Moto G7 Power im Test: Das Akku-Biest von Motorola

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Das Moto G7 Power hält auch in langen Nächten locker durch.
Das Moto G7 Power hält auch in langen Nächten locker durch.(© 2019 CURVED)

Die Zeiten, in denen man sein Handy nur alle paar Tage laden musste, liegen lange zurück. Doch nicht jeder ist glücklich damit, sein Smartphone jeden Abend einstöpseln zu müssen. Manche Hersteller versprechen Abhilfe und liefern technisch abgespeckte Modelle mit großem Akku. Heute im Test: Das Motorola Moto G7 Power.

Es ist ein ganz schöner Brocken, den Motorola seinen Kundinnen und Kunden da in die Hand drückt. Das Moto G7 Power ist Teil der neuen G7-Reihe, bestehend aus vier sehr preiswerten und unterschiedlich leistungsstarken Smartphones, die äußerlich nur durch Details auseinanderzuhalten sind. Das Power sticht allerdings am deutlichsten heraus. Bereits der Name verrät, warum: Seine große Stärke ist der riesige Akku mit einer Kapazität von 5.000 mAh. Der hält laut Motorola bis zu 60 Stunden. Ein ganzes Wochenende lang nur mit einer Akkuladung auskommen? Hört sich vielversprechend an!

Moto G7 Power: Ein verglaster Ziegelstein für die Hosentasche

Dafür kommt das Smartphone recht wuchtig daher: Es ist knapp einen Zentimeter dick und wiegt 193 Gramm. Das ist lediglich rund 20 bis 40 Gramm schwerer als andere Modelle dieser Preisklasse – fühlt sich aber nach noch mehr an. Dennoch liegt es gut in der Hand, trotz der rutschigen Rückseite aus Polymerglas – auch bekannt als Kunststoff. Doch dafür ist eine einfache, durchsichtige Silikonschutzhülle im Lieferumfang enthalten.

Das Design des Geräts wirkt etwas antiquiert, lediglich die Vorderseite wurde im Vergleich zur Vorgänger-Generation aufgehübscht. Der Bildschirmrand ist, dem Zeitgeist folgend, geschrumpft. Dazu gibt's für die Kamera und den Lautsprecher am oberen Rand eine Notch im Display. Der Fingerabdrucksensor befindet sich weiterhin mittig auf der Rückseite, was ich persönlich für die schlechteste und umbequemste Position halte.

Alternativ lässt sich der Bildschirm auch mittels Gesichtserkennung entsperren, was schnell und einfach funktioniert. Im Test hat sich die Kamera erfreulicherweise nicht durch ein einfaches vorgehaltenes Selfie austricksen lassen – wie es derzeit beim viel teureren Samsung Galaxy S10 der Fall ist.

Kameras besser als es das Display erlaubt

Bleiben wir bei den Kameras: Die sind sicherlich nicht das Feature, mit dem Motorola bei diesem Modell versucht zu punkten. Dennoch erweisen sie sich für einen Kaufpreis von 210 Euro zumindest als solide. Die Frontkamera verfügt über eine Auflösung von acht Megapixeln, auf der Rückseite ist ein 12-Megapixel-Objektiv verbaut. Für sich stehend sind das Kameras, die sich so auch in hochwertigeren Mittelklasse-Smartphones für 400 oder 500 Euro finden. Sie liefern gute, wenn auch nicht sehr detailreiche Fotos. Ein Dual-Kamera-System oder noch mehr Kameras, die für mehr Kontraste und weitere Effekte sorgen könnten, sind nicht vorhanden.

Doch auch so ist die Qualität der Fotos und Videos besser, als sie das Display des Moto G7 Power darstellen kann. Der misst 6,2 Zoll und bietet nur eine Bildschirmauflösung von 1570 x 720 Pixeln, was lediglich 279 ppi (Pixel pro Zoll) entspricht. Zum Vergleich: Das G7 und G7 Plus aus derselben Reihe bieten mehr als 400 ppi. YouTube-Videos wirken zuweilen beinahe pixelig.

Gespart hat Motorola auch bei den kompatiblen Funkstandards: Statt des aktuellen Bluetooth-Standards 5.0 müssen sich Besitzerinnen und Besitzer des Moto G7 Power nur mit der Version 4.2 begnügen. Das bedeutet eine kürzere Reichweite und eine geringere Bandbreite. Das Smartphone beherrscht auch nur die alten WLAN-Standards 802.11b/g/n, was sich gleich beim recht langsamen Download von größeren Apps bemerkbar macht. Die fehlende Verfügbarkeit neuerer WLAN-Standards verhindert auch die Konnektivität mit 5-Gigahertz-Netzen – was sich in der Curved-Redaktion tatsächlich als Problem erwiesen hat.

Auf die inneren Werte kommt es an

Für einen Kaufpreis von 210 Euro kann sich dafür die Rechenleistung des G7 Power sehen lassen. Im Antutu Benchmark-Test erreicht das Gerät ordentliche 106.000 Punkte. Der Prozessor, ein Snapdragon 632 von Qualcomm, und der vier Gigabyte große Arbeitsspeicher lassen auch anspruchsvolle Spiele wie PUBG Mobile und Asphalt 9 flüssig laufen – obgleich nur auf den niedrigsten Grafikeinstellungen. Der interne Flash-Speicher stellt 64 Gigabyte zur Verfügung. Sollte das nicht reichen, lässt er sich durch eine microSD-Karte um bis zu 512 Gigabyte erweitern. Zugleich können zwei SIM-Karten eingesetzt werden.

Das Moto G7 Power kommt standardmäßig mit dem aktuellen Android 9 Pie, das in dieser Ausführung nahezu unverändert bleibt. Lediglich einige zusätzliche Motorola-Apps finden sich auf dem Smartphone wie Moto, dank der man zusätzliche Gestenbefehle aktivieren kann, um beispielsweise die Taschenlampe durch zweimaliges Schütteln des Geräts einzuschalten.

Und der Akku? Der will einfach nicht schlapp machen und übertrifft die Erwartungen sogar. Nach zwei Tagen moderater Testnutzung ist das Moto G7 Power immer noch zur Hälfte geladen. So hält das Akku-Monster von Motorola sogar für ein verlängertes Wochenende.

Fazit

Das Motorola Moto G7 Power ist eindeutig für Menschen gemacht, die die Fülle an Features anderer Smartphones nicht benötigen. Weniger ist da manchmal mehr. So erfüllt das G7 Power alle Mindestanforderungen, um wichtige Funktionen flüssig am Laufen zu halten und bietet zugleich einen riesigen Akku. Wenn das Smartphone tatsächlich nur als gelegentliches Hilfsmittel verwendet wird, muss es nur jeden dritten oder sogar nur jeden vierten Tag an die Steckdose.

Für diese Nutzung fällt auch das etwas schlechtere Display nicht besonders schwer ins Gewicht. Ein echtes Manko ist hingegen die fehlende Kompatibilität mit neueren Funkstandards. Einem Laien wird es schwer zu vermitteln sein, wieso das Moto G7 Power bestimmte WLAN-Netze einfach nicht findet.


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