Sony Xperia XZ2 Premium im Test: Premiere für die Dualkamera

Das Sony Xperia XZ2 Premium
Das Sony Xperia XZ2 Premium(© 2018 CURVED)

Sonys neues Premium-Gerät ist ein echt dickes Ding: Groß, schwer - und vollgestopft mit der neuesten Technik: Flotter Prozessor, und - für Sony eine Premiere - eine Dual-Kamera - also ein Super-Smartphone? Wir haben es getestet.

Ein bisschen aus der Zeit gefallen wirkt es schon, wenn es da so vor einem liegt, das Xperia XZ2 Premium. Sony setzt hier auf nicht mehr ganz aktuelle Standards wie ein 16:9-Format und ein 5,8-Zoll-Display. Der erste Blick zeigt: Das Display liefert mit 2160 x 3840 Pixel eine scharfe 4K-Auflösung, knallige Farben und ist dabei noch außergewöhnlich hell - und es kann HDR-Inhalte darstellen.

Smartphone mit Wampe und außergewöhnlichem Design

Während die meisten aktuellen Modelle in die Länge wachsen und bis zu 95 Prozent der Vorderseite für den Bildschirm nutzen, gönnt sich Sony einem üppigen Rahmen mit breiten Rändern oben und unten. und nutzt lediglich rund 72 Prozent der Front für als Display. Und auch dicker und bauchiger ist das neue Gerät mit abgerundeten Ecken, gewölbtem Gehäuserücken aus Glas und einem abgerundeten Metallrahmen – Ambient Design nennt Sony die zu Beginn 2018 mit  dem XZ2 und dem XZ2 Compact vorgestellte Form. Außerdem wiegt es mit 236 Gramm mehr als das Xperia XZ2. insgesamt misst es 158x80x11,9 Millimeter. Kurz gesagt: Mit dem Xperia XZ2 Premium hat Sony ein echt dickes Ding abgeliefert.

Das XZ2 Premium mutet durchaus hochwertig an und liegt mit seinen Rundungen auch recht gut in der Hand, ist allerdings mit der rutschigen Glasrückseite und seiner stattlichen Breite nicht gut zu fassen. Auch wenn es auf auf einem Tisch liegt, ist es etwas unpraktisch: Durch die geringe Auflagefläche gerät es leicht in Bewegung und man ist öfter als man möchte damit beschäftigt es zurechtzurücken. Auch auf vielen anderen Ablageflächen glitscht das Gerät einfach mal weg.

Bei der technischen Ausstattung hat das Xperia einiges zu bieten: Mit dem Snapdragon 845 hat man einen für die Premium-Klasse angemessenen Prozessor verbaut, dazu 64 GB Speicher und 6 GB RAM. Mit der Ausstattung erreicht das Gerät gute Punktzahlen in den gängigen Leistungstest und landet damit in der Nähe von Performance-Größen wie dem OnePlus 6 und dem Galaxy Note 9.  Alltägliche Anwendungen absolviert das Xperia XZ2 Premium so erwartungsgemäß mit Leichtigkeit und navigiert rasant durch Screens und Apps. Auch anspruchsvolle Spiele wie "PUBG Mobile" stellen für Sonys Premium-Tanker kein Problem dar. Der Akku ist mit 3540 mAh für einen Tag ganz gerüstet, bleibt aber unter der Leistungsfähigkeit eines Samsung Galaxy Note 9 oder dem Huawei P20 Pro, die jeweils mit 4000 mAH punkten. Wer also das Xperia den ganzen Tag zum stromintensiven Daddeln nutzen will, sollte in der Nähe einer Steckdose bleiben. Als Betriebssystem ist Android 8 Oreo an Bord.

Der Fingerabdrucksensor sitzt auf der Rückseite unterhalb der Kamera, ein kleines Stück zu weit unten, um ihn intuitiv zu treffen – manchmal landet der Finger dann eben doch auf der Linse. Hinzu kommen ein wasserdichtes Gehäuse, Stereolautsprecher, bei Sony schon traditionell mit einer High-Res-Audio-Wiedergabe. Power- und Lautstärke-Buttons sind mit dem Daumen gut zu erreichen und komfortabel zu bedienen. Der physische Kameraauslöser ist mittlerweile ein Alleinstellungsmerkmal von Sony und eigentlich eine praktische Angelegenheit, wenn vielleicht auch für viele keine, welche die Kaufentscheidung beeinflusst.

Kamera punktet bei Tag, schwächelt bei Nacht

Kümmern wir uns um das interessanteste Detail der Ausstattung: Zum ersten Mal hat Sony in einem seiner Smartphones eine Dualkamera verbaut, nachdem die Mitbewerber sie bereits seit rund zwei Jahren im Programm haben. Hier setzt Sony anders als viele andere Modelle auf die Kombination aus einem 19-Megapixel-Farbsensor und einem zweiten Monochrom-Sensor mit einer Auflösung von 12 Megapixeln sowie den eigens entwickelten AUBE-Bildprozessor, der aus den Informationen beider Kameras ein Bild zusammenrechnet. Vorteil: Vor allem bei wenig Licht soll er so für helle, rauscharme und detailreiche Fotos sorgen. Dank dieser Technik kann das Xperia XZ2 Premium sogar Fotos mit einem exorbitanten ISO-Wert von 51.200 aufnehmen. Das sieht auf dem Papier toll aus, aber wie funktioniert das in der Praxis?

Am Tag macht die Kamera des Xperia XZ2 Premium ordentlich was her: Die Fotos sind gut belichtet und detailtreu. Im manuellen Modus kann man auch auf einen HDR-Modus zugreifen, die Kamera liefert aber auch ohne HDR bereits sehr gute Ergebnisse. Dabei wirken die Farben stets natürlich und selten überzeichnet. Während die Kamera-App bei Tageslichtbedingungen das Modul mit dem Farbsensor und kleinerer Blende einsetzt, werden bei Nachtaufnahmen die Informationen beider Kameras addiert, das heißt das Bild wird mit der Monochrom-Kamera aufgenommen und die Farbinformationen der 19 Megapixel-Kamera hinzugerechnet. Da die kleine Monochromkamera das eigentliche Bild liefert, sind Fotos mit hoher ISO-Empfindlichkeit auch nur mit 12 Megapixel auflöst.

Das Ergebnis dieser aufwendigen Berechnungen ist allerdings enttäuschend: Egal welchen Modus man wählt, ob manuelle Einstellung oder intelligente Automatik, ob ohne oder mit HDR, die Qualität der Fotos ist nie berauschend sondern eigentlich immer rauschend, das gilt leider auch für die Ausschnitte des Bildes, die nicht komplett im Dunkeln liegen. Schade.

Daneben gibt es auch eine intelligente Automatik, die allen Hobby-Fotografen die nötigen Einstellungen abnimmt Außerdem kann man im Automatik-Modus einen Bokeh-Effekt für einen scharfen Vordergrund unscharfen Hintergrund auswählen oder auch Bilder in schwarzweiß schießen - schließlich ist ja eine echte Monochromkamera an Bord. Außerdem gibt es einige vorkonfigurierte Effekte und einen Panoramamodus. Mit dem Xperia XZ2 Premium kann man außerdem HDR-.Videos aufnehmen, wahlweise in Full-HD- oder in 4K-Auflösung, jeweils mit 30 Bildern pro Sekunde. Sogar Zeitlupenvideos mit 960 Bildern pro Sekunde sind in Full-HD-Auflösung möglich. Das ist für die meisten Hobbyfilmer sicherlich ausreichend. Und auch die Frontkamera, mit 13 Megapixeln ausgestattet, setzt Selfies ohne Mängel in Szene.

Preise und Verfügbarkeit

Das Xperia XZ2 Premium ist in glänzendem Schwarz (Chrome Black) und Silber (Chrome Silver) zum Preis von 899 Euro erhältlich.

Fazit

Mit dem XZ2 Premium legt Sony ein außergewöhnliches Smartphone vor, sowohl was Design, als auch was die Technik angeht, größer, breiter und dicker als die meisten Modelle der Mitbewerber. Was Prozessor und Speicher angeht, gibt es nichts zu meckern, alle Alltagsanforderungen erledigt das Gerät ohne murren, sogar "PUGB Mobile" kann man auf dem XZ2 Premium zocken. Das interessanteste Feature aber, die neue Dualkamera, kann die hohen Erwartungen nicht erfüllen: Zwar sind die Aufnahmen bei Tageslicht überdurchschnittlich gut, bei Nachtaufnahmen mit wenig Licht schwächelt Sonys Technik allerdings. Für ein Premiumgerät zum Preis von 899 Euro ist das Ergebnis dann doch zu durchschnittlich. Wenn es denn ein Gerät aus Sonys Xperia-Reihe sein soll, dann vielleicht doch eher der kleine Bruder, das XZ2, das lediglich ein wenig kleiner ausfällt, dafür aber auch rund 350 Euro weniger kostet.

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