Samsung Galaxy Buds im Test: Schlagen sie die AirPods?

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Können die Samsung Galaxy Buds im Test überzeugen?
Können die Samsung Galaxy Buds im Test überzeugen?(© 2019 CURVED)

Mit den Galaxy Buds hat Samsung eine etwas günstigere Alternative zu den Apple AirPods geliefert. Doch sind sie das wirklich? Die Samsung Galaxy Buds im Test.

Im Gegensatz zu den AirPods gibt es die Galaxy Buds neben Weiß auch in Silber, Gelb und Schwarz – meine kabellosen In-Ear Kopfhörer von Samsung sind im stilvollen Schwarz, ebenso wie das genauso kabellose Ladecase. Das lässt sich übrigens auch induktiv aufladen, ein USB-C-Kabel ist trotzdem dabei.

Die kleinen EarBuds sind rund und füllen somit den Ohr-Innenraum aus, anstatt mit einem angedeuteten Kabelende nach unten zu führen, wie es bei den AirPods oder den FreeBuds von Huawei der Fall ist. So fallen die In-Ear-Kopfhörer kaum auf. Der wesentliche Unterschied der Samsung Galaxy Buds zur Konkurrenz ist aber, dass ihr sie mit einem Gummiaufsatz in den Gehörgang schiebt.

Wie schon erwähnt, lässt sich das Ladecase kabellos aufladen. Da das über den Qi-Standard funktioniert, könnt ihr das sogar übers Smartphone machen, wie zum Beispiel mit dem Galaxy S10. Gesagt, geladen – und gleich mal ausprobiert.

Samsung Galaxy Buds im Test: Das erste Anlegen

Ich persönlich mag ja eigentlich keine In-Ear-Kopfhörer. Meine Over-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling finde ich hinsichtlich Tragekomfort, Soundqualität und Geräuschreduzierung einfach besser. Allerdings kann ich damit nicht joggen gehen und im Sommer schwitze ich unter den Polstern. Also habe ich schon mal darüber nachgedacht, mir kabellose In-Ear-Kopfhörer zuzulegen.

In puncto Geräuschunterdrückung haben die Galaxy Buds ein aktives Noise Cancelling gar nicht nötig. Schon ohne Musik wiederzugeben nehme ich nach dem Anlegen meine Umgebung nur noch gedämpft wahr.

Das etwas drückende Gefühl in den Ohren ist einerseits Gewöhnungs-, andererseits Geschmackssache – ich finde es gar nicht mal so schlecht, weil ich direkt spüre, ob die Buds auch richtig sitzen. Ein extra Stabilisierungsteil sichert die Buds in meinem Ohr und bewahrt sie davor herauszufallen.

Die Steuerung der Galaxy Buds

Das Einrichten der Galaxy Buds ist denkbar einfach. Ihr nehmt sie aus dem Ladecase, verbindet sie via Bluetooth mit eurem Smartphone oder irgendeinem anderen Gerät und könnt Musik wiedergeben, telefonieren oder euch vom Google Assistant das Wetter durchsagen lassen.

Die Bedienung über die Touchpads der Kopfhörer ist simpel und bietet alles was man braucht. Einmal antippen heißt Play oder Pause, tippen oder halten startet den Sprachassistenten. Diese Geste könnt ihr allerdings frei festlegen. Ansonsten kommt es darauf an, was ihr gerade macht. Hier eine kurze Übersicht.

  • Einmal antippen: Play / Pause
  • Zweimal antippen: Nächster Titel beim Musikhören / Anruf entgegennehmen oder auflegen / Anruf in Warteschleife setzen und anderen entgegennehmen / zwischen Anrufen wechseln
  • Dreimal antippen: Vorherigen Titel wiedergeben / nach drei Sekunden Wiedergabe zum Anfang des Titels springen
  • Antippen und halten: Google Assistant starten (oder selbst festgelegte Funktion) / Anruf ablehnen / Mikrofon während des Anrufs an- oder ausschalten / gehaltenen Anruf annehmen, wenn aktueller beendet wurde

Über die App Galaxy Wearable lässt sich zudem das Touchpad sperren, damit ihr nicht versehentlich eine Funktion ausführt, oder den Befehl festlegen, der bei drücken und halten ausgeführt werden soll – wie zum Beispiel die Lautstärkeregelung. In der App gibt es auch einen Equalizer für Sound-Profis.

Samsung Galaxy Buds im Test: Das Hören

Ja, beim Sound kann meinen Over-Ear-Kopfhörern so ein kleiner Stöpsel einfach nicht das Wasser reichen. Aber wie auch, es gibt ja quasi gar keinen Resonanzkörper, der warme, kräftige Bässe transportieren könnte. Ist eben auch eine Preisfrage und ob ihr das Tragen von diesen eher wuchtigen Geräten mögt. Und dennoch finde ich: Die Samsung Galaxy Buds können einiges.

Denn Vorteil der In-Ears gegenüber den "Knöpfen" ist ja gerade, dass sie durch das "Einstöpseln" in den Gehörgang diesen dazu nutzen können, einen besseren Klang zu erzeugen, den man besonders in den Tiefen hört. Ein weiterer Vorteil: Durch die bessere Geräuschabschirmung müsst ihr die Lautstärke nicht so weit hochregeln – das schont euer Trommelfell.

Insgesamt wissen die kabellosen In-Ear-Kopfhörer beim Sound zu gefallen – nur wenn ihr die Lautstärke zu hoch regelt, scheppern die Höhen. Das passiert aber auch erst in den Gefilden, in denen es für euer Trommelfell gefährlich wird, also am besten erst gar nicht versuchen.

Durch die integrierten Sensoren merken die Buds, wenn ihr sie aus dem Ohr nehmt und pausieren die Wiedergabe. Praktisch, haben andere kabellose In-Ears allerdings auch.

Weitere Technische Daten der Galaxy Buds

Die Galaxy Buds sind durch ihre runde Form ziemlich kompakt und wiegen pro Stöpsel 5,6 Gramm, ein AirPod wiegt 4 Gramm. Das fällt allerdings nicht auf, knapp 6 Gramm ist immer noch sehr leicht. Auch das Ladecase ist mit 40 Gramm kein Störfaktor in der Hosentasche – eine normalgroße Packung Taschentücher ist etwa dreimal größer.

Bei der Kompatibilität gibt es natürlich mit Galaxy-Smartphones die höchste Funktionalität, aber auch Android-Handys sind kein Problem. Besitzer eines iPhones müssen allerdings auf einige Features der Galaxy Wearables App verzichten und können den Befehl bei Drücken und Halten des Touchpads der Ear Buds nicht umstellen.

Was gibt's noch zu wissen? Ihr braucht laut Samsung Android 5.0 oder jünger, um die Galaxy Buds mit eurem Smartphone koppeln zu können, und 1,5 Gigabyte RAM. Der Akku soll laut Samsung bis zu sechs Stunden halten, eine absolut gute Akkulaufzeit, die wir im Test mehr als bestätigen können. Über sechseinhalb Stunden Musikhören haben die Buds durchgehalten, plus ein Telefonat und diverse Google Assistant Befehle.

Samsung verbaut in jedem EarBud je ein Mikrofon – so soll sichergestellt sein, dass euer Gesprächspartner euch hört. Im Test gab es keine Schwierigkeiten. Samsung greift mit 149 Euro im mittleren Segment an, die entsprechende Alternative von Apple kostet mit dem kabellosen Ladecase 229 Euro.

Auf jeden Fall mal ausprobieren!

Wer also mit dem Gedanken spielt, sich neue EarBuds zuzulegen, sollte unbedingt die Galaxy Buds mal probehören. Für den günstigen Preis bekommt ihr ein sauberes Gesamtpaket mit ordentlichem Sound, und zusammen mit einem Galaxy S10 nicht nur die höchste Kompatibilität, sondern die Möglichkeit, die kabellosen In-Ears mehrfach aufzuladen.

Und, schlagen sie die AirPods? Meine Antwort: Ja und Nein. Die Bauweise der beiden Konkurrenten ist entscheidend, und gerade da kommt es auf euren Geschmack an. In Sachen Preis-Leistung geht der Punkt meiner Ansicht nach an die Galaxy Buds.


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