Skagen Signatur T-Bar im Test: die schicke Smartwatch für Frauen

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Mehr Zeit dank Zeitersparnis: Die Skagen Signatur von Fossil ersetzt den Griff zum Smartphone.
Mehr Zeit dank Zeitersparnis: Die Skagen Signatur von Fossil ersetzt den Griff zum Smartphone.(© 2017 CURVED)

Die Skagen Signatur T-Bar von Fossil vermählt die Funktionalität einer Smartwatch mit der Eleganz einer klassischen Armbanduhr. Beides erledigt sie mit Bravour. Der Test.

Smart unterwegs ohne ständiges Aufladen. Wearables wie Fitnesstracker und Smartwatches sind zwar ungemein praktisch, haben aber oft einen eklatanten Nachteil: Sie müssen spätestens nach ein paar Tagen aufgeladen werden. Ein Problem, das Fossil mit den hybriden Smartwatches von Skagen Connected gekonnt umgeht.

Der Chic einer Armbanduhr

Mit der Signatur T-Bar erweitert Skagen das Portfolio der klassischen Armbanduhr um ein weiteres Modell. Optisch unterscheidet sich die hybride Variante dabei nur in Nuancen von der analogen Vorlage. Die typische Krone zum Stellen der Uhrzeit ist einem Tasten-Trio gewichen, das weitaus mehr kann. Die Uhr selbst fällt mit zwölf Millimeter Gehäusedicke und 36 Millimeter Durchmesser etwas größer aus als die Standardvariante (8 mm und 26 mm). Grund dafür ist ein zusätzlicher Ring im Zifferblatt, der unter anderem für den Schrittzähler und das Datum benötigt wird.

Mit knapp 40 Gramm wiegt das Gehäuse der Skagen Signatur marginal mehr als das der Apple Watch Series 3 (in beiden Größen um die 30 Gramm). Trotzdem habe ich sie während des gesamten Testzeitraums kaum wahrgenommen. Im Gegenteil: Würde die Uhr nicht hin und wieder vibrieren – ich hätte sie glatt vergessen.

Die Funktionalität einer Smartwatch

Womit wir bei der zentralen Funktion der Skagen-Connected-Uhren angelangt sind: Die hybride Smartwatch erweitert den Chronografen um Komfortfunktionen eines Smartphones. Gekoppelt mit einem Smartphone kann sie nämlich weitaus mehr als die Uhrzeit anzuzeigen. Allerdings auch nur dann. Die Nutzung der "Skagen Connected"-App ist zwingend erforderlich, um die Uhr nutzen zu können. Denn selbst die Uhrzeit bezieht die Skagen vom Smartphone. Leider verlangt die App beim ersten Start eine Nutzerregistrierung, die unter anderem Angaben zur Größe, dem Gewicht und dem Alter erfordert. Ohne geht es nicht – schade.

Dafür personalisiere ich in der App die Uhr nach meinen Wünschen. Da ich viel über WhatsApp kommuniziere, vibriert die Uhr jedes Mal sanft, sobald ich eine Nachricht bekomme. Gleichzeitig drehen sich die zwei Zeiger wie von Geisterhand für einen kurzen Moment auf zwölf Uhr. So reicht ein flüchtiger Blick aufs Handgelenk, um zu sehen, dass bei WhatsApp eine Nachricht eingegangen ist. Bis zu sechs verschiedene Apps lassen sich für Benachrichtigungen dieser Art auf dem Zifferblatt verteilen.

Der Facebook Messenger etwa dreht bei mir beide Zeiger auf drei Uhr, Anrufe erkenne ich anhand der auf sechs Uhr stehenden Zeiger. Über welche Apps Ihr benachrichtigt werden wollt und auf welche Ziffer die Zeiger dafür jeweils wandern sollen (oder ob die Uhr nur vibrieren soll), legt Ihr individuell fest. Zusätzlich lassen sich bis zu sechs Kontakte auf der Uhr verteilen. So weiß ich sofort, dass mich meine Freundin anruft, wenn die Skagen Viertel vor neun anzeigt. Bei mir hat es knapp einen Tag gedauert, bis ich die verschiedenen Zeigerstellungen und die damit verknüpften Apps verinnerlicht hatte. Mittlerweile fühlt es sich ganz selbstverständlich an.

Lange Laufzeit trotz Wecker, Schrittzähler und Co.

Abgesehen von den diskreten Benachrichtigungen bietet die Skagen Connected einen Wecker und einen Schlaftracker, der mitzählt, ob ich ausreichend geschlafen habe. Wie viel "ausreichend" ist, bestimme ich ebenfalls über die App. Damit die beiden Funktionen sinnvoll funktionieren, muss die Uhr logischerweise auch nachts getragen werden. Dafür ist sie mir jedoch zu filigran. Der schmale Steg, der die Armbänder am Gehäuse hält, wirkt auf mich zu zerbrechlich, um sie nachts umzubehalten – wobei die Verarbeitung nicht den Eindruck macht, als würde die Uhr schnell kaputt gehen.

Ein Schrittzähler informiert mich präzise über meine täglich zurückgelegten Schritte. Während mir die Uhr dabei aber nur einen gerundeten Richtwert (z.B. 2500, obwohl es erst 2345 Schritte sind) anzeigt, kann ich in der App bis auf die Stunde genau ablesen, ob und wann ich meine Zielvorgabe erreicht habe. Diese und weitere Funktionen wie den Fernauslöser für Fotos, das Steuern meiner Musik-App oder das Anzeigen des Datums verteile ich auf die bereits erwähnten drei Tasten. Der Fernauslöser funktioniert allerdings nur dann, wenn die Foto-App auf dem Smartphone bereits geöffnet ist; und die Datumsanzeige beschränkt sich lediglich auf den Tag – Monat und Jahr müsst Ihr Euch schon selbst merken. Kleine Defizite an einem ansonsten gut gelungenen und schön verarbeitetem Zeitmesser.

Die sich an meinem Handgelenk befindliche Signatur verrichtet seit zwei Wochen dezent ihren Dienst, ohne dass ich auch nur einen einzigen Gedanken an das Aufladen oder Austauschen der Batterie verschwenden musste. Die Knopfzelle reicht laut Hersteller für bis zu sechs Monate, wobei die reale Laufzeit je nach Nutzungsgrad variieren dürfte. Personen, die viele Anrufe und Nachrichten bekommen, müssen sich vermutlich auf eine kürzere Zeitspanne einstellen. Dank eines über die App abrufbaren Erklärvideos lässt sich die Knopfzelle aber mühelos und ohne spezielles Werkzeug auswechseln. Zudem ist das Gehäuse nach ATM 3 wasserdicht. Händewaschen ist also kein Problem, mit viel mehr Wasser sollte es dennoch nicht in Berührung kommen.

Fazit

Ich bin recht angetan von der Skagen Signatur T-Bar – obwohl mir das Design durch den T-Steg zu feminin und grazil daherkommt. Am schlanken Handgelenk meiner Freundin kommt die mondäne Uhr ungleich besser zur Geltung. Dennoch habe ich vor allem die smarten Funktionen binnen kürzester Zeit zu schätzen gelernt. Natürlich muss ich auch weiterhin mein Smartphone aus der Tasche ziehen, wenn mich die Uhr über einen Anruf informiert. Gleichwohl verpasse ich so auch keine mehr. Die zusätzlichen Funktionen wie den Schrittzähler werte ich in diesem Fall als nette Dreingabe. Denn die Skagen ist keine Uhr, die ich zum Sport tragen würde, allein des Lederarmbands wegen. Darüber hinaus ist sie in dunklen Umgebungen kaum lesbar, da sie selbst keine Lichtquelle besitzt und auch die Zeiger nicht reflektieren.

Skagen verbirgt die Intelligenz einer Smartwatch hinter der Schlichtheit eines Ziffernblatts. Damit ist sie vor allem für alle interessant, denen die Apple Watch oder die Samsung Gear S3 zu teuer oder zu viel Smartwatch und zu wenig Uhr ist.

Die Skagen Connected Signatur T-Bar kostet zwischen 199 und 219 Euro (je nach Armband) und funktioniert mit Android ab Version 4.4 und mit iOS ab Version 8.2. Gekoppelt wird sie per Bluetooth Smart Energy/ 4.1 Low Energy.


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