Huawei Nova 5T im Test: Sieben Tage mit dem Honor 20 im neuen Design

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Wir haben das Huawei Nova 5T für euch getestet.
Wir haben das Huawei Nova 5T für euch getestet.(© 2019 CURVED)

Mit diesem Smartphone hat Huawei dem US-Bann ein echtes Schnippchen geschlagen: das Huawei Nova 5T. Im Test erfahrt ihr, warum sich das neue Smartphone lohnt und wie es sich im Alltag schlägt.

Starten wir den Test am besten einmal mit den mehr als erfreulichen Tatsachen: Das Huawei Nova 5T soll das Update auf EMUI 10 bekommen – und damit auch die neue Android Version sowie vorinstallierte Google-Dienste. Wie das gehen soll, obwohl die USA den Handelsbann gegen Huawei noch immer nicht aufgehoben hat, fragt ihr euch?

Das ist ganz einfach deshalb möglich, weil der US-Bann sich auf neue Geräte auswirkt, das Huawei Nova 5T allerdings nur eine Neuauflage des Honor 20 ist. Technisch unterscheidet sich das Smartphone weitgehend nicht von seinem Vorgänger – nur optisch hat das Nova 5T noch mal zugelegt.

Nova 5T im Hands-On: die Honor-20-Technik im neuen Gewand

Auffällig ist das neue Design des Huawei Nova 5T auf jeden Fall. Bereits die Namen der neuen Farben machen schon einiges her: Midsummer Purple und Crush Blue. Wenn ihr doch eher Verfechter des schlichten Smartphones seid, könnt ihr auch auf das simple Black zurückgreifen. Uns wurde das Nova 5T in Midsummer Purple zugeschickt und die Farben schillerten mir schon beim Auspacken verlockend entgegen.

Mit seinem 6,3-Zoll IPS LC-Display liegt das Huawei Nova 5T gut in der Handfläche und ist einhändig gut zu bedienen. Das Glasgehäuse fühlt sich hochwertig an – und buhlt wie bereits erwähnt schillernd um die Aufmerksamkeit aller Umstehenden. In der U-Bahn habe ich den ein oder anderen neugierigen Blick mit dem purpurnen Smartphone auf mich gezogen. Dennoch musste ich immer wieder feststellen, dass das Material doch ziemlich rutschig ist. Außerdem zieht das Gehäuse Fingerabdrücke quasi unheilvoll an. Ein Schicksal, das jedoch beinahe alle Smartphones aktuell teilen, außer sie "glänzen" mit einer matten Oberfläche.

Das Nova 5T Display: die goldene Mitte

Die Screen-to-Body-Ratio des Huawei Nova 5T beträgt rund 84 Prozent – es ist also nur ein schmaler Rand, der das mit Display mit einer ordentlichen Pixeldichte von 412 ppi umschließt. Der Bildschirm liegt dabei in der sprichwörtlichen goldenen Mitte. Es ist klein genug, damit man es mit einer Hand bedienen kann – und groß genug, um vollen Surf- und Streaming-Spaß zu bieten.

Für lange Filmstunden ist das Display vielleicht weniger geeignet, aber ein bis zwei Folgen "Stranger Things" in der Bahn sind mit dem Android-Smartphone auf jeden Fall zu genießen. Ebenso wie gelegentliches Online-Shopping oder surfen durch Social Media.

Performance im Alltag: das Nova 5T, ein treuer Begleiter

Der Fingerabdrucksensor ist beim Huawei Nova 5T übrigens an der Seite eingebaut – und ist gleichzeitig auch der Aus-Button. Es ist tatsächlich mein erstes Testhandy, das den Fingerabdruck an der Seite integriert hat und ich bin schlichtweg gesagt begeistert. Ich finde es wesentlich intuitiver, den Daumen an der Seite zu positionieren. Das liegt wohl hauptsächlich daran, dass sich diese Position ideal mit meiner „natürlichen“ Handhaltung vereinbaren lässt. Einfach Daumen ausstrecken und schon ist das Handy entsperrt. Der Sensor reagiert im Übrigen blitzschnell und ohne auffällige Verzögerungen.

Ansonsten läuft das Huawei Smartphone flüssig und ohne Zickereien. Ich selbst konnte es zwar noch nicht antesten, aber aus Gesprächen mit Kollegen konnte ich bereits heraushören, dass auch Games für das Mittelklasse-Modell kein wirkliches Problem darstellen. Der eingebaute HiSilicon Kirin 980 und der Octa-Core Prozessor mit 2.600 MHz stemmen die alltäglichen Herausforderungen mit Leichtigkeit. Zusätzlich kommt das Huawei Nova 5T mit 6 GB RAM und ist Dual-SIM-fähig.

Der 3.750 mAh Akku gibt übrigens wirklich alles. In der Woche mit dem Nova 5T habe ich einmal mehr die Sorglosigkeit genießen können, die ein leistungsstarker und ausdauernder Akku mit sich bringt. Eineinhalb bis zwei Tage könne da mal ins Land ziehen, ohne dass ich an ein Ladekabel zu denken habe – ein wahrer Luxus. Diesen kannte ich allerdings schon von meinem eigentlichen Samsung Gerät, einem Galaxy A50.

Die 4-fach-Kamera mit KI-Unterstützung des Nova 5T weiß zu überzeugen

Ein weiterer Pluspunkt, der eindeutig für das Huawei Smartphone spricht, ist das gute Zusammenspiel aus Kamera-Setup und KI-Unterstützung. Doch zunächst einmal zu den Spezifikationen der einzelnen Linsen. Die Quad-Cam besteht aus einer 48 Megapixel Hauptkamera, einer 16-Megapixel Weitwinkelkamera für Umgebungsaufnahmen, einer Makrolinse mit 3 Megapixeln und einer Tiefenlinse. Wollt ihr Selfies schießen, könnt ihr das ebenfalls mit 32 Megapixeln und einer festen Brennweite machen. Doch Vorsicht: Bei beim "Verschönerungs"-Effekt verschwindet schnell mal ein Schönheitsfleck, den die chinesische Software als einfach nicht schön genug wahrnimmt.

So ausgestattet bekommt ihr bei Tageslicht wirklich ansprechende Fotos hin. Sind die Lichtverhältnisse nicht ideal, greift die KI ein – beispielsweise beim Nachtmodus. Dieser schafft es, für diese Preisklasse wirklich gute Bilder zu schießen. Ist das Bild etwas wackelig, optimiert auch das die KI und erzeugt so schärfere Aufnahmen.

Was für das Nova 5T spricht

Zusammenfassend überzeugt das Nova 5T mit seinem vergleichsweise günstigen Preis von rund 430 Euro, einem außergewöhnlichen Design und einer extrem praktischen Handhabung besonders im Alltagseinsatz. Auf der Contra-Seite steht eigentlich nur die Anfälligkeit für Fingerabdrücke. Doch welches Smartphone ist davor schon gefeit?

Ein persönlicher Knackpunkt für mich: der fehlende Klinkenanschluss. Habt ihr allerdings sowieso Bluetooth-Kopfhörer oder nichts dagegen, euch einen Adapter zu kaufen, ist das auch kein Problem.


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