Samsung Galaxy A71 im Test: Anwärter auf den Mittelklasse-Thron?

Smart14
Wir haben das neue Samsung Galaxy A71 getestet
Wir haben das neue Samsung Galaxy A71 getestet(© 2020 CURVED)

Das neue Samsung Galaxy A71 bläst zum Sturm auf die Mittelklasse. Seine Waffen: attraktive Kamera, gute Perfomance und ein tolles Display. Doch reicht das?

Als im Rahmen der CES Samsung seine neuen beiden Mittelklasse Smartphones Galaxy A51 und Galaxy A71 vorstellte, waren die Erwartungen groß. Können die Geräte das große Erbe antreten, das die Vorgänger Galaxy A50 und Galaxy A70 hinterlassen haben? Schließlich avancierten sie schnell unter die beliebtesten Smartphones der Mittelklasse.

Vor allem das gute Preis-Leistungs-Verhältnis, ein guter Akku (je nach Modell 4.000 beziehungsweise 4.500 mAh), ein scharfes Display und ein überaus gutes Kamera-Setup überzeugte die CURVED-Redaktion. Nun haben uns also die jüngsten Sprosse der A-Serie erreicht. Grund genug, sie genauer unter die Lupe zu nehmen. Weil sich meine Kollegin Viktoria das Samsung Galaxy A51 geschnappt hat, habe ich mir seinen großen Bruder – das Galaxy A71 – zur Brust genommen.

Samsung Galaxy A71: Display und erste Eindrücke

Der erste Griff zum Smartphone wird mit einem guten Gefühl belohnt. Trotz der relativ großen Diagonale des Bildschirms mit 6,7 Zoll fügt sich das Galaxy A71 gut in die Hand. Für mich jedenfalls sind große Smartphones auch kein Problem mehr, während ich vor ein paar Jahren lieber noch auf kleinere Smartphones zurückgriff. Übrigens: Der Fingerabdrucksensor befindet sich wie schon beim Vorgänger auch beim Galaxy A71 im Display.

Das Smartphone weist eine Breite von 7,6 Zentimetern und eine Länge von 16,4 Zentimetern auf. So viel Platz will genutzt sein! Und das hat Samsung getan und dem Gerät ein Infinity-O-Super-AMOLED-Display im 20:9 Format verliehen, das optisch einen herausragenden Eindruck macht. Die Farben sind satt und kräftig und die Kontraste außerordentlich scharf.

Zwar ist die Auflösung mit 2.400 x 1.080 Pixel "nur" auf dem Niveau von Full HD+, doch für den Alltag mehr als ausreichend (und akkusparend). Im Vergleich zum Samsung Galaxy A70 ist jedenfalls auf diesem Feld kein Sprung gemacht worden – zumindest auf dem Papier.

Vierfach-Kamera mit 64 Megapixel für Samsungs Mittelklasse

Das sieht im Kameravergleich schon anders aus. Das A71 bietet ein Vierfach-Kamera-Setup: eine Hauptkamera (64 Megapixel und einfachem Weitwinkel), eine Ultraweitwinkel-Kamera mit 12 Megapixel, eine Weitwinkelkamera mit 5 Megapixel (spezielle Makro Kamera), sowie eine 5-Megapixel-Tiefensensorkamera. Nicht zu vergessen die Selfie-Kamera, die 32 Megapixel und HDR-Fähigkeiten an den Start bringt.

Damit gewinnt das A71 gegenüber dem A70 einen verdienten Pluspunkt, schließlich bietet der Vorgänger "nur" ein Triple-Kamera-Setup: Hauptkamera (32 Megapixel), Ultraweitwinkel (8 Megapixel), Kamera für Bokeh-Effekt (5 Megapixel). Soviel zu den Zahlen, doch wie sieht das in der Realität aus?

Die Qualität der Bilder entspricht dem hohen technologischen Setup. Gerade bei guten Lichtverhältnissen lassen sich scharfe, konturenreiche Bilder machen. Strukturen werden gut erkannt, sehr viele Details werden wiedergegeben und auch die Farbsättigung stimmt. Das zählt auch – mit nur leichten Abstrichen – für die Weitwinkelkamera. Bei einer Betrachtung auf dem PC ist jedoch ein leichtes Rauschen zu erkennen, was in diesem Preissegment auch normal ist.

Der Makromodus erweist sich als zweischneidiges Schwert: Zwar sind damit gute Fotos machbar, allerdings erweist sich die Qualität meiner Meinung nach als durchschnittlich. Vor allem, weil immer ein gewisser Abstand eingehalten werden muss, jedoch in dieser Entfernung keine Fokussierung möglich ist.

Der Porträtmodus – bei Samsung Live Fokus genannt – stellt Objekte und Personen gut frei, wobei manchmal die Konturen zu weich wiedergegeben werden. Die Frontkamera hingegen ist fast ohne Beanstandung zu loben. Nur das Umschalten in den Frontkamera-Modus dauert mit zwei Sekunden mir persönlich zu lange.

Samsung Galaxy A71: Akku, Prozessor, Speicher

Der interne Speicher umfasst 128 GB und ist erweiterbar, selbst wenn man zwei SIM-Karten eingesteckt hat. Ausgeliefert wird das A71 natürlich mit der aktuellen Android 10-Version sowie One UI 2.0. Als Prozessor wurde diesmal ein Qualcomm Snapdragon 730 Octagon mit maximal 2,2 GHz verbaut, als Arbeitsspeicher dienen 6 GB RAM. Damit verfügt das A71 über eine moderne Hardware, die für Maßstäbe der Mittelklasse genügt.

Im Vergleich zum A70 aber ist hier ein deutlicher Sprung zu erkennen, denn während der Vorgänger noch von einem 10-mm-Chip befeuert wurde, setzt das A71 auf einen Snapdragon mit 8-mm-Basis, sprich: Ihr bekommt eine bessere Energieeffizienz. Und tatsächlich flitzt der Finger förmlich über das Display, weil Apps und Fenster sich in kurzen Augenblicken öffnen und schließen lassen.

Der großzügig bemessene Akku mit seinen 4.500 mAh ist jedoch beim A71 wie auch bei seinem Vorgänger zu finden. Bereits die Akkuleistung des A70 konnte die CURVED-Redaktion überzeugen, ein größerer Akku hätte das A71 nur unnötig schwerer gemacht. Saubere Arbeit, Samsung!

Samsung Galaxy A71: Fazit

Das Samsung Galaxy A71 kann in den meisten Punkten positiv überzeugen. Gerade der schnellere Prozessor sowie das bessere Kamera-Setup dürften das Smartphone gegenüber dem Galaxy A70 für viele interessant machen, die sich derzeit nach einem neuen Mittelklasse-Gerät umsehen.

Doch auch im Vergleich zu anderen Smartphones brauch sich das A71 nicht verstecken. Egal ob Akkulaufzeit, Display oder Performance: Das Smartphone bietet viel für sein Geld: 469 Euro gibt Samsung als Verkaufspreis an. Wie sich sein kleinerer Bruder – das Samsung Galaxy A51 – in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr bald auf CURVED.


Weitere Artikel zum Thema
Samsung Galaxy A71 laut Kamera-Exper­ten schlech­ter als Galaxy A50
Christoph Lübben
Das Samsung Galaxy A71 (Bild) schneidet im Kamera-Test schlechter als das A50 ab – zumindest etwas
Die Experten von DxOMark haben sich die Kamera des Samsung Galaxy A71 vorgenommen. Die Knipse ist gut, Begeisterung blieb jedoch aus.
Galaxy Note 20: Das lang­samste Flagg­schiff der zwei­ten Jahres­hälfte?
Michael Keller
Nicht meins6Auch im Galaxy Note 10 (Bild) kommen je nach Region verschiedene Chipsätze zum Einsatz
Wie schnell ist das Galaxy Note 20? Angeblich benutzt Samsung für das Top-Smartphone den gleichen Chipsatz wie für das Galaxy S20.
Samsung Galaxy Note 20 Ultra: Auf dieses Video habt ihr gewar­tet
Francis Lido
Her damit12Galaxy Note 10
Das Galaxy Note 20 Ultra ist offenbar erstmals in einem Video zu sehen. Da staunt selbst ein bekannter Leak-Experte!