Sonos Playbase im ausführlichen Test [mit Video]

Hand aufs Herz: Habt Ihr Euch zuhause die Mühe gemacht und Euren Fernseher an die Wand montiert? Eben! Dieser Umstand hat Sonos dazu veranlasst, die Idee hinter ihrer Playbar weiterzudenken. Vier Jahre Ideenfindung und Entwicklung sind in das optisch unscheinbare Gerät, die Playbase, geflossen. Worin sich diese von der Playbar unterscheidet und ob der hohe Preis gerechtfertigt ist, erfahrt Ihr in unserem Test.

Hier springt Ihr direkt zu den Abschnitten:
Dezentes Design
Bass, Bass, wir brauchen Bass
Sounddeck im Soundcheck
Ohne App geht nichts
Fazit

Mit der Playbar hat Sonos bereits seit längerem eine Allround-Lösung für Heimkino-Enthusiasten im Sortiment. Allerdings richtet sich diese vornehmlich an Personen, die ihren Fernseher an die Wand geschraubt haben oder sich nicht davon stören lassen, dass der Soundriegel vor dem TV-Gerät steht.

Mit der neuen Playbase stellt Sonos der Soundbar ein weiteres Produkt zur Seite und Euch ab sofort vor die Wahl. Dabei unterscheiden sich die beiden kompakten Heimkino-Geräte nicht nur äußerlich. Die Playbase punktet im Gegensatz zur riegelförmigen Playbar vor allem im Bereich der Tieftöne. Und – da unterscheidet sie das neue Produkt von dem Vorgänger – richtet sich dank Fokus auf den Bass auch an Musikhörer.

Dezentes Design

Lasst Euch von dem dezenten Design nicht täuschen. Die Sonos Playbase sieht zwar aus wie ein teures Designer-Schneidebrett. Sie ist aber kein Küchenutensil, sondern die logische Weiterentwicklung der Playbar, die durch ihre größere Erscheinung auch der Akustik zupass kommt. Während die Playbar noch mit silbergrau applizierter Leiste an der Front aufwartet, ist die Playbase in alle Richtungen schwarz oder weiß gehalten. Die Designer bei Sonos haben sich bei der Optik für eine Mischung aus Kunststoff und Glas als Gehäusematerialien entschieden. Dadurch wirkt das Sounddeck schon rein optisch hochwertig. Durch das glänzende Finish ist die Oberfläche allerdings eine ideale Landzone für Staub und Fingerabdrücke. Am besten Ihr lasst deshalb ganz die Finger davon und bedient das Sounddeck nur aus der Entfernung per Smartphone. Bei unserem Test waren wir permanent mit dem Feudel hinterher die lästigen Fingerpatscher zu entfernen.

Nur die dem Anwender zugewandte Frontblende ist aus mattschwarzem Metall gefertigt. Damit der Schall aus dem Gehäuse ungestört nach außen und ans Ohr dringen kann, sind 43.000 Löcher in die Blende gebohrt, die aber nur auf kurze Distanz zu erkennen sind.

Darüber hinaus ist das cleane Design in seiner Reduziertheit sehr angenehm fürs Auge. Da die Playbase direkt unter dem Fernseher steht bzw. dieser auf der Playbase thront, nimmt sie sich dezent zurück und lenkt nicht durch blinkende LEDs oder Tasten vom Geschehen auf dem TV-Screen ab. Die Playbase schultert TVs bis zu 35 Kilogramm.

Überhaupt kommt die Playbase mit erstaunlich wenig Knöpfen am Gerät selbst aus. Seitlich befindet sich die Powertaste, darüber hinaus weist die Front lediglich drei kapazitive Tasten auf, die mittig auf der Oberseite liegen. Mit den berührungsempfindlichen Tasten reguliert Ihr die Lautstärke oder schaltet die Playbase in den Standby-Modus. Selbiges lässt sich aber auch über Euer Handy steuern.

Bass, Bass, wir brauchen Bass

Im Inneren kommen neun Treiber zum Einsatz, davon sechs für die Mitten und drei für die hohen Töne. Mit der Playbase will Sonos nicht nur geneigte Heimkinogänger ansprechen, sondern auch den Musikliebhaber in Euch. Damit dieser ebenfalls Gefallen an der Playbase findet, hat Sonos deshalb einen 5,25 Zoll großen Subwoofer für reichlich Bass verbaut. Das dürfte selbst Das Bo gut finden.

In den vier Jahren Entwicklungszeit haben die Designer bei Sonos dutzende Anordnungen der insgesamt zehn Lautsprecher ausprobiert. Im finalen Entwurf sitzen die neun für die Mitten und Höhen zuständigen Speaker entlang der Front und schallen Euch direkt entgegen. Damit sich die einzelnen Frequenzen akustisch nicht überlagern, schlängelt sich der Subwoofer dahinter in Form eines "S" durch das Gehäuse. Gemessen an der Größe der Playbase räumt Sonos dem Alleinstellungsmerkmal fast die Hälfte an Platz an. Das könnt Ihr zwar nicht sehen, aber hören. Denn der Resonanzkörper des Sounddecks bietet den tiefen Tönen genug Raum, um sich ordentlich auszudehnen.

Sounddeck im Soundcheck

Um den 5,25 Zoll großen Subwoofer in Aktion und im Zusammenspiel mit den neun anderen Treibern zu erleben, haben wir uns mit der Playbase durch verschiedene Genres gehört. Weil eben nicht nur der Gesamteindruck zählt, sondern einzeln Nuancen entscheidend sein können für den Hörgenuss, haben wir die Playbase unter anderem mit "Ahnma" von den Beginnern", "Hello" von Adelé, "Die Mondscheinsonate" von Beethoven und "Radioactive" von Imagine Dragons in der Akustikversion beschäftigt.

Schon in der Grundeinstellung des Equalizers sorgt die Playbase für raumfüllende Akustik ohne Verluste bei den Mitten oder Höhen, auch bei voller Lautstärke. Die Qualität und Intensität eines Konzertbesuchs erreicht die Playbase dabei zwar nie, das Klangbild ist aber durchweg ausgewogen und stimmig. Während der Bass vor allem bei "Ahnma" ordentlich zur Geltung kommt und auch unsere Nachbarn in der Wohnung unter uns in "Begeisterung" versetzte, hatten wir bei "Mondscheinsonate" das Gefühl, selbst am Flügel zu sitzen.

Geht es Euch hingegen eher darum, die Playbase für die akustische Untermalung Eurer Filmabende zu nutzen, freuen Euch eventuell die Features "Nachtmodus" und "Sprachverbesserung". Ersteres sorgt dafür, dass Ihr auch abends noch den vollen Soundgenuss ohne Qualitätseinbußen, aber bei geringerer Lautstärke habt – zum Beispiel, weil nebenan die Kinder schlafen. Die "Sprachverbesserung" kristallisiert gesprochene Inhalte so heraus, dass Ihr selbst geflüsterte Dialoge problemlos hört, ohne das Gesamtvolumen manuell erhöhen zu müssen.

Der Subwoofer kommt natürlich auch bei Filmen hervorragend zum Einsatz. Die Vehikel in "Mad Max: Fury Road" etwa dröhnen, als würdet Ihr auf einem laufenden V8-Motor sitzen.

Ohne App geht nichts

Solltet Ihr Euch für die Playbase entscheiden und noch kein Sonos-Produkt besitzen, stellt Euch auf ein längeres Einrichtungsprozedere ein. Mit wenigen Handgriffen ist das Sounddeck ausgepackt, unter dem Fernseher platziert und verkabelt. Zwei, maximal drei Kabel kommen dabei zum Einsatz. Eins versorgt das Sounddeck mit Strom, das optische Audio-Kabel überträgt die auditiven Informationen vom Fernseher an die Playbase – HDMI gibt es nicht. Optional ist der Anschluss an den Router per Ethernetkabel alternativ zur Verbindung per WLAN.

Steht die Hardware, läuft der Rest über die Sonos-App, die sowohl für iOS als auch Android kostenlos zum Download bereitsteht. Sie führt Euch Schritt für Schritt durch die Einrichtung des Geräts und hilft Euch, es mit Eurem WLAN zu verbinden; Bluetooth unterstützen die Produkte von Sonos nämlich nicht. Dafür erlaubt Euch der Zugriff per WLAN auf die Soundbase, sie von jedem Ort aus in Eurer Wohnung zu steuern, solange Ihr in Reichweite des WLAN-Signals seid. Während Bluetooth-Verbindungen leicht durch andere Signale oder im Weg stehende Objekte beeinträchtigt werden, funktioniert die App-Steuerung dank WLAN problemlos durch Wände oder Zimmerdecken hindurch.

Allerdings müsst Ihr Euch, um die App überhaupt verwenden zu können, mit einer E-Mail-Adresse bei Sonos registrieren. Das geht zwar relativ schnell und problemlos. Wer aber partout kein Interesse daran hat, dem Hersteller seine persönlichen Daten auszuhändigen, wird keine Freude mit der Soundbase haben. Plug and Play ist das jedenfalls nicht.

Nach der Einrichtung steht Euch die Welt des Sounds offen. Die Playbase dient dabei nicht nur als voluminöses Hörgerät für Eure Fernsehabende, sondern vereint auch nahezu sämtliche Musikstreaming-Dienste in sich. Über die Sonos-App könnt Ihr Euch mit Spotify, Deezer, Tidal etc. verbinden und – ohne in die jeweilige App wechseln zu müssen – Eure Musik über die Playbase wiedergeben. Der Fernseher muss dabei selbstverständlich nicht eingeschaltet sein.

Ebenfalls über die App passt Ihr die Intensität der Frequenzen an. Für jedes Sonos-Gerät könnt Ihr dabei im Equalizer die Musik nach Euren eigenen Präferenzen justieren. Ist Euch der Bass in der Grundeinstellung also noch nicht wuchtig genug, übernehmt Ihr die Abmischung kurzerhand selbst. Wichtiger Hinweis für Android-Nutzer: Das Feature “Trueplay” ist zum Zeitpunkt des Tests ausschließlich für iOS verfügbar gewesen, soll laut Sonos aber auch für Android erscheinen. Das Feature ist vor allem dann relevant, wenn Ihr die Playbase zu einer 5.1-Surround-Anlage ausbauen wollt.

Fazit

Ich bin der Sonos Playbase anfangs mit reichlich Skepsis ob des hohen Startpreises begegnet. Und auch nach dem ausführlichen Test bin ich weiterhin der Meinung, dass 799 Euro ein Preis ist, über den man mindestens zweimal nachdenken sollte. Fernab der hohen Anschaffungskosten kann ich die Playbase aber guten Gewissens empfehlen. Die Designer bei Sonos haben hier ein robustes Allround-Setup entworfen, das dank seiner klaren Designsprache auch optisch überzeugt. Wichtiger aber ist, dass uns die Playbase sowohl bei der Film- als auch bei der Musikwiedergabe in allen Genres begeistert hat.

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