Samsung Galaxy Book im Test: Mit Super-AMOLED gegen das Surface

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Das Samsung Galaxy Book 12.
Das Samsung Galaxy Book 12.(© 2017 CURVED)

Samsung Galaxy Tab Pro S. Ein sperriger Name. Das fand wohl auch Samsung und nennt den Nachfolger schlicht Galaxy Book. Hat sich noch mehr verändert als der Name? Das erfahrt Ihr in unserem Test.

Offiziell verkauft Samsung keine Notebooks mehr in Deutschland. Stattdessen setzen die Südkoreaner auf 2-in-1-Geräte, also Tablets mit Anstecktastaturen. 2016 gab es das Galaxy TabPro S als Konkurrenz zum Surface von Microsoft. 2017 folgt das Samsung Galaxy Book. Der Tablet-Neuling hat nicht nur einen schöneren Namen, sondern auch deutlich mehr Leistung. Zumindest, wenn Ihr Euch für die von mir getestete größere Variante mit Zwölf-Zoll-Display entscheidet. Denn das Galaxy Book gibt es ebenfalls noch mit einem 10,6-Bildschirm.

Aluminium-Unibody und Super-AMOLED

Samsung verpasst dem Galaxy Book 12 ein schlichtes Aluminium-Unibody-Gehäuse, bei dem das Super-AMOLED-Display der Hingucker ist. Bei auf zwölf Zoll verteilten 2160 x 1440 Pixeln ergibt sich ein knackig scharfes Bild. Farblich überzeugt das Display und bleibt mit hohen Helligkeitswerten auch bei Sonnenlicht gut erkennbar.

Unter der Haube erwarten Euch der Intel Core i5-7200U der siebten Generation, acht Gigabyte Arbeitsspeicher, der HD620-Grafikchip von Intel und 256 Gigabyte interner Speicher. Letzterer lässt sich mit einer microSD-Karte erweitern. Für typische Tablet- und Büroanwendungen reicht die Hardware völlig aus. Skizzen-Apps und Bildbearbeitungsporgramme lassen sich ebenfalls gut nutzen. Allerdings fallen die Ladezeiten je nach Dateigröße länger aus als bei Rechnern mit dedizierter Grafikkarte. Bei Spielen müsst Ihr Euch auf weniger anspruchsvolle Titel beschränken. Dezente Arbeitsgeräusche des Lüfters sind allerdings schon bei geringer Beanspruchung zu hören.

754 Gramm sind das offizielle Gewicht des Galaxy Book 12. Das hört sich leicht an. Doch wenn man das Tablet in der einen Hand hält und mit der anderen schreiben möchte, wird es schnell zu schwer.

Der Akku des Galaxy Book 12 hat eine Kapazität von 5070 mAh und soll nach Herstellerangaben bei der Videowiedergabe elf Stunden lang durchhalten. So lange konnte ich keine Filme schauen, bin aber mit einer Akkuladung problemlos über einen Arbeitstag gekommen und konnte abends auch noch meine Lieblingsserie schauen. Gut gelöst: Auf der rechten Seite des Tablets befinden sich zwei USB-3.1-Anschlüsse in USB-C-Form, die man beide zur Aufladung des Akkus nutzen kann.

Schützende Hülle mit vier Display-Positionen

Zum Lieferumfang des Galaxy Book 12 gehört das Book Cover Keyboard. Eine Schutzhülle mit integrierter Tastatur und vier verschiedenen Aufstellwinkeln für das Tablet. Drei davon ermöglichen die Benutzung der Tastatur. Beim vierten liegt das Galaxy Book sehr flach, die Tastatur ist umgeklappt. Trotz grafischer Hinweise brauchte ich einige Zeit, um den Halte-Mechanismus der Hülle zu verstehen. Erst dann konnte ich das Tablet als Notebook benutzen. So stand es dann auch sicher und fest, sodass ich den Touchscreen ohne Zurückhaltung bedienen konnte.

Im Dunkeln erweist sich die Beleuchtung der Tastatur als hilfreich. Auch ließ mich das Tastaturlayout angenehm tippen. Ich glaube, da könnte ich problemlos jeden Tag drauf schreiben. Zumal der Hub der Tasten für solch eine Tastatur-Hülle ungewöhnlich hoch ist. Nur etwas mehr Druck-Widerstand beim Tippen würde ich mir noch wünschen. Das Touchpad ist in Ordnung, aber stellte mich nicht restlos zufrieden. Zu oft verstand es im Test meine Eingaben nicht. So musste ich die Cursor-Position korrigieren oder erneut klicken.

S Pen zum Schreiben und Zeichnen

Als Betriebssystem installiert Samsung Windows 10 auf dem Galaxy Book 12 und versieht das Betriebssystem von Microsoft mit einer eigenen Notizen-App, die jedoch nur handschriftliche Notizen akzeptiert. Diese lassen sich auch über den S Pen aufrufen. Drückt man die Taste auf dem Eingabestift, wenn er sich nahe am Display befindet, öffnet sich ein Menü. Mich erinnert es optisch und funktional an das Galaxy Note 7. Ich konnte so eine neue Notiz erstellen, mir alle Notizen anzeigen lassen oder eine Screenshot-Notiz erstellen. Mit "Smart Select" wählt man zudem den Bereich für einen Screenshot genau aus und kann GIFs, etwa von Videos, erstellen.

Wer es ganz genau wissen will: Der S Pen verfügt über 4096 Druckstufen und hat eine 0,7 Millimeter dicke Spitze. Die endgültige Zeichen-Dicke stellt man aber in der Regel in den Apps ein. Ich konnte mit ihm gut und präzise auf dem Touchscreen schreiben und zeichnen. Meine Hand auf dem Display wurde dann passenderweise nicht erkannt. Praktisch: Der S Pen braucht keinen Akku und muss nicht aufgeladen werden. Unpraktisch: Es gibt keine Befestigung oder Tasche für den Stift. Ich prognostiziere, dass man ihn deswegen oft vergessen wird oder zumindest in den Tiefen von Tasche oder Rucksack suchen muss. Warum haben Samsungs Ingenieure nicht einfach eine Aussparung für den Stylus freigelassen, wie beim Note?

Fazit

Ordentliche Verarbeitung, die flotte Hardware und das schicke Display des Samsung Galaxy Book 12 sind ein Plus. Mit dem S Pen lässt sich präzise zeichnen und schreiben – sofern er nicht verloren geht. Auch wenn die Tastatur zum Tippen einlädt, überzeugt mich die Schutzhülle nicht.

1629 Euro ruft Samsung für die getestete LTE-Version des Galaxy Book 12 auf. Reicht WLAN aus, kann man mit der Wifi-Variante 200 Euro sparen. Sie kostet 1429 Euro, hat allerdings nur Windows 10 Home vorinstalliert und nicht die Pro-Ausgabe von Microsofts Betriebssystem. Das kleinere Galaxy Book 10.6 ist günstiger, aber auch schlechter ausgestattet: Zwar besteht das Zubehör ebenfalls aus dem S Pen und dem Book Cover Keyboard. Doch in diesem Modell ist dann "nur" ein TFT-Display verbaut. Dazu kommen ein langsamerer Core-m3-Chipsatz, weniger Speicher und Windows 10 Home. Preislich geht es bei der WLAN-Variante bei 729 Euro los. Für die LTE-Version wird ein 100-Euro-Aufschlag fällig, sie kostet 829 Euro.

Am Ende würde meine Wahl für ein 2-in-1-Gerät auf das neue Surface Pro fallen. Das bietet bei allen Gemeinsamkeiten mit dem Galaxy Book mehr Konfigurationsmöglichkeiten und hat vor allem den ins Gehäuse integrierten Standfuß.


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