Motorola Moto E4 und Moto E4 Plus im Test

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Das große Moto E4 Plus und das kleine Moto E4.
Das große Moto E4 Plus und das kleine Moto E4.(© 2017 CURVED)

Das Smartphone darf nicht viel kosten, aber Fingerabdrucksensor und aktuelles Android sind Pflicht? Dann könnten sich das Motorola Moto E4 und das Moto E4 Plus lohnen. Im Vergleichstest offenbaren beide Modelle aber mehr Unterschiede als nur bei der Displaygröße.

Beim Motorola Moto E4 schaut man auf ein fünf Zoll großes Display, beim Moto E4 Plus sind es 5,5 Zoll. Beide weisen eine HD-Auflösung von 1280 x 720 Pixeln auf, die beim kleineren Moto E4 logischerweise schärfer aussieht. Dafür wirkt der Bildschirm des E4 Plus etwas heller, aber auch bläulicher. Die Farben beim E4 wirken natürlicher. Die Displaygröße hat natürlich auch Auswirkungen auf die Gehäuseabmessungen. Da ist das kleinere E4 einfach handlicher.

Viele Gemeinsamkeiten...

Die Hardware der zwei Smartphones ist nahezu identisch. In beiden Geräten steckt der MT6737-Chipsatz von Mediatek. Ihm stehen zwei bzw. drei Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Dieser Unterschied macht sich im Alltag und bei Benchmark-Tests nur minimal zugunsten des E4 Plus bemerkbar. In der Praxis reicht die Technik, um mit den Smartphones alltägliche Dinge zu erledigen. Chats, E-Mails, Internet und auch Spiele laufen auf den Geräten ohne Probleme. Nur wer sich an die kurzen Ladezeiten von High-End-Geräten gewöhnt hat, wird sich unwohl fühlen.

Nicht viel Platz ist allerdings für Fotos, Videos und Apps vorhanden. Der interne Speicher des Moto E4 und Moto E4 ist nur 16 Gigabyte groß. Etwa neun Gigabyte davon stehen für Nutzerdaten bereit. Bei Bedarf lässt sich die Speicherkapazität mit einer microSD-Karte erhöhen. Den belegten Platz blockiert zum Großteil Android 7.1.1 Nougat. Vorbildlich, und bei Geräten diese Preisklasse nicht selbstverständlich, kommt damit die aktuellste Version von Googles Betriebssystem zum Einsatz. An der Nutzeroberfläche nimmt Lenovo nur kleine Anpassungen vor und verzichtet, von einer Anwendung abgesehen, auf eigene Apps und Bloatware.

Bei beiden Smartphones befindet sich ein Fingerabdrucksensor unterhalb des Displays. Diese erfüllen ihre Aufgabe gut. Ich erwische mich allerdings immer wieder dabei, wie ich sie als Homebutton benutzen will. Das funktioniert aber erst, wenn man die entsprechende Option in der Moto-App einschaltet. Das gefällt mir persönlich besser als standardmäßig aktivierten Onscreen-Tasten.

... und einige Unterschiede

Ein großen Unterschied macht der Akku. Beim Moto E4 ist er austauschbar und hat eine Kapazität von 2800 mAh. Beim Moto E4 Plus ist er fest verbaut und bietet 5000 mAh. Das führt trotz des größeren Displays zu einer längeren Akkulaufzeit. Für zwei komplette Tage reichte es im Test allerdings trotzdem nicht. Ich musste es jedoch anders als das Moto E4 nicht schon abends aufladen, damit am nächsten Morgen auch sicher der Wecker klingelt. Dank Schnelllade-Netzteil ist der Akku des E4 Plus während der Morgenroutine in Bad und Küche fix wieder aufgeladen.

Bei den Kameras übertrumpft das Moto E4 Plus das Moto E4 mit 13 gegenüber acht Megapixeln. Zudem hat das größere Smartphone auch einen größeren Blickwinkel – 78 gegenüber 71 Grad. Dafür ist die Linse des Moto E4 mit f/2.0 gegenüber f/2.2 lichtstärker. Dem Moto E4 Plus gelingt es allerdings nicht, aus seinen fünf zusätzlichen Megapixeln einen wirklichen Vorteil zu ziehen. Die Aufnahmen des Moto E4 mit weniger Megapixeln sind schärfer, haben Aufgrund der geringen Größe aber weniger Details. Farblich ist das Moto E4 Plus kühler, das E4 hat mehr Gelb in seinen Aufnahmen.

Panorama-Bilder solltet Ihr im Querformat aufnehmen. Im dafür eigentlich gebräuchlichen Hochformat ist das zusammengesetzte Bild sonst stark verzerrt. Beide Kameras eignen sich auch nur für Schönwetter-Aufnahmen. Sobald es dunkel wird, nimmt die Bildqualität stark ab. Erstaunlicherweise liefert das Moto E4 Plus trotz kleinerer Blende hier die bessere Bildqualität ab.

Bei der Selfie-Kamera bieten beide Smartphones eine Auflösung von fünf Megapixeln. Aber auch hier ist das Moto E4 mit f/2.2 gegenüber f/2.4 lichtstärker. Das E4 Plus hat wiederum mit 84 Grad gegenüber 68 Grad den größeren Blickwinkel. Qualitativ gibt es aber keine mit bloßem Auge erkennbaren Unterschiede. Bei guter Beleuchtung liefern beide vorzeigbare Bilder, kommen allerdings mit starken Kontrasten nicht gut zurecht.

Fazit: Ein Mix wäre perfekt

Mit den unverbindlichen Preisempfehlungen bleibt Lenovo unter der 200-Euro-Grenze. Für das Moto E4 ruft der Hersteller 159 Euro auf, für das Moto E4 Plus sind es 199 Euro. Nachdem ich beide Geräte ausprobiert habe, wünsche ich mir eine Mischung aus beiden. Denn jedes hat seine Vor- und Nachteile. Beim Moto E4 gefallen mit die handlichen Abmessungen und das Display besser, beim Moto E4 Plus der größere Akku und die Kamera. Beide Modellen erfüllen als günstige Geräte ihren Zweck, fallen in der Masse günstigen Smartphones nicht auf – weder positiv noch negativ.

Lenovo flutet gerade mit neuen Moto-Geräten für unter 200 Euro den Markt. Neben dem Moto E4 und E4 Plus hat der Hersteller seit Kurzem das Moto C und Moto C Plus im Angebot. Das Moto C fiel im Test nach einem Blick auf das Display komplett durch, das Moto C Plus war für seinen Preis in Ordnung und ist dem Moto E4 sehr ähnlich. Das bietet bei einer 30 Euro höheren unverbindlichen Preisempfehlung vor allem den Fingerabdrucksensor, die etwas aktuellere Android-Version und den Google Assistant.


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