst ihr aber schon eingehen.

Dafür bekommt ihr ein wertiges Smartphone mit ordentlicher Kamera, großem Akku und guter Performance. Im Vergleich zum Note 9, das mittlerweile auf einem ähnlichen Preislevel rangiert, bekommt ihr die bessere Kamera, mehr Akku, allerdings ein etwas niedriger auflösendes Display und weniger Arbeitsspeicher.

Die Stärken des Samsung Galaxy Note 10 lite liegen auf jeden Fall bei der Kamera und beim Akku – wer mehr Display, mehr Features und die Gestensteuerung des S Pen will, greift zum Note 10 oder Note 10+, muss dann aber auch tiefer in die Tasche greifen.


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