Huawei P30 lite New Edition vs. Samsungs Lite-Modelle: Dreikampf der Lites

Welches Lite passt zu wem?
Welches Lite passt zu wem?(© 2020 HUAWEI, SAMSUNG)

Ob die Handy-Hersteller auch Neujahrsvorsätze zum Abspecken gefasst haben, ist zwar nicht überliefert, doch mit Huawei P30 lite New Edition, Samsung S10 Lite und Note 10 Lite gibt es drei interessante neue Smartphones auf dem Markt, die sich leicht machen. Wir klären, welches Lite für wen am besten ist.

  • Huawei macht das Mittelklasse-Handy P30 lite in der New Edition schneller und spendiert 256 GByte Speicherplatz; ein guter Griff für rund 350 Euro
  • Die Lite-Modelle von Samsung sind deutlich teurer, aber kommen mit Android 10
  • Das S10 Lite besticht mit Riesen-Display und cooler Bildstabilisierungs-Funktion für 649 Euro
  • Das Note 10 Lite bringt natürlich den S Pen mit, ist aber schlechter ausgestattet als das S10 Lite; Preis rund 600 Euro
  • Bei den Samsungs ist das S10 Lite der bessere Griff, das Note10 Lite bietet sich für Stift-Fans an

Light-Produkte, auch "Lite" genannt, genießen in der Lebensmittelbranche einen zweifelhaften Ruf. Sie werden zwar gern gekauft, sind aber oft Mogelpackungen mit zusätzlichen Süßstoffen, Emulgatoren, Verdickungsmitteln oder anderen unerwünschten Dreingaben.

Für Handys gilt das so auf jeden Fall nicht, die Lite-Versionen bekannter Highend-Smartphones sind abgespeckte Varianten zu vernünftigen Preisen. Mit dem neuen Huawei P30 lite New Edition und den beiden lite-Versionen des Samsung S10 und Note 10 gibt es aktuell eine breite Auswahl. Für wen ist also welches Smartphone am besten geeignet?

Starke Mittelklasse: Huawei P30 lite New Edition

Wer bei der Handy-Technik vorne mit dabei ist, wird das Huawei P30 für einen alten Hut halten, es ist ja auch aus dem Jahr 2019. Was die Specs betrifft, lässt es sich natürlich besser über die möglichen Neuheiten der P40-Serie sinnieren, jedoch gilt es dabei immer noch den Handelsstreit zwischen China und den USA zu bedenken. Auf neuen Huawei-Handys fehlen deswegen die beliebten Google-Dienste. Doch das gilt nicht für Updates bestehender Geräte – also hat Huawei das P30 lite neu aufgelegt und als P30 lite New Edition gebracht.

Das P30 lite überzeugte uns schon im letzten Jahr im Test mit einer sehr guten Kamera, guter Leistung und ausdauerndem Akku. Auch die Verarbeitung ist für die Mittelklasse hochwertig. Diese Basis wertet Huawei im P30 lite New Edition noch einmal auf und erhöht den RAM von 4 auf 6 GByte.

Doch was noch wichtiger ist: Der Standard-Speicherausbau klettert von soliden 128 Gigabyte (GB) auf stattliche 256 GB. Das ist sicher ein guter Schritt für alle, die ihr Handy intensiver nutzen. Drei Farben stehen nun zur Auswahl: Midnight Black, Peacock Blue und Breathing Crystal. Mit 349 Euro unterbietet Huawei sogar den ursprünglichen Preis des P30 lite.

Samsung Lite ist fast schon Oberklasse

Mittelklasse bedeutet bei Samsung eigentlich ein Griff zur A-Serie. Doch von dort bis zu den echten S-Modellen ist es dann doch noch ein kleines Stück Technik, das man mit dem neuen Samsung S10 Lite überbrücken will. Doch es gibt doch schon das S10e, wie passt da noch eine Lite-Version rein?

Samsung zeigt sich hier durchaus kreativ, denn das S10e soll eher Nutzer ansprechen, die ein kompaktes Handy wollen; das S10 Lite ist das genaue Gegenteil, es ist förmlich der Riese unter den lites. Was grundsätzlich auffällt im Vergleich zu Huawei: Die Lite-Modelle von Samsung sind deutlich teurer und ordnen sich im Bereich zwischen 600 und 650 Euro ein, Marktbeobachter nennen das dann entweder obere Mittelklasse oder untere Oberklasse.

Das ist natürlich immer noch merklich günstiger als ein voll ausgebautes S10+ oder Note 10+, zumindest wenn ihr auf die UVP-Liste schaut, aber eben auch fast doppelt so teuer wie ein P30 lite New Edition.

Samsung S10 Lite ist riesig

Ein großes Geheimnis war es zwar nicht mehr, dass Samsung Lite-Modelle seiner Flaggschiffe plant, aber erst auf der CES sprangen die Katzen dann offiziell aus dem Sack. Das S10 Lite ist auch nicht kompakt wie das S10e, sondern kommt mit einem riesigen 6,7 Zoll Display, das sogar das S10+ überflügelt.

Der AMOLED-Bildschirm ist flach, was einigen Nutzern sicher besonders gefallen wird, und löst in Full HD Plus auf. Das ist in Ordnung, aber die großen Geschwister schaffen eine höhere Auflösung und sehen wertiger aus, am S10 Lite ist dann doch viel Kunststoff dran.

In der Mitte des Displays, das fast die komplette Front einnimmt (Infinity-O-Display), sitzt das kleine Punch-Hole für die coole 32-MP-Selfie-Kamera. Apropos Kamera: Verbaut ist auf der Rückseite eine Triple-Cam (48 MP, 12 MP Ultra-Weitwinkel, 5 MP Makro), die mit einem neuen optischen Bildstabilisator ausgerüstet ist. Mit Super Steady OIS, wie die Funktion von Samsung offiziell genannt wird, soll man das S10 Lite wie eine Action-Cam für rasante Videos ohne Wackler nutzen können.

Ein Octa-Core, vermutlich der Snapdragon 855, soll unter der Haube richtig Dampf machen, dazu gibt es 6 beziehungsweise 8 GB RAM, aber nur 128 GB Speicherplatz. Ein 4.500 mAh Akku sorgt dafür, dass das S10 Lite trotz Riesen-Bildschirm möglichst lange durchhält. Wichtige Details: Schnellladen mit bis zu 45 Watt wird unterstützt, induktives Laden jedoch nicht. Die Farbauswahl bietet Gehäuse in Schwarz, Weiß und Blau. Samsung verlangt 649 Euro für das große Kleine.

Samsung Note 10 Lite für Stift-Fans

Wie man es vom Note kennt, kommt auch das Note 10 Lite ziemlich groß daher. 6,7 Zoll misst der Bildschirm in der Diagonalen des flachen AMOLED-Displays. Das Kamera-Loch im Bildschirm lässt die 32 MP Selfie-Cam durchblitzen. Fehlen darf natürlich auch der Eingabestift S Pen nicht, der eines der Hauptargumente für den Griff zum Note darstellt.

Vergleicht man S10 Lite und Note 10 Lite, fällt auf, dass sich beide Geräte sehr ähnlich sind. Unter der Haube arbeitet beim Note 10 Lite ein Exynos 9810. Der wird laut Samsung-Specs von 6 beziehungsweise 8 GB Arbeitsspeicher und 128 GB Speicherplatz flankiert.

Das Samsung Galaxy Note 10 Lite verfügt ebenfalls wie das S10 Lite über eine Triple-Kamera. Aber: Die Hauptkamera löst nur mit 12 MP auf, dazu gibt es in der Triple-Cam eine Ultra-Weitwinkel-Linse und ein Tele-Objektiv mit ebenfalls jeweils 12 MP. Das Galaxy Note 10 Lite ist damit auf dem Papier schlechter ausgestattet als das S10 Lite. Mit 599 Euro ist es auch ein wenig günstiger.

Verzichten müssen Nutzer auch auf induktives Aufladen und Wasser- und Staubbeständigkeit nach IP68; beim Schnellladen ist bei 25 Watt Schluss. Erhältlich wird es in Aura Glow, Aura Black und Aura Red sein. Sowohl S10 Lite als auch Note 10 Lite kommen noch im ersten Quartal 2020. Wie findet ihr die Lite-Offensive? Schreibt uns bei Facebook oder per Mail an Redaktion@Curved.de.


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