Jawbone Up24 im Test: Eine Woche mit dem Smartband

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Jawbone Up24: Der Fitnesstracker funkt endlich per Bluetooth
Jawbone Up24: Der Fitnesstracker funkt endlich per Bluetooth(© 2014 CURVED)

Up24 heißt das neue Smartband von Jawbone. Wie schlägt sich die neue Generation im Praxistest? Wir hatten das Gadget eine Woche am Handgelenk.

Tag 1: Aufladen und Einrichten

Die wichtigste Neuerung des Jawbone Up24 ist nicht zu sehen: Der Fitnesstracker verfügt jetzt endlich über Bluetooth und synchronisiert seine Messdaten drahtlos mit der App auf Eurem Smartphone. Die Form des Armbands hat sich nicht verändert, nur das dezente Wellenmuster hat die Richtung geändert.

Bevor das Up24 an mein Handgelenk kommt, muss ich den fest eingebauten Akku des Armbands aufladen. Dazu benötige ich weiterhin den mitgelieferten Adapter, mit dessen Hilfe ich den 2,5mm-Anschluss des Fitnesstrackers an einen USB-Anschluss bekomme. Eine Micro-USB-Schnittstelle wäre angesichts der weitverbreiteten Kabel komfortabler. So liegt ein weiteres "Ladegerät" in der Schublade und muss mit ins Urlaubsgepäck.

Um den Up24 nutzen zu können, brauche ich ein Nutzerkonto bei Jawbone, das ich mit einer E-Mail-Adresse und einem Passwort anlege. Habt Ihr bereits vom ersten Up einen Account, meldet Ihr Euch natürlich mit diesen Daten an. Die anschließende Kopplung zwischen Armband und Smartphone gestaltet sich dank Bluetooth sehr einfach und deutlich komfortabler als bei der Vorgängerversion, die noch mit einem Micro-Klinke-Stecker in die 3,5mm-Buchse des Handys gesteckt werden musste.

Persönliche Daten eingeben und Freunde finden

Die App (iTunes / Play Store) des Jawbone Up24 benötigt meine persönlichen Daten (Geschlecht, Größe, Gewicht und Geburtsdatum), um aus den gezählten Schritten den Kalorienverbrauch zu berechnen. Danach lege ich meine Tagesziele für die Schlafdauer und die Schrittzahl fest. Zur Orientierung zeigt die Anwendung die durchschnittliche Schlafdauer von 6 Stunden und 30 Minuten sowie die empfohlene Schlafdauer von acht Stunden an. Beim Bewegungspensum sind es 5500 und 10.000 Schritte. Ich entscheide mich vorerst für diese Ziele.

Freunde, die ebenfalls einen Jawbone Up nutzen, kann ich meinem Team hinzufügen: Namen eingeben, Freundschaftsanfrage verschicken, und nach der Bestätigung sehe ich im Überblick, wer bereits wie viel Prozent seines Tagesziels erreicht hat.

Tag 2: Die erste Nacht und die erste Bewegungen

Das Jawbone Up24 ist nur in drei verschiedenen Größen erhältlich, die sich nicht individuell anpassen lassen. So steht das Armband in L bei mir ein klein wenig über - was je nachdem, wie eng das Bündchen vom Pullover, Hemd oder Jacke ist, dazu führt, dass es hängen bleibt. Trotzdem stört es beim Schlafen nicht. Aber bevor ich mich hinlege, schalte ich die Schlafprotokollierung ein. Hierfür einfach die Taste am Ende des Up gedrückt halten, bis es vibriert und der Mond aufleuchtet. Alternativ ist eine Aktivierung des Schlafmodus über die App möglich.

Das Up24 erkennt allerdings nicht von selbst, dass ich aufstehe. Ich muss die Schlafprotokollierung immer noch manuell ausschalten - was ich am ersten Morgen auch prompt vergesse und mir die Schlafstatistik mit einer halben Stunde Wachsein verwässere. Ärgerlich!

Die App zeigt neben der gesamten Schlafdauer auch an, wie lange der leichte Schlaf und der als gesund bewerte Schlaf war. Darüber hinaus könnt Ihr sehen, wie lange Ihr im Bett gelegen habt, wie lange Ihr zum Einschlafen gebraucht habt, wie lange Ihr wach wart und wie oft Ihr aufgewacht seid.

Jawbone verpasst dem Up24 einen dezenten Wecker. Der Smart Alarm sorgt dafür, dass das Armband vibriert und so unauffällig weckt. Zusätzlich kann ich einen Zeitraum von bis zu einer halben Stunde festlegen, in dem mich der Tracker weckt, wenn ich mich in einer Leichtschlafphase befinde.

>>> Jawbone UP, Fitbit Flex und Co: Fitnesstracker im Test

Tag 3: Nahrungsaufnahme protokollieren

Zur App des Up24 gehört ein Nahrungsprotokoll, mit dem ich alles, was ich esse und trinke, festhalten kann. Hierfür steht eine große Datenbank mit Nährwertangaben bereit. Mit einem Barcode-Scanner ruft die Anwendung die Angaben zu verpackten Lebensmittel direkt ab. Bei frisch zubereiteten Speisen ist allerdings noch teilweise langwieriges Suchen mit anschließendem Raten angesagt, da die Vorgaben nur selten passen und man in den seltensten Fällen die genaue Kalorienzahl selbst bestimmen kann.

Zudem hat Jawbone eine Ebene zu viel eingebaut, die meine Motivation, das Protokoll zu nutzen, noch weiter senkt. Zuerst gibt man an, was man gegessen oder getrunken hat und sucht anschließend noch die passenden Nährwerte heraus. Dabei lassen sich beide Schritte doch in einem kombinieren und würden auf diese Weise weniger Zeit in Anspruch nehmen. Darüber hinaus hatte die Protokollierung für mich neben einem etwas größeren Bewusstsein für die Ernährung keine spürbaren Auswirkungen in der App. So wurden die aufgenommenen Kalorien zum Beispiel nicht mit den verbrauchten aufgerechnet und mir eine Bilanz präsentiert. Warum nicht? Hier muss Jawbone nachbessern.

Tag 4: Die App im Detail

Auf dem Startbildschirm präsentiert die App des Jawbone Up24 zuerst zwei große Balken, die zeigen, wie viel Prozent ich von meinem Tagesziel erreicht habe. Darunter befindet sich der Feed mit jeweils einer Schlaf- und Bewegungsgrafik für jeden Tag. Klickt man sie an, erscheinen noch weitere Details. Neben den Schritten und der dabei zurückgelegten Strecke sehe ich, wie lange ich aktiv und wie lang ich inaktiv war - sowie, wie viele Kalorien ich am Tag verbrannt habe. Dabei unterscheidet die Anwendung zwischen aktiven und passiven Kalorien. Wenn der Körper das doch auch tun würde...

Darüber hinaus könnt Ihr Eure jeweilige Stimmung mit der App festhalten. Mir war es allerdings recht egal, wann ich erschöpft, energiegeladen, aufgedreht oder total erledigt war. Das hängt schließlich nicht nur mit meiner Ernährung zusammen. Deutlich praktischer finde ich dagegen die Möglichkeit, andere Apps mit dem Up24 zu verknüpfen. Zum Datenaustausch stehen unter anderem Runkeeper, IFTTT oder MapMyFitness und die WLAN-Waage von Withings sowie zehn weitere Apps bereit.

Die Daten speichert das Armband nicht lokal auf meinem Smartphone, sondern überträgt sie auf die Server von Jawbone. Das erfordert Vertrauen in den Anbieter und bedeutet, dass sich die App nur bei bestehender Internetverbindung sinnvoll nutzen lässt. Beim Synchronisieren überträgt das Up24 auch seinen Ladezustand an die App, sodass Ihr sofort sehen könnt, wann das Gerät wieder an die Steckdose muss. Bei mir reichte der Akku am Ende knapp neun Tage. Das ist ordentlich!

Tag 5: Sport mit Armband

Auch Tage später stelle ich fest: Wenn man nicht gerade Oberteile an- und auszieht, bemerkt man das Up24 kaum am Arm. Es ist leicht genug, dass man es vergisst und beeinträchtigt mich nicht in meinen Bewegungen. Nur wenn man die Hand auf einem Tisch ablegt - zum Beispiel, um einen Text wie diesen auf einer Tastatur zu schreiben -, sorgt es mit seinem Umfang dafür, dass das Handgelenk erhöht und damit umbequem auf der glatten Oberfläche liegt.

An Tag 5 steht Sport auf dem Programm. Wobei ich feststellen muss, dass sich das Jawbone Up24 nicht für alle Sportarten eignet - und das nicht nur, weil es nicht immer nur auf die gemachten Schritte ankommt. Ist man alleine unterwegs - zum Beispiel beim Joggen oder im Fitnessstudio - ergeben sich keine Probleme. Bei Mannschaftssportarten sind Armbänder allerdings in der Regel verboten und selbst beim Training empfiehlt es sich nicht, sie zu tragen. Egal, ob Fussball, Handball oder American Football - die Gefahr, dass der Fintesstracker zu Verletzungen führt oder abreißt, ist einfach zu groß.

Tag 6: App sorgt für Motivation

Die App des Jawbone Up24 schafft es zu motivieren, könnte allerdings noch etwas weniger zurückhaltend sein. Sie weist zum Beispiel auf insgesamt gelaufene 100.000 Schritte hin, bleibt ansonsten mit Auszeichnungen erstaunlich zurückhaltend. Mehr Würdigungen der eigenen Aktivitäten würden bei mir die Motivation erhöhen - oder zumindest für Freude über das Erreichte sorgen.

Schön anzusehen sind zwei Darstellungsformen der App: Die Lebenslinie und die Trends. Die Trends zeigen die gesamte Strecke und Schlafdauer für Tage, Wochen und Monate im Vergleich an. Die Lebenslinie zeigt im Querverlauf an, wann ich mich bewegt und wann ich wie tief geschlafen haben. Zusätzlich symbolisiert eine gepunktete Linie die Schritte; das Nahrungsprotokoll taucht hier ebenso auf wie die wenigen Erfolge, die es bei mir zu feiern gab.

Tag 7: Fazit nach einer Woche

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 149,99 Euro ist das Up24 20 Euro teurer als die erste Generation. Im direkten Vergleich mit dem Up der ersten Generation ziehe ich das Up24 mit der drahtlosen Synchronisierung per Bluetooth vor. Darüber hinaus liefert das Armband verlässlich Daten über Eure Bewegungen und bereitet sie in seiner App schön auf Eurem Smartphone auf. Nervig ist das Aufladen über den Adapter weiterhin. Bei der Anpassung an die sehr verschiedenen Handgelenke besteht aber noch größerer Nachholbedarf.


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