Garmin Fenix 5 Plus Test: Diese High-End-Sportuhr lässt keine Wünsche offen

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Mit der Hightech-Uhr Garmin Fenix 5 Plus brauchen Profisportler und Outdoor-Abenteurer auf ihren Touren kein Handy mehr: Wir durften sie testen.
Mit der Hightech-Uhr Garmin Fenix 5 Plus brauchen Profisportler und Outdoor-Abenteurer auf ihren Touren kein Handy mehr: Wir durften sie testen.(© 2018 CURVED)

Die neue GPS-Multi-Sportwatch Garmin Fenix 5 Plus kommt mit zahlreichen Sensoren, schnellem GPS und einer vorinstallierten Europa-Karte sowie einem integrierten Musikplayer und Garmin Pay für mobiles Bezahlen daher. Mit der Hightech-Uhr brauchen Profisportler und Outdoor-Abenteurer auf ihren Touren kein Handy mehr. Allerdings hat das Gerät auch seinen Preis: Ob und für wen die Investition je nach Ausstattung und Größe zwischen 700 und 1.150 Euro lohnt, erfahrt ihr in unserem Test.

Die Fenix 5 Plus ist in drei Größen, S bis X, verfügbar und misst 42, 47 oder 51 Millimeter im Durchmesser. Wahlweise ist sie mit besonders kratzfestem Saphirglas und Leder- oder Titan-Armband erhältlich. Außerdem ist optional ein Pulsoximeter mit an Bord: Es misst die Sauerstoffsättigung des Blutes, damit Nutzer verfolgen können, wie sich der Körper an größere Höhen gewöhnt. Aufgrund der unterschiedlichen Ausstattungsmöglichkeiten variiert auch der Preis so stark. Bei unserem Testmodell handelt es sich um das Flaggschiff: die 47 Millimeter breite Garmin Fenix 5 Plus in der Saphir-Edition mit Silikonarmband und ohne Pulsoximeter für 799,99 Euro (UVP). Das Armband kann aber auch später noch schnell und einfach, ohne Werkzeug, ausgetauscht werden.

Aufmachung und Bedienung

Hinter dem robusten Edelstahl-Gehäuse verbergen sich diverse Sensoren und ein leistungsstarker Akku. Dennoch ist das 86 Gramm schwere Gerät, das ein Frauenhandgelenk komplett verkleidet, sehr angenehm zu tragen. Das transflektive Memory-in-Pixel-Display ist auch draußen bei strahlendem Sonneneinstrahlung noch gut lesbar und lässt sich etwas versteckt über die Uhren-Einstellungen heller oder dunkler einstellen. Grundsätzlich hat die Uhr so viele Funktionen, dass man sich anfangs ein bisschen Zeit nehmen sollte, sie alle zu erkunden.
Eine Umstellung für mich war die Bedienung über die fünf Knöpfe am linken und rechten Uhrenrand, da die Fenix 5 Plus über kein Touch-Display verfügt. Tatsächlich hat sich das aber als Vorteil erwiesen, weil ich im Vergleich mit der Garmin vivoactive 3 mit Touch-Display doch öfter mal an der Kleidung hängen geblieben und aus Versehen in einer Menüeinstellung gelandet bin. Außerdem fand ich das Touch-Display des Vorgängers weniger intuitiv als die Knöpfe. Wofür welcher Knopf steht, hat man schnell raus: Links steuert man im Menü hoch und runter, rechts oben ist der Hauptknopf für Bestätigungen und Aktivitäten und über den Knopf unten rechts geht's zurück ins Menü.

Die Garmin Fenix 5 Plus als Smartwatch im Alltag

So kann man relativ viele Parameter über die Uhr selbst ablesen und muss dafür nicht extra in die Garmin-Connect-App: Vom Puls und Stresslevel der vergangenen vier Stunden über die Wochenaktivitäten bis hin zu detaillierteren Daten des letzten Trainings, den Trainingszustand nach VO2max, die Lauf-Prognose für einen (Halb-)Marathon sowie die verbleibende geschätzte Regenerationszeit hat man alles auf dem Schirm. Mit Infos zur Umgebungstemperatur, Wetterinformationen, Kalender-Einträgen, Push-Benachrichtigungen und Musik-Player, mit Speicherplatz für bis zu 500 Lieder, ist man nicht nur beim Sport, sondern auch im Alltag bestens gerüstet. Garmin kooperiert mit Deezer und daher können auch Fenix-Nutzer mit einem Konto bei dem Streaming-Dienst ihre Lieblingsmusik auf die Uhr laden. Praktisch im Alltag sind auch die vorgefertigten Antworten auf eingehende Nachrichten, die man über die Garmin-App festlegen und so das Smartphone unterwegs auch mal in der Tasche lassen kann. Über die erweiterte Kartenfunktion lassen sich sogar Points of Interest oder Restaurants in der Nähe finden. Wer mag, kann die Fenix 5 Plus individuell gestalten über Apps und Widgets oder eigene Foto als Displaydesign.

Im Gehäuse der Fenix 5 Plus steckt neben den spezifischen Sportsensoren auch ein vergrößerter NFC-Chip, der per Nahfeldkommunikation das Bezahlen an der Kasse ermöglicht. Dafür müssen Nutzer zunächst ein Konto für den Dienst „Garmin Pay“ einrichten. Beim Einkauf erfasst dann ein NFC-fähiges Kartenlesegerät das Signal der Smartwatch und belastet die digitale Mastercard, egal bei welcher Bank. Das haben wir allerdings noch nicht getestet und werden uns Garmin Pay demnächst nochmal ausführlicher widmen.

Sämtliche Funktionen eines Activity Trackers hat die High-End-Uhr selbstverständlich drauf: Vom Schlaf-Tracking, über die regelmäßigen Erinnerungen an Bewegung und Trainingsziele, gelaufene Schritte, Distanzen und Stockwerke, Intensitätsminuten und Kalorienverbrauch sowie ganztägiges Stress-Tracking.

Die sportliche Perfomance

Erstaunlich schnell springt das GPS an, sobald ich eine Aktivität starte. Allerdings erkennt die Uhr diese, bis auf Schritte zählen, nicht automatisch – pausiert das Training aber, wenn man zum Beispiel an einer Ampel stehen bleibt. Zudem bietet die Fenix 5 Plus farbige topografische Karten mit Trendline Popularity Routing, damit Nutzer die besten Routen finden können. Round-Trip-Routing-Optionen für das Laufen und das Radfahren schlagen sogar Routen nach der gewünschten Distanz für das Training vor. Im kurzen Test machte die Navigation einen guten Eindruck, wobei selbst ein so großzügiges Uhren-Display mir persönlich immer noch zu klein erscheint, um Karten vernünftig zu lesen – allerdings bin ich auch keine Pfadfinderin und konzentriere mich lieber auf meine sportliche Performance als auf die Technik. Alternativ kann man sich aber auch über Textansagen mit Vibration zum Ziel schicken lassen – sehr praktisch im Alltag oder Urlaub! Übrigens sind in der Fenix 5 Plus selbstverständlich auch ein Höhenbarometer, Kompass, Beschleunigungsmesser, und Thermometer verbaut.

Das Tracking unter Wasser

Der Herzfrequenzmesser liefert valide Daten, funktioniert aber nicht unter Wasser: Auch wenn andere Geräte, wie die Apple Watch Series 3, den Puls unter Wasser messen können: Garmin verzichtet darauf, ähnlich wie Polar. Beide Hersteller geben an, dass die Messung unter Wasser einfach nicht zuverlässig genug ist und daher koppeln Triathleten ihre High-End-Sportuhren üblicherweise mit einem kompatiblen Brustgurt. Aber auch ohne Gurt ist die Fenix 5 Plus ein toller Begleiter im Wasser: Sie erkennt den Schwimmstil und ermittelt die Temperatur, Pace und zählt Schwimmzüge sowie mit SWOLF die Effektivität des Schwimmtrainings und sie schätzt den Kalorienverbrauch.

Laufen, Radfahren, Winter- und Kraftsport, Yoga, SUP und mehr tracken

Beim Laufen und Radfahren zeichnet sie außerdem Strecke, Höhe, Herzfrequenz sowie den Trainingseffekt aerob und anaerob auf – und gibt hinterher eine Einschätzung zur Fitness und voraussichtlichen Erholungszeit ab. Auch beim Krafttraining machte die Fenix 5 Plus einen soliden Eindruck – und erkennt und zählt sogar Klimmzüge automatisch. Alle Kraftübungen kennt sie zwar nicht, zählt aber Sätze und Wiederholungen. Die Feinheiten kann man hinterher auch manuell nachtragen. Auch für Intervalltrainings ist sie ein verlässlicher Trainingspartner. Weitere Sportarten, die die Fenix 5 Plus tracken kann, sind Standup paddeln, Yoga, Laufen, Radfahren, Schwimmen und Rudern jeweils indoor wie outdoor, Trail Run, Wandern, Bergsteigen, Mountainbiken, Skifahren, Langlaufen oder Snowboarden, Multisport, Training auf dem Stepper oder Crosstraining, Treppensteigen, Bootfahren und Golfen.

Welche Trainingsfeatures hält die Fenix 5 Plus noch bereit? Wecker, Timer, Stoppuhr und Zeiten für Sonnenaufgang und Sonnenuntergang helfen bei der Trainingsplanung. Zudem können Nutzer erweiterte Trainings und Trainingspläne auf die Uhr laden oder Freunde herausfordern und Challenges über sozialen Medien teilen.

Im Smartwatch- Modus soll die Akkuleistung der Fenix 5 Plus bis zu zwölf Tagen reichen. Da ich im Test täglich sportlich aktiv war, kann ich das nicht beurteilen, stelle aber fest: Selbst im GPS-Modus ist die Laufzeit beachtlich und hielt bei mir mindestens vier Tage.

Fazit: Die Garmin Fenix 5 Plus lässt keine Wünsche offen

Unterm Strich ist die Garmin Fenix 5 Plus wirklich eine High-End-Uhr für ambitionierte Sportler und Outdoor-Abenteurer, die keinerlei Wünsche offen lässt. Technische Ausstattung, optische Aufmachung, Bedienung, Tragekomfort, Performance im Alltag wie in diversen Sportarten sowie die Auswertung der vielen wertvollen Fitnessdaten sind einfach top. Die Features sind so geballt, dass man sie als Hobbysportler kaum nutzen kann. Für alle, die geballte Technik am Handgelenk haben wollen und bereit sind, dafür einen etwas größeren Brummer zu tragen und entsprechend tief in die Tasche zu greifen (ab 700 Euro ist die kleine Fenix 5S Plus erhältlich), wird der Trainingscomputer aber einen echten Mehrwert bieten. Mit sämtlichen Activity-Tracker-Funktionen und diversen Smartwatch-Features ist die Uhr auch im Alltag mehr als nützlich. Spannende Highlights sind die erweiterten Kartenfunktionen, mit denen man auch im Urlaub interessante Locations finden oder passende Outdoor-Touren entdecken kann. Der verbaute Musikplayer mit extra großem Speicher, die beeindruckende Akkulaufzeit und die Garmin-Pay-Funktion für mobiles Bezahlen machen das Smartphone quasi überflüssig.


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