Xiaomi Mi Band 2 im Test: der Beste der Billigsten

Das Mi Band ist für Xiaomi das, was für Apple lange Jahre das Apple TV war: ein Hobby. Und genau wie die TV-Box aus Cupertino lief der schlanke Fitnesstracker Mi Band bei Xiaomi überaus erfolgreich. Zurecht: In Sachen Preis-Leistung ist das Gadget unschlagbar. Kann man das noch besser machen? Das Mi Band 2 belegt: Ja, man kann!

Beim Tragekomfort muss man keine Abstriche in Kauf nehmen: Mit zehn Löchern und eine Länge von 21 Zentimetern passt das Band auch an das dickste Handgelenk. Bei einem Gewicht von gerade einmal 18,5 Gramm fällt es auch nicht negativ auf. Auch nutzt sich das Gummi, aus dem das Band besteht, nicht übermäßig ab. Ein zusätzlicher Schutzring verhindert, dass sich das Band beim Sport aus Versehen löst.

Die eigentliche Neuerung versteckt sich im Herzstück des Mi Band, dem Tracker. Dieser ist ebenso in Schwarz gehalten und rundherum durch das Armband eingefasst. Auf der Unterseite findet sich ein Herzfrequenzsensor, der Euren Puls misst. Auf der Oberseite erwarten Euch beim Nachfolger nicht mehr nur blinkende LEDs, sondern ein rund 0,4 Zoll kleines Monochrom-Display. Das lässt sich nicht per Touch bedienen, allerdings befindet sich unter dem Bildschirm ein Button. Da dieser nicht mechanisch ist, genügt auch ein leichtes Tippen, um den Fitnesstracker aufzuwecken.

Der Vorteil dieser Bauweise: Das Mi Band 2 bleibt wasser- und staubdicht nach IP67-Standard: Eine halbe Stunde bis zu einem Meter tief zu tauchen, ist möglich. Wahrscheinlicher ist da schon Duschen und Händewaschen, für das Ihr das Armband nicht ablegen müsst.

Bedienung: Push the button!

Ihr lest richtig: Das Mi Band 2 lässt sich bedienen, während der Vorgänger nur aufgezeichnet hat. Mit mehrfachen Tippen könnt Ihr Euch die aktuelle Herzfrequenz und die absolvierten Schritte anzeigen lassen. In der App habt Ihr zudem die Möglichkeit, Werte wie den Akkustand und den Kalorienverbrauch auf das Display zu bringen. Ohne Antippen genügt es, das Mi Band 2 Richtung Gesicht zu halten - schon zeigt Euch der Tracker die Uhrzeit an. Integrierte Lagesensoren machen es möglich.

Auswerten könnt Ihr die gesammelten Daten zudem in der Mi Fit-App, die auf Smartphones ab Android 4.4 und auf iPhones ab iOS 7 läuft. Nach der ersten Kopplung via Bluetooth spielt Ihr über das Programm etwa Firmwareupdates auf den Fitnesstracker und bekommt Eure Leistung anschaulich aufbereitet.

Pulsmessung: direkt am Handgelenk

Eure Herzfrequenz messen, das konnte auch schon das Mi Band 1S. Allerdings dann nur mit Hilfe der Smartphone-App. Beim Mi Band 2 genügt das zweimalige Drücken auf den Button unter dem Display - schon wird nach rund fünf Sekunden der Puls angezeigt. Praktisch für Sportler, die nicht zusätzlich ein Smartphone tragen wollen.

Bekannt ist das Schrittzähler-Feature. Allerdings bewirbt Xiaomi hier einen Echtzeit-Modus. Für Schritte? Als würde ich nicht mitbekommen, dass ich mich bewege! Tatsächlich funktioniert diese Anzeige auch nicht immer in Echtzeit.

Das dritte große Feature ist das Tracking der Schlafphasen, das Ihr mit der optionalen zeitweisen Pulsmessung in der App nochmal verbessern könnt. Hinzu kommt einer Weckerfunktion, die Euch zur gewünschten Zeit durch sanftes Vibrieren wachrüttelt.

Cool ist die Entsperr-Funktion für Smartphones mit Android ab 5.0 Lollipop sowie Xiaomi-Smartphones. Nutzt Ihr das Mi Band 2 und ist es mit dem Smartphone gekoppelt, braucht Ihr kein Passwort oder ein Muster eingeben, um das Gerät zu entsperren.

Was dann auch funktioniert, sind Benachrichtigungen über Anrufe und Nachrichten am Handgelenk. Wobei dieses Feature auch unter iOS verfügbar ist. Allerdings bleibt es bei einem Vibrieren und der Anzeige eines Symbols auf dem Display. Genauere Kontaktinformationen oder Text zeigt das Mi Band 2 nicht an.

Akku: größer, aber nicht ausdauernder

So viele Funktionen auf so kleinem Raum: Wie wirkt sich das auf die Akkuleistung aus? Weil das OLED-Display natürlich mehr Strom verbraucht als die kleinen LEDs des Vorgängers, hat Xiaomi den Akku von 40 mAh auf 70 mAh vergrößert. Dafür gibt der Hersteller eine Laufzeit von 20 Tagen an. Gemessen am Verbrauch der vergangenen Tage, darunter auch sehr aktive mit längeren Sporteinheiten, scheinen rund zwei Wochen wahrscheinlicher.

Fazit: ein Top-Tracker

Das Mi Band 2 ist beste Ware für das Geld, das der Fitnesstracker kostet. Beim Importhändler TradingShenzen, der uns das Gadget freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, zahlt Ihr gerade einmal 39 Euro. Für den Fitbit Charge mit Display zahlt Ihr 99 Euro, für den Jawbone Up3 ohne Display auch um die 100 Euro. Für den Preis bekommt Ihr nicht nur einen minmalistischen Tracker mit guter Akkulaufzeit und ausreichend vielen Features, sondern on-top eine gut designte, funktionale Companion-App. Klare Kaufempfehlung für alle, die ohne großen Aufwand ihre tägliche Fitness tracken wollen!


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