Samsung Galaxy Tab S4 im Test: der edle Alleskönner im Hands-on [mit Video]

Samsungs Galaxy Tab S4 ist ein Alleskönner. Mit dem richtigen Zubehör wird aus dem Tablet ein Notebook, ein digitaler Notizblock oder ein smartes Display. Wir durften es schon ausprobieren.

Mit einem Tablet kann man einiges anstellen, um seine Freizeit digital zu gestalten. Ihr könnt darauf Magazine und eBooks lesen, Filme und Serien anschauen oder Spiele spielen. Aber: Darf es nicht etwas mehr sein? Diese Frage stellt Samsung mit der Vorstellung des Galaxy Tab S4: Das Tablet bietet all die genannten Möglichkeiten natürlich auch, und kann darüber hinaus noch viel mehr. Möglich macht es das richtige Zubehör. Aber der Reihe nach.

Wie fühlt sich das Galaxy Tab S4 an?

Erstmal müssen wir klären: Braucht es in Zeiten, in denen es ein iPad schon ab 349 Euro gibt, überhaupt ein Galaxy Tab S4? Die Antwort: Ja, wenn man es richtig edel mag. Denn Samsung nutzt für sein Tablet nur richtig feine Materialien. Die Rückseite besteht aus Glas, der Rahmen aus Metall. Das fasst sich richtig, richtig gut an. Gorilla Glass soll dafür sorgen, dass das Tablet einigen Strapazen standhält. Fallen lassen möchte ich den edlen Boliden aber lieber trotzdem nicht.

Was auffällt, wenn man sich das Gerät genauer anschaut: Sowohl oben als auch unten hat das Tablet zwei Lautsprecher. Die sollen, dank Mitarbeit der Samsung-Tochter AKG und "Dolby Atmos"-Unterstützung, für richtig guten Sound sorgen. Im lauten Getümmel beim Präsentation-Event konnte man die Lautsprecher zwar nicht unbedingt in Ruhe austesten, bei einem Rennspiel deuteten sie aber schon an, was man vom Tablet erwarten darf.

Vorn hat Samsung ein wenig gezaubert. Dort wo beim Vorgänger ein 9.7 Zoll großes Display Platz hatte, ist es beim Tab S4 ein Bildschirm mit einer Diagonale von 10,5 Zoll. Heißt für euch: dünnere Ränder und mehr Platz auf dem Screen. Wie bei Samsung üblich, handelt es sich hier um ein Super-AMOLED-Display, das knallige Farben und ein sattes, weil echtes Schwarz liefert. Dazu stimmt die Auflösung. Mit 2560 x 1600 Pixeln ist das Bild scharf genug für alle Inhalte. Das macht Spaß. Die dünneren Ränder bringen aber noch eine Kleinigkeit mit: Das Galaxy Tab S4 hat keinen Homebutton und somit auch keinen Fingerabdrucksensor mehr. Wer es ohne Code-Eingabe bequem entsperren möchte, muss den Iris-Scanner einrichten, der beim kurzen Ausprobieren gut funktionierte. Der heimliche Star ist aber der POGO Pin Connector.

Welches Zubehör gibt es?

Über den könnt ihr nämlich einiges an Zubehör anschließen, das einen echten Mehrwert bietet. Legt ihr das Galaxy Tab S4 zum Beispiel in das sogenannte Book Cover Keyboard. Kostenpunkt: 149,99 Euro. Damit erweitert ihr das Tablet nicht nur um eine Tastatur, es startet dann auch in DeX-Modus. Das installierte Android-System verwandelt sich dann in eine fast vollwertige Desktop-Oberfläche, die definitiv an Windows erinnert. Innerhalb dieser Oberfläche habt ihr die Möglichkeit, mehrere Apps parallel laufen zu lassen. Ihr könnt zum Beispiel Musik über YouTube hören oder einen Film auf Netflix schauen, während ihr eine längere E-Mail schreibt.

Lange Texte sind auf der Tastatur übrigens kein Problem. Sie bietet trotz der kompakten Größe auch für große Hände ausreichend Platz und darüber hinaus einen angenehmen Hub. Dass es sich damit gut arbeiten lässt, kann ich mir durchaus vorstellen. Woran man sich aber zumindest unterwegs wird gewöhnen müssen: Der Tastatur fehlt ein Trackpad. Apps öffnet ihr also, in dem ihr den Touchscreen berührt. Alternativ könnt ihr per Bluetooth eine Maus anschließen. Und sollte der Platz auf dem Display mal nicht ausreichen, schließt ihr per USB-C einfach noch einen externen Bildschirm an.

Die POGO Pins sind aber noch für eine zweite Funktion zu gebrauchen. Denn Samsung stattet das Tab S4 mit einer neuen Funktion, genannt Daily Board aus. Um diese zu aktivieren, braucht ihr allerdings das Charging Dock POGO (59,99 Euro), das gleichzeitig als Standfuß dient. Verbindet ihr dieses mit dem Tablet, wird es zum digitalen Bilderrahmen, der 1.000 Bilder abwechselnd zeigen kann, und zum smarten Display. Auf dem Vorschaugerät beim Event konnte das Tab S4 nur das Wetter und die Uhrzeit anzeigen. Später soll es Nutzern aber auch möglich sein, den Funktionsumfang etwa durch Rezepte-Apps beliebig zu erweitern und das Tablet somit zum smarten Screen a la Amazon Echo Show zu machen. Die Idee ist gut, auf die Umsetzung bin ich gespannt.

Zum Lieferumfang des Galaxy Tab S4 gehört außerdem der S Pen. Der Stift bietet die gleichen Funktionen wie das Exemplar, dass im Galaxy Note 8 steckt. Ihr könnt zum Beispiel Notizen auf den Sperrbildschirm schreiben, Worte übersetzen und Skizzen auf Screenshots erstellen. Das funktionierte alles gewohnt gut. Anders als beim Samsung-Smartphone kann der Stift beim Samsung Tablet allerdings nicht im Gehäuse verschwinden. Der Hersteller macht die Not zur Tugend und den Stift etwas dicker und runder. Jetzt fühlt er sich noch mehr wie ein echter Kugelschreiber an.

Das Book Cover Keyboard schützt auch die Glasrückseite des Tab S4.(© 2018 CURVED)

Was muss ich noch wissen?

Laut Samsung könnt ihr mit dem Galaxy Tab S4 bis zu 15 Stunden Videos anschauen. Ist der Akku einmal leer, soll er in dreieinhalb Stunden von null auf 100 Prozent aufladen. Den 64 Gigabyte (GB) großen Speicher könnt ihr bei Bedarf per microSD-Karte um bis zu 512 GB erweitern. Und für alle unter euch, die ihre Urlaubsbilder gern mit dem Tablet fotografieren: Kameras hat das Tab S4 auch. Vorn sind es acht, hinten 13 Megapixel.

Der Vollständigkeit halber hier noch einmal die Leistungsdaten:

  • 10,5 Zoll großes Super-AMOLED-Display mit 2560 x 1600 Pixeln
  • Qualcomm Snapdragon 835
  • 4 GB RAM
  • 64 GB Festspeicher (erweiterbar um 512 GB per microSD)
  • Akku mit 7300 mAh und Schnellladefunktion
  • Rückkamera mit 13 Megapixeln
  • Frontkamera mit 8 Megapixeln
  • Android 8.1 Oreo
  • 482 Gramm Gewicht
  • Varianten: Nur WLAN, WLAN und Mobilfunk (LTE)
  • Farben: Schwarz, Grau

Preise und Verfügbarkeit

Das Galaxy Tab S4 kostet in der WLAN-Variante 699 Euro, die LTE-Version ist mit 759 Euro noch etwas teurer. Vorbesteller bekommen das Book Cover Keyboard kostenlos dazu. In den Handel kommt das Gerät zum 24. August 2018.

Vorläufiges Fazit: Das Tablet ist ein Brett, aber…

Das Samsung Galaxy Tab S4 macht auf den ersten Blick einiges her. Die Materialen sind edel, die Verarbeitung super und Samsungs Ideen sind mehr als interessant. Ich bin gespannt, wie sich das Gerät in der Praxis schlägt. Ein KO-Kriterium könnte wieder einmal das liebe Geld werden. Ob sich die Investition lohnt, erfahrt ihr zu gegebener Zeit an dieser Stelle im Test.

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