Skullcandy Hesh 3 im Test: der Bassbomber

Back in Black: der Skullcandy Hesh 3
Back in Black: der Skullcandy Hesh 3(© 2017 CURVED)

Wer auf ordentlich Bass steht, kommt an Skullcandy kaum vorbei. Der Hersteller ist bekannt für seinen satten Klang und hat mit dem Hesh 3 jetzt einen Bluetooth-Kopfhörer mit Schnellladetechnik auf den Markt gebracht. Wir haben ihn getestet. 

Design und Komfort

Schlicht schaut er aus, der Skullcandy Hesh 3. Keine auffälligen Besonderheiten, kein Schnickschnack. Doch das macht ihn auch aus. Der komplett einfarbige Look mit matten Over-Ear-Schalen ohne aufgedrucktes Logo lässt ihn auch ein bisschen elegant wirken. Der Totenkopf des Herstellers ist als Erkennungszeichen der Marke kaum sichtbar auf dem Bügel untergebracht. Der Hesh 3 ist in vier Farben erhältlich: Schwarz, Dunkelblau, Grau und Rot. Hinten an der rechten Seite befinden sich drei Tasten, zwei für die Lautstärkeregelung und eine für die Bluetooth-Koppelung oder um Anrufe anzunehmen. Diese lassen sich mit dem Daumen gut erreichen und drücken. Insgesamt ist die Verarbeitung super.

Das gleichmäßige Einstellen der Passform auf beiden Seiten des Bügels gestaltet sich dann als etwas kompliziert. Habt Ihr den Kopfhörer dafür aufgesetzt und wollt ihn enger stellen, schnappt beim Drücken eine Seite recht schnell komplett ein, währen die andere lang bleibt. Habt Ihr aber irgendwann die richtige Position gefunden, sitzt der Kopfhörer fest auf Eurem Kopf. Etwas zu fest. Mit 200 Gramm sind die Over-Ears recht leicht und lassen sich theoretisch auch länger tragen. Mir persönlich sind sie auf Dauer aber zu eng, es beginnt nach einer Weile an den Kiefermuskeln zu drücken. Und auch einige Kollegen beschrieben den Tragekomfort als zu fest. Auf den Ohren sind sie recht angenehm, die Ohrpolster passen sich gut an und geben nach. Dennoch kommen sie nicht an den bequemen Sitz der Shure SRH1540 heran.

Die Ohrmuscheln sind schwenkbar, sodass Ihr sie einklappen könnt, wenn Ihr den Kopfhörer bei Nichtgebrauch um den Hals tragt. Für den Transport lässt er sich zusammenklappen. Leider ist im Lieferumfang keine Tasche oder ein Schutzbeutel für die Kopfhörer dabei.

5 Minuten Strom für 90 Minuten Musik

22 Stunden hält der Hesh 3 laut Herstellerangaben durch. Das ist zwar weniger als bei Konkurrenzprodukten, hält aber dennoch für knapp zwei Langstreckenflüge. In unserem Test musste der Kopfhörer nach etwa 2,5 Arbeitstagen wiederaufgeladen werden.

Die integrierte Schnellladefunktion ist bei der "kurzen" Akkulaufzeit äußerst praktisch: Schon fünf Minuten am Strom sorgen für knapp 90 Minuten weiteres Hören. Bereits nach zehn Minuten soll der Akku für weitere drei Stunden halten. Aufgeladen wird dieser per Micro-USB. Das passende Kabel dafür liegt bei. Wer auf die Bluetooth-Funktion verzichten kann, steckt einfach das beiligende AUX-Kabel an.

Der Klang: laut und dröhnend

Technisch setzt der Hesh 3 auf zwei 40 Millimeter Audiotreiber und einen digitalen Verstärker. Abgesehen von dem sehr dominanten Bass ist das Klangbild sehr ausgeglichen und angenehm. Mitten und Höhen sind deutlich differenzierbar, die Impulse kommen gut zur Geltung. Lediglich die Tiefmitten werden von dem heftigen Bass überdeckt. Teilweise empfinde ich den Bass als dröhnend und unangenehm. Wer aber auf viel Bums steht, wird hier besonders viel Freude am Hören haben. Außerdem lässt sich die Lautstärke stark anheben. Immerhin hat Skullcandy eine Sprachansage verbaut, die Euch darauf hinweist, wenn Ihr die Kopfhörer gehörbelastend aufdreht.

Die Ohrpolster sind aus Memory Foam und liegen dadurch so dicht am Ohr, dass durch die breite Over-Ear-Konstruktion automatisch Schall isoliert wird. Die Kopfhörer haben aber keine Noice-Cancelling-Funktion (ANC), sie schirmen lediglich einige Umgebungsgeräusche ab. Während Straßenlärm gut gedämpft wird, ist zum Beispiel Wind weiterhin deutlich als nerviges Rauschen hörbar. Auch im Zug schützt Euch das nicht vor Kindergeschrei oder plappernden Mitfahrern.

Die Sprachqualität bei Anrufen hat uns gut gefallen. Am besten ist sie, wenn Ihr den Kopfhörer über AUX an Euer Smartphone angeschlossen habt. Über das eingebaute Mikrofon seid Ihr gut verständlich. Es sei denn Ihr seid an öffentlichen Plätzen mit viel Umgebungslärm. Dann kann Euch der Gesprächspartner nur noch schwer verstehen.

Fazit: Sehr basslastig oder -lästig?

Skullcandy macht Bums, das mag einigen gefallen. Andere werden es ablehnen. Mir war der übertriebene Bass über weite Strecken zu dröhnend, doch ich mochte das restliche breite, ausgeglichene Klangbild. Mit 129 Euro gehört das Modell eher zu den "günstigen" Over-Ear-Kopfhörern, macht seine Sache dafür aber richtig gut. Lediglich der straffe Sitz könnte für einige Kopfformen unangenehmen Druck aufbauen.


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