Insta360 Air im Test: die 360-Grad-Ansteck-Kamera für Android-Smartphones

Her damit !5
Insta360 Air
Insta360 Air(© 2017 CURVED)

360-Grad-Aufnahmen einfach gemacht: Die Insta360 Air steckt direkt im Smartphone. Im Test überzeugte die Kugel mit tollen Fotos und einfachem Live-Videostreaming für Facebook und YouTube.

Nach einer turbulenten Messewoche auf dem MWC in Barcelona ging es für mich direkt danach eine Woche in den Urlaub in der Eifel und am Mittelrhein. Perfekte Bedingungen, um die Insta360 Air auszuprobieren. Die 360-Grad-Kamera ist das Android-Gegenstück zur Insta360 Nano und wahlweise mit USB-C- oder Micro-USB-Anschluss erhältlich. Der Hersteller gibt nur eine Garantie für wenige von ihm ausprobierte Smartphones. So musste ich feststellen, dass die Kamera mit meinem OnePlus 2 nicht zusammenarbeiten wollte. Dafür aber mit jedem anderen Gerät mit USB-C hier in der Redaktion. So war ich im Endeffekt immer mit zwei Smartphones unterwegs und habe die Air mit dem Nexus 5X und dem LeEco Le 2Pro benutzt.

Eine Kamera zum Anstecken

Für den Transport befindet sich die Insta360 Air in einer Schutzhülle aus weichem Gummi, die die zwei Linsen vor Kratzern schützt. Die Kamera lässt sich leicht herausnehmen und am Smartphone befestigen, trotzdem hat man immer zwei Geräte in der Hand, mit denen man zumindest kurz hantiert, bevor man das Smartphone mit der Insta360 Air wieder in einer Hand halten kann. Für spontane Schnappschüsse bietet sich die 360-Grad-Kamera nicht an. Dafür umso mehr für eindrucksvolle Aufnahmen an besonderen Orten.

Anders als die Insta360 Nano verfügt die Insta360 Air nicht über einen eigenen Akku. Sie lässt sich also nicht ohne Smartphone benutzen und holt sich den benötigten Strom aus dessen Akku. Auf die Laufzeit hatte das während meines Tests keine spürbaren Auswirkungen, da ich die Kamera immer nur kurz für Bilder angesteckt und dann wieder abgenommen habe. Mit angesteckter Kamera bietet sich kein Smartphone für den Transport an. Und solltet Ihr das doch versuchen, wird nicht nur die Kamera warm, der Akku leert sich auch schneller. Denn solange die Insta360 Air angesteckt ist, bleibt sie auch aktiv. Einen Ausschalter gibt es nicht.

Eine App zum Anschauen und Teilen von Bildern

Habt Ihr die Insta360-Air-App installiert, startet diese, sobald Ihr die Kamera an Euer Smartphone anschließt. Falls Ihr das nicht wollt, könnt Ihr den Autostart deaktivieren. Die Software ist noch nicht ins Deutsche übersetzt, aber auch mit geringen Englisch-Kenntnissen problemlos zu benutzen. Neben der Aufnahme der Bilder dient sie dazu, die Bilder und Videos anzuschauen und zu teilen. Dies geht über die Plattform von Insta360 oder über Dienste wie Facebook und Youtube, die bereits 360-Grad-Ansichten unterstützen. Bei Instagram, WhatsApp und Co. könnt Ihr Screenshots aus den 360-Grad-Bildern posten.

Bei der Betrachtung der Aufnahmen stehen Euch vier Ansichten zur Auswahl: Fisheye, Perspektive, Little Planet und Kristallkugel. Wobei Little Planet zwar nicht bei jedem Motiv passt, aber doch zu mein Favorit ist. Wollt Ihr die Bilder oder Videos in einer VR-Brille betrachten, müsst Ihr nur den VR-Modus aktivieren und das Smartphone in ein entsprechendes Gestell einlegen.

Verbindet Ihr die App mit Eurem Facebook-Account, könnt Ihr dort direkt Fotos und Videos posten. Verbindet Ihr sie mit Eurem Youtube-Account, kostet es Euch nur einen Knopfdruck, um ein 360-Grad-Live-Video zu starten. Einfacher geht es wirklich nicht.

Gute Bilder bei schönem Wetter

Die Videos verfügen über eine Auflösung von 2560 x 1280 Pixeln. Die Fotos kommen auf 3008 x 1504 Pixel. Wohlgemerkt: für die gesamte 360-Grad-Ansicht. Zum Vergrößern bieten sich die Aufnahmen damit nicht an. Bei der Detailgenauigkeit dürfen die 360-Grad-Kameras in den nächsten Jahren gerne noch größere Sprünge machen. Da verwundert es nicht, dass die Insta360 Air für gute Bilder auch auf eine gute Beleuchtung angewiesen ist. Egal ob in der Höhle oder in der Messehalle: Bei wenig Licht leidet die Bildqualität deutlich.

Teilweise meine ich einen Rotstich zu erkennen, mit harten Kontrasten kann die Software auch noch nicht perfekt umgehen. Dagegen gefällt mir sehr gut, wie sie die Bilder der zwei Kameras zu einer Ansicht zusammensetzt. Da muss man sehr genau hinschauen und suchen, um die Schnittkanten zu entdecken.

Ihr könnt die Insta360 Air aber nicht nur am Smartphone verwenden. In der Packung befindet sich ein stabiles USB-Kabel, mit dem Ihr die Kamera am Computer anschließt und in der Luft stehen lassen könnt. Mit dem passenden Treiber kann man bei Videotelefonaten oder -chats mit einem 360-Grad-Bild glänzen. Namentlich nennt Insta360 Skype und das chinesische QQ als Beispiele, liefert aber bisher nur einen Windows-Treiber. Der für macOS soll noch folgen.

Fazit: schöne Urlaubserinnerungen

Die Insta360 Air soll ab Mitte bis Ende März auch in Deutschland erhältlich sein. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers liegt bei 159 Euro und ist damit niedriger als für iOS-Version Insta360 Nano. Mit Weiß, Schwarz und Pink stehen Euch drei Farbvarianten zur Auswahl. Und mit USB-C und micro-USB auch zwei Anschlüsse.

Auch wenn die Bildqualität noch nicht perfekt ist, hat mir die Insta360 Air viel Spaß bereitet und schöne Bilder beim MWC und im Urlaub beschert. Ich konnte nicht nur meinen Freunden Rundum-Einblicke geben, sondern habe auch schöne Erinnerungen behalten. Für mich ist die Videofunktion noch nur eine Zugabe, dafür aber umso leichter zu benutzen. Dass sich mit so wenig Aufwand 360-Grad-Clips sogar live streamen lassen, habe ich in der Form noch bei keiner anderen Kamera erlebt.


Weitere Artikel zum Thema
Shure SE846 im Test: Was taugen In-Ear-Kopf­hö­rer für 1000 Euro?
Stefanie Enge
Die Shure SE846 kosten etwa 1000 Euro
Für 1000 Euro verspricht der Klangspezialist Shure die weltbesten In-Ears. Hört man den Unterschied? Wir haben die Shure SE846 getestet.
Xiaomi hat keine Zeit für Smart­phone-Relea­ses in Deutsch­land
Michael Keller1
Peinlich !5Das Xiaomi Mi6 ist das neue Vorzeigemodell des Unternehmens
Xiaomi hat gerade erst das Xiaomi Mi6 vorgestellt – doch wie so viele Geräte des Unternehmens wird auch dieses vorerst nicht in Europa erscheinen.
Xperia XZ und X Perfor­mance erhal­ten Update auf Android 7.1.1 Nougat
Das Xperia XZ ist 2016 erschienen
Das Xperia XZ und Xperia X Performance erhalten das Update auf Android 7.1.1 Nougat. Ein neues Feature soll aber noch nicht richtig funktionieren.