Samsung Galaxy S20 im Test: Standardmodell oder Königsklasse?

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Das Flaggschiff Samsung Galaxy S20 im Test.
Das Flaggschiff Samsung Galaxy S20 im Test.(© 2020 CURVED)

Kein Zweifel – die Samsung S20-Reihe gehört seit März 2020 zur Königsklasse der aktuellen Smartphone-Elite. Die seit Mitte März erhältlichen High-End-Produkte S20, S20+und S20 Ultra setzen sich auch preislich von der Konkurrenz ab, denn für die neuen Top-Smartphones von Samsung müsst ihr eine ganze Stange Geld auf den Tisch legen. Wir finden für euch heraus, ob der stattliche Preis des Samsung Galaxy S20 gerechtfertigt ist und wie es sich im Performance-Test schlägt.

Mit der neuen Galaxy S20-Reihe hatte unsere Redaktion bereits das Vergnügen. Im letzten CURVED-Test hatte ich die Gelegenheit das Samsung Galaxy S20 Ultra genauer unter die Lupe zu nehmen, mein Kollege Felix hat sich dem Galaxy S20+ angenommen.

Zusammenfassend sei an dieser Stelle gesagt: Die getesteten Galaxy S20 Flaggschiffe gehören zu den bisher spannendsten Android-Smartphones des Jahres und konnten vor allem mit ihren großen AMOLED-Displays und ihrer hochwertigen Kameraausstattung überzeugen. Umso interessanter ist es nun den Vergleich zum "schwächsten" Bruder in der Reihe zu ziehen: dem S20; allerdings in der etwas stärkeren 5G-Variante. Sofern wir in dieser gehobenen Preiskategorie überhaupt von "schwacher Ausstattung" sprechen dürfen.

Wie fällt das Urteil über das kompakte Samsung Galaxy S20 nach einem längeren Praxistest aus und hat sich auch das Standardmodell, wie vom Hersteller angedacht, einen Platz auf dem Smartphone-Thron gesichert?

Galaxy S20 im Hands-on

Das Samsung Galaxy S20 kommt in einer eleganten schwarzen Verpackung. Beim Öffnen des hochwertigen Pakets präsentiert sich das S20 selbst im mattgrauen Cosmic Grey-Gewand, das mir bereits beim Galaxy S20 Ultra sehr gut gefallen hat. Auch an anderen Stellen hat Samsung in seiner S20 Reihe auf optische Extravaganzen verzichtet und setzt dagegen mehr auf eine hochwertige Verarbeitung, edles Design und technische Raffinesse. Mitgeliefert bekommt ihr AKG In-Ear Stereo-Kopfhörer mit USB-C Anschluss und einem  25 Watt Schnelllade-Netzteil.

Im Vergleich zum scheinbar riesigen Galaxy S20 Ultra liegt das S20 mit den Maßen 151,7 mm x 69,1 mm x 7,9 mm und einem Gewicht von 163g sehr gut in der Hand. So ist das S20 zwar länger als sein Vorgänger, dem Samsung Galaxy S10, allerdings nicht so breit und dick und lässt sich selbst mit kleineren Händen leicht umfassen. Smartphone-Fans, denen ein griffiges Format wichtig ist und zusätzlich auch in die Hosentasche passen soll, sind mit dem S20 als kleinste Variante der neuen Galaxy-Reihe am besten beraten.

Qualität zum Anfassen

Wie auch bei den anderen Varianten findet ihr Lautstärke- und Power-Buttons am rechten Rand des S20. Diese haben einen angenehmen Druckpunkt, sind im Aluminiumrahmen hochwertig verarbeitet und machen einen sehr stabilen Eindruck. Den Dual-SIM Karten-Slot findet ihr am oberen Rand des Rahmens verbaut, den USB-C-Anschluss dagegen mittig am unteren Abschluss des Vorzeige-Smartphones. Zudem unterstützt das Galaxy S20 die eSIM-Funktion.

Entgegen des aktuellen Trends der Smartphone-Hersteller bin ich ein Fan von separaten 3mm Klinkeneingängen, die gleichzeitiges Musikhören und Laden ermöglichen. Leider fehlt dieser separate Klinkeneingang bei allen Geräten der Samsung S20-Serie, was ich persönlich sehr schade finde.

Die Oberfläche des Galaxy S20 ziert stabiles Gorilla Glas 6. Der Hauptunterschied zu Gorilla Glass 5 besteht darin, dass die Micro-Struktur geringere Unebenheiten aufweist und somit weniger Schwachstellen für Risse bietet. Dank IP68-Zertifizierung solltet ihr bei allen Outdoor-Aktivitäten gewappnet sein. Spritzwasser oder das Eintauchen in Süßwasser sollten demnach keine größeren Probleme verursachen.

Das 6,2 Zoll große AMOLED Display schließt millimeterdünn mit den seitlichen Abrundungen des Smartphones ab. Als runde Sache würde ich auch die bereits aufgeklebte Schutzfolie bezeichnen, die beim Abtasten der Seitenränder nicht großartig auffällt.

High-Performance Ausstattung beim Galaxy S20

Der erste Eindruck zählt bekanntlich. So fällt auch beim S20 auf, dass sich der Android-Marktführer auch mit seiner Standardversion sichtlich Mühe gegeben hat. Wie auch bei seinen großen Brüdern findet ihr beim S20 Modell die aktuelle Android 10 Version, 8 GB RAM (Arbeitsspeicher) und bis zu 1 Terabyte erweiterbare Speicherkapazität.

Die Bedienung des Smartphones wie der Ultraschall-Fingerabdrucksensor im Display oder die Entsperrung via Gesichtserkennung, das Öffnen, Schließen und der Wechsel zwischen den Apps gelingen äußerst flüssig und schnell. Auch wenn sich das Samsung S20 Trio hinsichtlich ihrer Displaygrößen unterscheiden, lösen sie alle in Full HD+ auf und bieten optional 120 Hertz Bildwiederholfrequenz. So bereitet das Streaming über das S20 ungemein viel Freude am Detail.

Insofern gibt es auch beim S20-Display keinen Grund zur Beanstandung, da es seinen größeren Geschwistern mit seinen 3.200 x 1.440 Pixeln an Kontrastverhältnis und kräftiger Farbwiedergabe in nichts nachsteht. Schön, dass Samsung hier keine Abstriche gemacht hat.

Performance für's Auge

Wer wie erwähnt ein flüssigeres Erlebnis genießen möchte, hat auch beim S20 die Möglichkeit, die Bildwiederholrate von 60 Hertz auf 120 Hertz umzustellen. Das zieht zwar zusätzlich Akku, doch kann ich diese Einstellung für Samsung-Fans mit Liebe zum technischen Detail ans Herz legen: Selten habt ihr so einen weichen Verlauf beim schnellen Scrollen durch eure Apps und Browser gesehen. Für mich persönlich eines der absoluten Highlights der S20-Reihe, auch wenn sich die Bildschirmauflösung dann auf 2.400 x 1.080 Pixel reduziert, was aber in der Praxis nicht groß auffällt und immer noch als eine Wohltat für die Augen gesehen werden kann.

Auch wenn derzeit eine Debatte rund um den im S20 verbauten Exynos 990 Prozessor entbrannt ist, da Samsung in einigen Ländern der Welt den neuesten Snapdragon-Prozessor verbaut, in Europa vorwiegend aber den Exynos 990, hatte ich selbst bei der Nutzung des S20 in der Testzeit keine großen Auffälligkeiten in der alltäglichen Performance, auch wenn mit dem Blick auf die Benchmarks der Snapdragon 865 in Akku-Laufzeit und Energieeffizienz leicht die Nase vorne haben soll.

Akkulaufzeit und Ladefunktionen

Apropos Akkulaufzeit: Als Power-User des Galaxy S20 dürft ihr aufgrund des stattlichen Preises natürlich auch eine gewisse Ausdauer bei schneller Performance erwarten und werdet nicht enttäuscht: Das S20 hat eine Akkukapazität von 4.000 Milliamperestunden und hält bei intensiver Nutzung bis zu 7,5 Stunden stand.

Erwähnenswert ist zudem die 25 Watt Schnell-Ladefunktion, mit der ihr das Samsung-Smartphone innerhalb von 30 Minuten bis zu 55 Prozent wieder aufladen könnt. Der gesamte Ladevorgang ist nach gut 90 Minuten abgeschlossen, was im Vergleich zum S20 Ultra und S20+ durchaus solide Werte sind.

Zum Vergleich: Das Flaggschiff Samsung Galaxy S20 Ultra ist dank "Fast Charging" nach 74 Minuten wieder voll einsatzbereit. Ein weiterer Pluspunkt für das Samsung Galaxy S20 ist das induktive Laden, mit dem ihr andere Geräte, wie beispielsweise Samsung SoundBuds kabellos aufladen könnt.

Galaxy S20-Kamera: High-End oder Standard?

Wie im vorherigen Test des Samsung Galaxy S20 Ultra bereits beschrieben, ist das Prunkstück des Ultra natürlich das riesige Kameramodul auf der Rückseite des Smartphones. Gilt das gleiche für das S20? Als ich den kleineren Smartphone-Bruder in der Hand hielt, musste ich natürlich gleich ausprobieren, was es neben der Performance auch kamera-technisch zu bieten hat.

Was gleich auffällt: Auch beim S20 ragt die Hauptkamera etwa zwei Millimeter aus dem Gehäuse heraus, die aber nicht ganz so üppig ausfällt wie beim S20 Ultra. Wer aber Verbrauchsspuren wie Kratzer auf seiner Kamera vermeiden möchte, sollte sich eine Smartphone-Schutzhülle zulegen, die das Kameragespann entsprechend umschließt.

Mit der S20-Serie hat sich auch ein neuer Kamera-Trend bei Samsung herausgebildet: Im Fokus steht der Zoom. Mit dem 100-fachen "Space Zoom" des Galaxy S20 Ultra kann das S20 als Standardmodell nicht mithalten. Allerdings wartet das Samsung-Handy mit einem dreifachen optischen Zoom und einem 30fachen Digitalzoom auf. Mit dem Teleobjektiv nutzt das Galaxy S20 einen 64 Megapixel starken Sensor, der Bilder standardisiert aber nur mit 12-Megapixel-Fotos verarbeitet. Einfach gesagt: Die hohe Anzahl an Pixeln ermöglicht es nahezu verlustfrei eine dreifache Vergrößerung eines kleineren Bildausschnitts.

Das Kameramodul des Galaxy S20 besteht aus:

  • 12 Megapixel Weitwinkelkamera
  • 64 Megapixel Telekamera mit dreifachen optischen Zoom
  • 12 Megapixel Ultraweitwinkel-Kamera
  • Time-of-Flight-Sensor für Bokeh-Effekt
  • 10 Megapixel Frontkamera

Im Praxis-Test lieferte das S20 gestochen scharfe Bilder und konnte mich mit den diversen Aufnahmemodi überzeugen. Wie auch bei den anderen S20-Varianten könnt ihr in den Kameraeinstellungen zwischen den Standards HDR, Timer, Pro, Panorama und Nachtmodus wählen.

Den zuvor beim Ultra kennengelernten "Single Take", mit dem ihr aus einer einzigen zehnsekündigen Videoaufnahme gleich mehrere KI-erstellte Fotomotive erstellen könnt, liefert nach wie vor überraschend gute Ergebnisse. Videos lassen sich in 8k-Auflösung bei 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen.

Fazit und Preis-Leistungs-Verhältnis

Im Vergleich zu seinen großen Geschwistern ist das Galaxy S20 bezüglich des Displays auf gleichem Niveau – es ist eben kleiner. Auch macht es aufgrund seines handlichen Designs eine gute Figur. Lediglich die etwas ausbaufähigere Akku-Laufzeit sowie der fehlende Klinkeneingang sind aus Kritikpunkte anzumerken.

Das S20-Flaggschiff ist momentan als 4G sowie als 5G-Version im Handel erhältlich. Knapp einen Monat nach dem Verkaufsstart bekommt ihr die 4G-Version bereits ab 777 Euro. Das 5G-Modell hält sich derzeit knapp unter 1.000 Euro relativ stabil, dennoch ist auch hier ein Preisabfall ersichtlich. Tipp: Wer sich derzeit aber noch mit dem 4G-Mobilfunkstandard zufrieden gibt, ist also auch mit der 4G-Version des Samsung Galaxy S20 sehr gut beraten. Erhältlich sind die Samsung-Geräte in den Farben Grau, Hellblau und Hellrosa.


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