Samsung Galaxy Tab S4 im Test: ein Tablet für alle Fälle

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Das Samsung Galaxy Tab S4
Das Samsung Galaxy Tab S4(© 2018 CURVED)

Egal ob digitaler Bilderrahmen, Notebook oder doch Medienmaschine: Mit dem richtigen Zubehör wird das Samsung Galaxy Tab S4 zum echten Multitalent. Ob’s auch alle Aufgaben gut erfüllt, erfahrt ihr im Test.

Mit einem Tablet kann man einiges anstellen, um seine Freizeit digital zu gestalten. Ihr könnt darauf Magazine und eBooks lesen, Filme und Serien anschauen oder Spiele spielen. Aber: Darf es nicht etwas mehr sein? Diese Frage stellt Samsung mit der Vorstellung des Galaxy Tab S4: Das Tablet bietet all die genannten Möglichkeiten natürlich auch, und kann darüber hinaus noch viel mehr. Das richtige Zubehör macht es möglich.

Wie gut ist das Galaxy Tab S4 als PC-Ersatz?

Mit Tastatur-Cover und Bildschirm

Mit dem Book Cover Type wird das Tablet zum Beispiel zum Notebook-Ersatz. Ihr klemmt das Gerät einfach in die Hülle, über die sogenannten POGO Pins an der linken Seite des Tab S4 verbindet sich das Tablet dann automatisch mit der Tastatur und versorgt diese mit Strom. Langes Suchen in den Bluetooth-Einstellungen bleibt euch also erspart. Außerdem hat das Cover einen weiteren Vorteil: es schützt das Tab S4. Wie beim Vorgänger hat Samsung nämlich auch hier nur edle Materialien verwendet. Vorne Glas, hinten Glas und dazwischen eine Rahmen aus Metall, das sieht klasse modern aus, zieht aber auch Fingerabdrücke an – und wirkt sehr zerbrechlich. Da kommt eine Hülle gerade recht.

Mit 149,99 Euro geht die Hülle aber auch ganz schön ins Geld. Die Gute Nachricht ist: Auch ohne das Book Cover Type könnt ihr mit dem Tablet arbeiten. Ihr müsst es nur per USB-C an einen Monitor anschließen. In unserem Test erkannte das Tab S4 sogar die an den Monitor angeschlossene Tastatur. Eine Maus könnt ihr zusätzlich per Bluetooth verbinden. Das ergibt im Notebook-Modus Sinn, denn das Cover hat kein Trackpad, stattdessen sollt ihr den 10,9 Zoll großen Touchscreen benutzen. Das ist gewöhnungsbedürftig. Anders sieht es aus, wenn ihr auf einen Monitor zurückgreift. Dann wird der Bildschirm des Tablets selbst zum gigantischen Trackpad.

Vor- und Nachteile von DeX

Damit ihr anständig mit dem Galaxy Tab S4 arbeiten könnt, startet das Tablet auf Wunsch automatisch die DeX-Oberfläche, wenn ihr es mit der Tastatur-Hülle oder einem Monitor verbindet. Die hat nicht mehr viel mit dem herkömmlichen Android-Betriebssystem von Google gemeinsam, stattdessen erinnert sie an Windows 10. Wie an einem "normalen" PC könnt ihr dank DeX auch am Galaxy Tab S4 mehrere Anwendungen gleichzeitig öffnen und so etwa ein Dokument in Google Docs bearbeiten, während ihr nebenbei auch eine Tabelle in Google Tabellen geöffnet habt oder ein YouTube-Video schaut (wenn ihr es mit der Arbeit nicht ganz so genau nehmt).

Insgesamt klappt die Bedienung im DeX-Modus durch die bekannten Elemente intuitiv. Wer schon einmal an einem PC saß, der findet sich schnell zurecht.  Allerdings ist die Lösung auch limitiert: Dokumente und E-Mails bearbeiten und im Internet surfen klappt ohne Probleme. Andere Apps, etwa Netflix, laufen dagegen nicht im Vollbild. Auch die Web-Anwendung ist dann keine Lösung. Denn die leitet euch wieder zurück in die Netflix-App. Habt ihr sie nicht installiert, empfiehlt sie euch die Installation. Kino-Feeling gibt es also nur unterwegs oder in Verbindung mit einem Chromecast.

Was kann ich mit dem Galaxy Tab S4 noch machen?

Wollt ihr Maus und Tastatur nicht für Eingaben nutzen, könnt ihr auf den mitgelieferten S Pen zurückgreifen. Der Stift bietet die gleichen Funktionen wie das Exemplar, das im Galaxy Note 8 steckt. Ihr könnt zum Beispiel Notizen auf den Sperrbildschirm schreiben, Worte übersetzen und Skizzen auf Screenshots erstellen. Das funktioniert alles gewohnt gut. Anders als beim Samsung-Smartphone kann der Stift beim Samsung Tablet allerdings nicht im Gehäuse verschwinden. Der Hersteller macht die Not zur Tugend und den Stift etwas dicker und runder. Jetzt fühlt er sich noch mehr wie ein echter Kugelschreiber an.

Auch für den Fall, dass ihr gar nichts mit dem Tablet machen wollt, hat sich Samsung etwas einfallen lassen: das Daily Board. Die Theorie dahinter: Wird das Tablet gerade nicht gebraucht, könnt ihr es entweder per USB-C oder über das optional erhältliche Charging Dock POGO aufladen und euch nebenbei Informationen anzeigen lassen und das Tablet als digitalen Bilderrahmen verwenden. In der Praxis ist das allerdings noch ausbaufähig. Neben Bildern zeigt das Tablet nur die Uhrzeit, das Wetter und den Kalender an. In Zukunft sei es aber auch denkbar, dass Nutzer sich aus diversen Elementen ein eigenes Board zusammenbauen, hieß es bei der Präsentation des Tablets. Wir bleiben gespannt.

Der S Pen ist im Lieferumfang enthalten.(© 2018 CURVED)

Natürlich könnt ihr das Galaxy Tab S4 nicht nur zum Arbeiten benutzen, sondern auch als ganz normales Tablet. Dann klappt's auch wieder mit Netflix. Denn das hochauflösende Super-AMOLED-Display bietet nicht nur knallige Farben und ein sattes Schwarz, das Galaxy Tab S4 gehört auch zu den wenigen Geräten, auf den die Inhalte von Netflix in HDR laufen. Das sind dann besonders schick aus. Zum kompletten mobilen Medienerlebnis tragen die vier Lautsprecher bei, die das Label "tuned by AKG" tragen. Heißt: Die Audioexperten der Samsung-Tochter AKG haben bei der Abstimmung geholfen. Das hört man auch: Für ein Tablet klingt das Galaxy Tab S4 ziemlich gut.

Auch Spiele-Fans komme auf ihre Kosten: Zwar taktet im Galaxy Tab S4 nicht der neueste Prozessor. Dennoch reichte die Leistung aus, um den beliebten Shooter "Fortnite" in den höchsten Qualitätseinstellungen flüssig zu zocken. Auch andere grafisch aufwendige Spiele waren fürs Tab S4 kein Problem.

Was muss ich noch wissen?

Samsung minimiert die Ränder rund um den Bildschirm. Deswegen müsst ihr beim Galaxy Tab S4 auf einen Fingerabdrucksensor verzichten. Wer das Tablet bequem entsperren möchte, muss den Iris-Scanner einrichten, der im Test zuverlässig funktionierte, aber in der Vergangenheit schon für negative Schlagzeilen sorgte. Wollt ihr auf Nummer sicher gehen, richtet euch einen Display-Code ein. Den 64 Gigabyte (GB) großen Speicher könnt ihr bei Bedarf per microSD-Karte um bis zu 512 GB erweitern. Und für alle unter euch, die ihre Urlaubsbilder gern mit dem Tablet fotografieren: Kameras hat das Tab S4 auch. Vorn sind es acht, hinten 13 Megapixel.

Der Vollständigkeit halber hier noch einmal die Leistungsdaten:

  • 10,5 Zoll großes Super-AMOLED-Display mit 2560 x 1600 Pixeln
  • Qualcomm Snapdragon 835
  • 4 GB RAM
  • 64 GB Festspeicher (erweiterbar um 512 GB per microSD)
  • Akku mit 7300 mAh und Schnellladefunktion
  • Rückkamera mit 13 Megapixeln
  • Frontkamera mit 8 Megapixeln
  • Android 8.1 Oreo
  • 482 Gramm Gewicht
  • Varianten: Nur WLAN, WLAN und Mobilfunk (LTE)
  • Farben: Schwarz, Grau

Preise und Verfügbarkeit

Das Galaxy Tab S4 ist ab sofort erhältlich. Die WLAN-Variante kostet 699 Euro, die LTE-Version ist mit 759 Euro noch etwas teurer.

Fazit: Mehr als ein Tablet, aber…

Einsatz als Medienmaschine, digitaler Bilderrahmen oder Notizblock: Das Galaxy Tab S4 kann richtig viel. Diesen Funktionsumfang lässt sich Samsung allerdings auch fürstlich bezahlen: 699 Euro kostet das Gerät in der Grundversion. Wer das Tastatur-Cover noch dazu bestellt, zahlt rund 850 Euro oben drauf. Das ist viel Geld dafür, dass DeX noch nicht ausgereift ist. Wer primär mit dem Gerät arbeiten will, der sollte lieber das Surface Go von Microsoft ins Auge fassen. Das gibt es mit vollerwertigem Windows schon ab 449 Euro. Für die meisten anderen Nutzer dürfte das iPad 9.7 (2018) die richtige Alternative sein. Ihr müsst dann zwar aufs tolle Display das Galaxy Tab S4 verzichten, zahlt dafür aber auch nur 349 Euro (für 32-Gigabyte-Version).

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